Start-ups
Drei Gründungstypen, ein Ziel: Die Energiewende gestalten
Ein Forschungsteam der Fraunhofer FFB und der Universität Münster untersuchte, welche Faktoren den Erfolg unternehmerischer Initiativen im Energiesektor bestimmen, auf welche Hürden sie stoßen und wie sich Investitionen gezielt in messbare Klimawirkung übersetzen lassen.
Start-ups im Bereich erneuerbarer Energien gelten als zentraler Motor der Energiewende. Im Jahr 2024 flossen 1,2 Milliarden Euro Risikokapital in deutsche Energie-Start-ups und damit mehr als in jedes andere Technologiefeld.
Innovationen im Energiesektor sind entscheidend für den Übergang zu nachhaltiger, sicherer und erschwinglicher Energie, die für die Bewältigung des Klimawandels unerlässlich ist. Das Forschungsteam der Fraunhofer FFB und der Universität Münster hat in einer Studie unternehmerisches Handeln im Energiesektor genau untersucht. Für die Studie analysierten die Forschenden über 2600 wissenschaftliche Publikationen und verdichteten 142 davon zu einer systematischen Übersicht über unternehmerische Initiativen im Energiesektor.
Drei Gründungstypen im Fokus
Die Studie identifiziert drei wesentliche Formen von Unternehmertum: technologieorientierte, gemeinschaftsbasierte und ländlich geprägte Gründungen. Dabei spielen Technologie-Start-ups eine Schlüsselrolle für die Entwicklung und Umsetzung von innovativen Energielösungen wie Batterierecycling oder KI-gestützter Netzsteuerung. Gemeinschaftsinitiativen wiederum fördern die lokale Energiewende, während ländlich geprägte Start-ups den Zugang zu bezahlbarer Energie insbesondere in strukturschwachen Regionen verbessern.
Dr. Florian Degen, Bereichsleiter für Strategie- und Unternehmensentwicklung an der Fraunhofer FFB, sagt: „Start-ups leisten einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung erneuerbarer Energien und spielen eine Schlüsselrolle auf dem Weg in eine nachhaltigere Energiezukunft.“ Gerade im Umfeld der Energiewende könnten Start-ups wichtige Impulse liefern: durch intelligentere Solarsysteme, neue Batterietechnologien und die Organisation lokaler Energiegenossenschaften. Doch der Marktzugang ist oft durch komplexe Strukturen und hohe Eintrittsbarrieren erschwert.
„Im Vergleich zu anderen Branchen ist die Einführung und Skalierung neuer Technologien im Energiesektor mit erheblichen technischen und betrieblichen Herausforderungen verbunden“, weiß Linda Brüss, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Entrepreneurship der Universität Münster.
Gezielte Förderung für Energie-Start-ups
Ein zentrales Ergebnis der Studie: Start-ups im Bereich der erneuerbaren Energien können entscheidend zur Energiewende beitragen, wenn die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stimmen. Unternehmerische Innovationskraft allein reicht nicht aus: Gefragt sind eine gezielte politische Unterstützung, stabile rechtliche Rahmenbedingungen und der Zugang zu geeigneten Ressourcen.
Um Chancen und Risiken frühzeitig zu erkennen, sollten Start-ups den Autoren der Studie zufolge regulatorische Entwicklungen aktiv verfolgen und sich in politische Prozesse einbringen. Auch strategische Partnerschaften mit etablierten Unternehmen, Forschungseinrichtungen oder anderen Start-ups sowie die Anpassung von Geschäftsmodellen an lokale Gegebenheiten seien wichtige Hebel. „Unsere Analyse zeigt, dass Start-ups nicht nur wirtschaftlich, sondern auch sozial eine transformative Rolle spielen können“, erklärt Degen. „Damit dieses Potenzial realisiert wird, braucht es missionsorientierte Förderprogramme, verlässliche Zukunftssignale und eine Beschleunigung zentraler Entscheidungsprozesse.“
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Über die Studie: Entrepreneurship in the renewable energy sector: A systematic literature review of types, characteristics, and sustainability impacts; Autoren: D. Bendig, L. Brüss, F. Degen; https://bit.ly/4lIcxFZ |











