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Artikel und Hintergründe zum Thema

VDMA zu Maschinenausfuhren

Andrea Gillhuber,

Export sank im Jahr 2020 um 12 %

Im Jahr 2020 gingen die Ausfuhren im Maschinen- und Anlagenbau um 12 % zurück. Auch der Brexit war bereits spürbar.

© Pixabay/CC0

Das vergangene Jahr geht als das Corona-Jahr in die Geschichte ein – mit all seinen Auswirkungen. Auch der Maschinen- und Anlagenbau spürt diese stark. Der VDMA hat nun die Zahlen für die Maschinenausfuhren im letzten Jahr veröffentlicht. Wenig erstaunlich ist der Rückgang von 12 % im letzten Jahr. Insgesamt wurden aus Deutschland Maschinen und Anlagen im Wert von 160 Mrd. Euro exportiert und für 67 Mrd. Euro importiert. Damit lagen die Exporte 12,0 % und die Importe 13,4 % unter dem Wert von 2019, wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Zahlen mitgeteilt hat. »Die Maschinenexporteure aus Deutschland verzeichneten damit die höchsten Rückgänge im Vorjahresvergleich seit der Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahr 2009«, so VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers.

Zweites Quartal besonders schwach

Ein Blick auf die Quartalszahlen für das Jahr 2020 bestätigt das zu erwartende Bild des zeitlichen Ablaufs: Die Maschinenexporte verzeichneten im ersten Quartal noch einen vergleichsweise moderaten Rückgang von 5,1 % im Vorjahresvergleich. Im zweiten Quartal wurden dann 22 % weniger Maschinen- und Anlagen ausgeführt, bevor eine schrittweise Besserung einsetzte. Im dritten und vierten Quartal wurden geringere Rückgänge von 12,4 % beziehungsweise 8,2 % verbucht.

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»Das zweite Quartal 2020 war der Höhepunkt der Corona-Krise für die Maschinen und Anlagenbauer. Viele Unternehmen waren auf der Angebots- und Nachfragseite mit unerwartet heftigen Ausfällen konfrontiert. Die Lieferketten waren zeitweise unterbrochen, und Kunden verschoben oder stornierten gar kurzfristig Aufträge. Doch die Entwicklungen der letzten Monate des vergangenen Jahres machen Mut: Das Exportjahr 2021 wird besser ausfallen und Zuwächse bringen, auch wenn das Vorkrisenniveau noch nicht wieder erreicht wird«, fasst Wiechers zusammen.

USA und China stärkste Absatzmärkte

Zwischen Januar und Dezember sanken die Ausfuhren in die Vereinigten Staaten, der Nummer Eins der Zielländer für Maschinenexporteure aus Deutschland, um 9,3 % auf 18,2 Mrd. Euro. Damit entfällt ein Anteil von 11,4 % an den gesamten Maschinenausfuhren auf die USA. Nach China, dem zweitgrößten Auslandsmarkt mit einem Anteil von 11,3 % gingen im gleichen Zeitraum Maschinen und Anlagen im Wert von 18,1 Mrd. Euro (-3,6 %) aus Deutschland.

Die deutschen Maschinenausfuhren nach Regionen.

© Statistisches Bundesamt, VDMA

»Die wirtschaftliche Erholung in China setzte bereits im zweiten Quartal 2020 ein. Die positive Dynamik machte sich wenig später auch in den Auftragsbüchern der Unternehmen bemerkbar«, so Wiechers. »Maschinenexporte aus Deutschland in die Volksrepublik konnten bereits im vierten Quartal 2020 um 7,2 % zulegen und gehen mit Schwung ins neue Jahr. Die Stärke der chinesischen Wirtschaft macht sich allerdings nicht nur bei den deutschen Exporten in das Land bemerkbar. Laut Zahlen des chinesischen Zolls betrug die Warenausfuhr von Maschinen aus China insgesamt 165 Mrd. Euro. Zwar stehen noch Revisionen aus. Doch die Führung Deutschlands als global größter Exporteur von Maschinen und Anlagen dürfte verloren sein«, fügte der VDMA-Chefsvolkswirt hinzu.

42,5 % der Ausfuhren ging nach Europa – Polen in Top 5

Die Exporte in die EU-Länder lagen im vergangenen Jahr mit 68 Mrd. Euro 15,2 % unter Vorjahresniveau und brachten damit ein schlechteres Resultat als die Gesamtexporte. Die EU-Länder nahmen insgesamt 42,5 % der gesamten Maschinenexporte aus Deutschland auf.

Nach Frankreich, der Nummer 3 im Exportranking, lieferten die Unternehmen Maschinen und Anlagen im Wert von 10,6 Mrd. Euro (-15,2 %). Im Exportgeschäft mit Italien verbuchten die Maschinenbauer ein Minus von 18,1 % auf 6,8 Mrd. Euro. Polen kletterte im Ranking auf Platz 5 und nahm im vergangenem Jahr Maschinen und Anlagen im Wert von 6,8 Mrd. Euro (-9,9 %) aus Deutschland auf und überholte damit sowohl die Niederlande (6,8 Mrd. Euro, -11,2 %) als auch Großbritannien (6,0 Mrd. Euro, -20,5 %). Das Vereinigte Königreich fiel aufgrund des harten Lockdowns, vor allem aber in Folge des Brexits um zwei Plätze auf Rang 8 zurück.

Werkzeugmaschinenhersteller besonders betroffen

Nicht alle Fachzweige waren gleichermaßen von dem zweistelligen Exportrückgang betroffen. Die Werkzeugmaschinenhersteller verbuchten ein kräftiges Minus von 29,4 %. Dagegen konnte die Landtechnik die Exporte in die Welt um 1 % gegenüber 2019 steigern.

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