Proalpha bei Novoplast

Robert Reitmeier, Team Lead Field Marketing, Proalpha / as,

ERP-System schafft Transparenz in Projekt- und Serienfertigung

Novoplast digitalisiert seine Fertigungs- und Qualitätsprozesse: Mit Proalpha werden von der Zeichnungsverwaltung über Produktionsplanung bis hin zur länderübergreifenden Logistik alle Abläufe effizient vernetzt. Dabei eröffnet die neueste Systemversion zusätzliche Automatisierungspotenziale.

Novoplast aus Wallbach ist seit über 75 Jahren in der Kunststoffverarbeitung tätig. © Novoplast

Novoplast aus Wallbach ist seit über 75 Jahren in der Kunststoffverarbeitung tätig und entwickelt Lösungen für verschiedene Branchen. Dazu gehören kundenspezifische Gehäusekomponenten für die Medizintechnik, bakterienresistente Fittingteile für Trinkwasserleitungen sowie präzise extrudierte Profile für den Storenbau in hohen Stückzahlen. Trotz Marktschwankungen und Preisdruck verfolgt das Unternehmen weiterhin eine auf Innovation, Prozessoptimierung und Digitalisierung ausgerichtete Strategie. Seit 2018 setzt Novoplast am Schweizer Standort das ERP-System Proalpha ein, seit 2020 auch im ungarischen Werk.

Wo kaum ein Projekt dem anderen gleicht, sorgt Proalpha von der Angebotserstellung bis zur Finanzbuchhaltung für den Überblick: Alle zugehörigen Dokumente sind im integrierten Dokumentenmanagement-System (DMS) hinterlegt und lassen sich per Klick mit dem entsprechenden Vorgang verknüpfen, ob Projektkostenvoranschlag, Rahmenvertrag, Forecast-Liste mit Preisvereinbarungen – oder die Teilezeichung, die für die Produktion maßgeblich ist. Ändert sich die Spezifikation eines Artikels, und somit seine technische Zeichnung, wird diese in Proalpha hinterlegt und entsprechend versioniert. Ein Workflow sorgt dafür, dass alle erforderlichen Stellen über diese Änderung informiert werden. „Früher mussten die Zeichnungen ausgedruckt und intern über die Hauspost verteilt werden“, erinnert sich Marcus Hock, als Chief Operations Officer & Chief Quality Officer Teil der Novoplast Geschäftsführung, an diesen umständlichen Prozess. „Dass die Zeichnungen jetzt digital in Proalpha hinterlegt sind, verbessert die Auffindbarkeit und verhindert redundante Daten.“

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Automatisierter Belegfluss über Ländergrenzen

Sobald ein Auftrag erteilt ist, prüft die Disposition über Proalpha den Materialbestand und löst bei Bedarf Bestellungen aus. Wenn die beauftragten Teile in Ungarn produziert werden sollen, geht eine Bestellung dorthin. Der Belegfluss zwischen den beiden Standorten erfolgt dabei voll automatisiert über die Schnittstelle der Proalpha Integration Workbench (INWB). Das Novoplast-Werk in Iharosberény arbeitet als eigener Mandant mit einer Proalpha-Länderversion, die die ungarischen Besonderheiten im Finanzbereich abbildet.

Wenn die Fertigung in der Schweiz erfolgt, legen die Mitarbeiter:innen einen Produktionsauftrag in Proalpha an. Die Produktionsplanung übernimmt dann so weit wie möglich das Proalpha APS (Advanced Planning and Scheduling). Für die Novoplast-Belegschaft war das zunächst ein Kulturwandel, denn sie kam aus einem fast vollständig manuell planenden System: „Anfangs fiel es mitunter schwer, dem ERP die Kontrolle zu überlassen“, berichtet Marcus Hock. „Heute planen wir in einigen Produktionsbereichen komplett mit Proalpha APS, ohne Aufträge zu fixieren.“ Die erforderliche Transparenz, um die vorhandenen Ressourcen optimal zu nutzen, schafft die Multi-Ressourcen-Ansicht, und Gantt-Diagramme erleichtern die Feinplanung. Gleichzeitig profitieren die Mitarbeitenden bereichsübergreifend von der verbesserten Lieferterminkontrolle.

Die Logistik mit der Kommissionierung und dem Konsignations­lagergeschäft, das Novoplast sowohl für Lieferanten als auch Kunden betreibt, erfolgt digital über die Standardfunktionen von Proalpha. Nur für die Zollabwicklung kommt eine separate Applikation zum Einsatz.

Releasewechsel verspricht Automatisierungspotenzial

Das Unternehmen entwickelt kundenspezifische Gehäusekomponenten für die Medizintechnik, bakterienresistente Fittingteile für Trinkwasserleitungen sowie präzise extrudierte Profile für den Storenbau. © Novaplast

Eine derzeit laufende Umstrukturierung soll die Spritzguss- und Extrusionskompetenzen bündeln: „Sobald die Spritzgussfertigung sowie Montage vollständig nach Ungarn verlagert sein werden, ist unser Ziel, die Produktionsplanung unseres Dreischichtbetriebs an beiden Standorten vollständig zu automatisieren und mehr mit temporären Strukturen zu arbeiten“, so Hock. „Die ‚Frozen Zone‘ wurde um den sogenannten ‚stabilen Bereich‘ erweitert. Diese Funktion schützt den kurzfristigen Planungshorizont und verhindert, dass ungewollte temporäre Strukturen oder Produktionsaufträge in diesen Bereich eingeplant werden. Diese Möglichkeit einer kontrollierten Automatisierung eröffnet die neueste Proalpha-Version, auf die wir 2025 wechseln wollen.“

Auch das Thema Betriebsdatenerfassung (BDE) steht im Zusammenhang mit dem Releasewechsel weit oben auf der To-do-Liste des engagierten Novoplast-COOs: „Wir waren einer der ersten Kunden in der Schweiz, die mit Proalpha mobil per Barcode und Handscanner Rückmeldungen über Produktionsaktivitäten, Rüstzeiten, Material- und Warenbewegungen machten, so dass alle Informationen nahtlos ins System fließen. Aber da geht noch viel mehr. In Zukunft stelle ich mir ein System vor, das die Zeiten automatisch rückmeldet, so dass dann auch die letzten manuellen Zeiterfassungen der Vergangenheit angehören.“

Digitale Qualitätsmanagementprozesse

Einen Digitalisierungssprung hat das Unternehmen im Bereich Qualitätsmanagement hinter sich. Neben einem zertifizierten Qualitätsmanagementsystem nach ISO 9001 und Umweltmanagementsystem nach ISO 14001 hält Novoplast ein ISO-13485-Zertifikat für das Design und die Herstellung von Medizinprodukten. Zudem benötigen einige der kundenindividuell gefertigten Produkte eine Trinkwasserzulassung. Für effiziente Qualitätsprozesse und eine erleichterte Prüfplanung nutzt der Mittelständler eine CAQ-Lösung, die über eine Schnittstelle auf die erforderlichen Daten in Proalpha zugreift. Dort werden die Chargen aller Rohmaterialien und Novoplast-Produkte geführt. Im Proalpha DMS sind zudem sämtliche Prüfzeugnisse revisionssicher hinterlegt.

Marcus Hock betont zuletzt den Mehrwert, den Proalpha seinen Kunden bietet, sowohl durch den Austausch in Anwendergruppen als auch durch die Integration eigener und Partnerlösungen. Dies
ermögliche Unternehmen, Wissen aufzubauen, Anforderungen einzubringen und Systeme effizient miteinander zu verknüpfen. „Denn nur Systeme, die miteinander arbeiten, bringen Unternehmen langfristig echten Mehrwert.“ Dabei hat der COO nicht zuletzt die KI-gestützte Nutzung von Unternehmensdaten im Kopf. Die Basis, um die erforderlichen Daten zentral zu erfassen, ist mit Proalpha immerhin bereits gelegt.

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