IT-Services

Stefan Kuppinger,

Siemens stößt IT-Sparte ab

Siemens hat seine IT-Sparte Solutions and Services an den IT-Dienstleister Atos Origin verkauft und steigt im Gegenzug als Aktionär bei dem französischen Konzern ein. Weitere "Mitgift" ist ein 5,5 Milliarden Euro schwerer Outsourcing-Vertrag.

© Siemens

In die strategische Partnerschaft von Atos Origin und Siemens bringt die Siemens AG das Geschäft von Siemens IT Solutions and Services (SIS) ein und erhält dafür eine Gesamtsumme von 850 Millionen Euro: 414 Millionen Euro in Form von 12,5 Millionen Atos-Aktien (15 Prozent aller Aktien), eine fünf Jahre laufende Wandelanleihe über 250 Millionen Euro und rund 186 Millionen Euro in Bar. Durch diese Transaktion entsteht ein IT-Dienstleister mit einem Umsatz von rund 8,7 Milliarden Euro und weltweit 78500 Mitarbeitern. Weiterer Bestandteil des Geschäfts ist ein Outsourcing-Vertrag in Höhe von rund 5,5 Milliarden Euro über sieben Jahre. Dafür liefert Atos IT-Dienstleistungen wie Managed-Services und die Systemintegration.

Das Unternehmen wird die größte Plattform für Managed-Services (Outsourcing) in Europa betreiben und kann umfassende Dienstleistungen für Cloud Computing, Systemintegration, IT-Lösungen für intelligente Stromnetze (Smart Grids) und Industrie-Software wie PLM (Product Lifecycle Management) anbieten. In die gemeinsame Entwicklung von IT-Produkten und -Lösungen wollen beide Unternehmen jeweils 50 Millionen Euro investieren. Bereits im Geschäftsjahr 2011 soll eine operative Marge von sechs Prozent erreicht werden. Für 2013 ist ein Umsatz von 9 bis 10 Milliarden Euro geplant, bei einer Ergebnismarge von 7 bis 8 Prozent.

Dazu beitragen soll ein Personalabbau von weltweit etwa 1750 Arbeitsplätzen bei Siemens IT Solutions and Services. In Deutschland sind davon laut Siemens 650 Mitarbeiter in Verwaltungs- und Zentralfunktionen betroffen. Siemens wird für die Integrationskosten und Weiterbildungsmaßnahmen bis zu 250 Millionen Euro zur Verfügung stellen.

Die Transaktion soll bis Anfang Juli 2011 abgeschlossen sein. Voraussetzung dafür sind die Genehmigung durch die Kartellbehörden, die Konsultation der französischen Arbeitnehmervertreter sowie die Zustimmung der Anteilseigner von Atos Origin.

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