Assistenz-Robotik

Davina Spohn,

Mobiler Roboter als Helfer in Notsituationen

Forscher des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) haben jetzt das mobile Notfallassistenzsystem 'MobiNa' vorgestellt. Es koppelt einen selbständig navigierenden interaktiven Serviceroboter mit einem stationären Sensorsystem, um älteren Menschen ein längeres Leben im eigenen Heim zu ermöglichen.

© Fraunhofer IPA

Der mobile Notfallassistenten 'MobiNa' baut auf den bereits vom Fraunhofer IPA entwickelten mobilen Roboterassistenten 'Care-O-bot 3' auf und ist im Vergleich zu diesem kleiner und beweglicher geworden. Das kleinere, robuste Design basiert laut den Forschern auf den Wünschen des Zielpublikums, wie Ralf Simon King, wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Gruppe Haushalts- und Assistenz-Robotik am Fraunhofer IPA und verantwortlicher Produktgestalter von 'MobiNa', erklärt. Durchgeführte Umfragen hätten ergeben, dass ältere Personen einen Roboter in Menschengestalt eher ablehnen. Gerate der Assistent zu groß, werde er in der Wohnung zudem als Fremdkörper wahrgenommen, so King.

Im Vergleich zu einem konventionellen Notrufknopf  birgt 'MobiNa' einige Vorteile, wie King mitteilt: "Den konventionellen Notrufknopf muss der Benutzer ständig mit sich führen".  'MobiNa' dagegen prüft über die separat im Raum aufgestellte Sensorbox selbsttätig, wenn die Lage des hilfebedürftigen Menschen unklar ist, und stellt gegebenenfalls per Videotelefon sofort Kontakt zu einem menschlichen Ansprechpartner in der Notrufzentrale her. Dieser kann die Situation von außen einschätzen. In einem kritischen Fall alarmiert er den Notdienst und kann diesen bereits mit ersten wichtigen Informationen zum Gesundheitszustand des Hilfebedürftigen versorgen. "So werden überflüssige Einsätze und Fehlalarme gleichermaßen wirkungsvoll vermieden", meint King.

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Der "Tablet-Computer auf Rädern" ist mit einer Videotelefonie-Funktion ausgestattet. Durch diese soll 'MobiNa' nicht nur zu einem zuverlässigen Helfer in Notsituationen werden, sondern auch als jederzeit verfügbares mobiles Kommunikationssystem fungieren: So kann der Nutzer über 'MobiNa' etwa auch mit den Enkeln skypen oder sich an die Einnahme von Medikamenten erinnern lassen.

Derzeit suchen die Fraunhofer Forscher nach Kooperationspartnern, um 'MobiNa' serienreif produzieren zu können. Umfangreiche Labortests wurden hierzu bereits durchgeführt. In der nächsten Zeit folgen Testreihen in realistischen Anwendungssituationen, um eine benutzerzentrierte und den Praxisanforderungen entsprechende Produktentwicklung zu gewährleisten. Ab Mai 2013 geht 'MobiNa' auf Reisen: Auf dem Schiff MS Wissenschaft ist es im Rahmen einer Ausstellung über den demographischen Wandel quer durch Deutschland unterwegs.

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