Raum Frankfurt

Andrea Gillhuber,

Siemens baut Schaltanlagenfertigung aus

Siemens investiert 300 Mio. Euro in den Ausbau seiner Schaltanlagenfertigung in Deutschland. In Frankfurt und Offenbach entstehen zusätzliche Produktionskapazitäten für Energieverteilungssysteme. Bis 2030 sollen 700 neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

Siemens investiert 300 Mio. Euro in das Schaltanlagenwerk in Frankfurt-Fechenheim. © sIEMENS

Der Konzern erweitert seine bestehenden Werke in Frankfurt am Main und errichtet ein neues Zulieferwerk im benachbarten Offenbach. Die Bauarbeiten beginnen im Juli 2026, die Produktion am neuen Standort soll im Frühjahr 2027 anlaufen.

Mit der Investition reagiert Siemens auf die weltweit steigende Nachfrage nach Energieverteilungssystemen für Rechenzentren, Elektromobilität und industrielle Automatisierung. Bis 2030 sollen an den drei Standorten insgesamt 700 neue Arbeitsplätze in Produktion, Logistik und Verwaltung entstehen.

Nachfrage durch KI und Elektrifizierung wächst

Die Erweiterung ist Teil einer globalen Kapazitätsoffensive. Bereits im März 2026 hatte Siemens Investitionen von 165 Mio. US-Dollar in seine Werke in den USA angekündigt. „Mit dieser Investition stärken wir unsere Führungsrolle bei Technologien, die das Rückgrat der Industrien von morgen bilden“, sagte Roland Busch, Vorstandsvorsitzender der Siemens AG. „Ob Rechenzentren, Elektromobilität oder industrielle Automatisierung – die Nachfrage nach intelligenter Elektrifizierung wächst weltweit.“

Nach Unternehmensangaben verzeichnete Siemens Smart Infrastructure im Geschäft mit Rechenzentren im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 einen Rekordauftragseingang von 1,9 Mrd. Euro. Der Umsatz in diesem Bereich stieg im ersten Halbjahr 2026 um mehr als 45 % auf 1,8 Mrd. Euro.

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Mehr Kapazität für Schaltanlagen

Die Vorfertigung des Schaltanlagenwerks verlagert Siemens nach Offenbach. © Siemens

Am neuen Standort in Offenbach soll künftig ein Teil der Vorfertigung übernommen werden, die bislang im Stammwerk in Frankfurt erfolgt. Parallel erweitert Siemens seine beiden Frankfurter Werke um zusätzliche Produktionsflächen. Bis Oktober 2027 soll dort eine weitere Fertigungshalle entstehen.

Das Schaltanlagenwerk in Frankfurt beschäftigt derzeit rund 2800 Mitarbeitende in Produktion, Forschung und Entwicklung sowie Automatisierung. Es gilt als weltweites Kompetenzzentrum für gasisolierte Schaltanlagen und entwickelt zudem SF₆ (Schwefelhexafluorid) -freie Schaltanlagen, die statt des klimaschädlichen Isoliergases ein auf natürlicher Umgebungsluft basierendes „Clean Air“-Gas verwenden.

Nach Angaben des Unternehmens unterstreicht die Investition das Bekenntnis zum Produktionsstandort Deutschland und zur Initiative „Made for Germany“. Deren Mitgliedsunternehmen wollen zwischen 2025 und 2028 gemeinsam mehr als 800 Mrd. 1Euro in Deutschland investieren.

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