Antriebstechnik

Günter Herkommer,

ABB übernimmt Baldor

Der schweizerische ABB-Konzern hat dem nordamerikanischen Motoren-Hersteller Baldor Electric Company ein Übernahmeangebot unterbreitet. ABB will damit laut Joe Hogan (im Bild), Vorstandsvorsitzender des Konzerns, zum weltweit führenden Anbieter industrieller Antriebstechnik aufsteigen.

Beide Unternehmen haben sich darauf geeinigt, dass ABB Baldor im Rahmen einer Bartransaktion im Wert von rund 4,2 Milliarden US-Dollar (inklusive Nettoschulden von 1,1 Milliarden US-Dollar) übernehmen wird. Baldor hat seinen Hauptsitz in Fort Smith, Arkansas, und ist ein führender Anbieter in der Motorenindustrie Nordamerikas. Daneben verfügt Baldor über mechanische Antriebstechnikprodukte wie Motorlager, integrierte Getriebe- und Kupplungssysteme, die vorrangig in der Prozessindustrie zum Einsatz kommen, sowie Antriebe und Generatoren.

Nach ABB-Angaben beschäftigt Baldor rund 7000 Mitarbeiter und hat in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres einen Betriebsgewinn von 184 Millionen US-Dollar bei einem Umsatz von 1,29 Milliarden US-Dollar erzielt. Dies entspricht einem Anstieg von 30% beim Gewinn und 11% beim Umsatz gegenüber der Vergleichsperiode im Jahr 2009.

Das Übernahmeangebot soll im Dezember beginnen und unterliegt den üblichen Bedingungen. Dazu gehören die Auflage, mindestens zwei Drittel der Aktien von Baldor zu erwerben, sowie die Einholung der Freigabe durch die Aufsichtsbehörden. Gemäß den Bedingungen der endgültigen Vereinbarung, welche einstimmig von den Verwaltungsräten beider Unternehmen beschlossen wurde, wird ABB ein Übernahmeangebot zum Kauf sämtlicher im Umlauf befindlicher Aktien von Baldor zum Preis von 63,50 US-Dollar in bar unterbreiten. Das Angebot entspricht einem Aufschlag von 41% auf den Schlusskurs der Aktie vom 29. November. Der Verwaltungsrat von Baldor wird den Aktionären empfehlen, das Angebot anzunehmen. Der Abschluss der Transaktion ist für das erste Quartal 2011 geplant.

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Das Synergie-Potential

Wie ABB berichtet, sollen die Marken von Baldor bestehen bleiben. Auch der Hauptsitz von Baldor verbleibt in Fort Smith, das gleichzeitig zum Hauptsitz für das kombinierte Motoren- und Generatorengeschäft in Nordamerika wird. John McFarland, Verwaltungsratspräsident und Vorstandsvorsitzender von Baldor, bleibt auch nach der Übernahme im Unternehmen, um die Integration zu unterstützen. Ron Tucker, derzeitiger leitender Geschäftsführer sowie designierter Vorstandsvorsitzender, soll nach Abschluss der Transaktion die Leitung von Baldor - inklusive des Geschäfts für mechanische Antriebstechnik - sowie das Motoren- und Generatorengeschäft von ABB in Nordamerika übernehmen.

Ulrich Spiesshofer, als Mitglied der Konzernleitung zuständig für die ABB-Division Industrieautomation und Antriebe, in welche das Geschäft von Baldor integriert wird, kommentiert die geplante Übernahme mit den Worten: „Wir rechnen bis 2015 mit Synergien in Höhe von über 200 Millionen US-Dollar pro Jahr, wobei jährliche Kostensynergien mehr als 100 Millionen ausmachen dürften. Zudem erwarten wir Umsatzsynergien in mindestens derselben Höhe und rechnen damit, dass zwei Drittel dieser Synergien bis 2013 erzielt sein werden."

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