Service-Assistenz

Davina Spohn,

Intelligente Garderobe als Hilfe im Alter

Forscher der Technischen Universität München und Partner haben Ende Februar eine intelligente Garderobe 'Lisa' mit integriertem Tablet-PC der Öffentlichkeit präsentiert. Die Assistenz-Wand soll älteren Menschen ein eigenbestimmtes Leben in der eigenen Wohnung ermöglichen.

© U. Benz / TUM

Den Prototypen 'Lisa' (Living independently in Südtirol / Alto Adige) haben die Forscher zunächst nur für den Flur angedacht. Ganz bewusst ist daher die Ähnlichkeit zu einer Garderobe: Beim Öffnen der Wohnungstür warnt die Wand, wenn der Schlüssel nicht kurz zuvor aus seinem Kasten genommen wurde. Auch andere Dinge, die man oft in den eigenen vier Wänden verlegt, hat die Wand unter Kontrolle. Über ein so genanntes Indoor Positioning System lassen sich zuvor programmierte Gegenstände, wie etwa die Brille, in den eigenen vier Wänden orten.

Über eingebaute Biosensoren sind die Nutzer des Systems in der Lage, die wichtigsten Vitaldaten wie Blutdruck- und -zucker zu messen. Gleich einem Arzt gibt das System Empfehlungen, ob Bewegung gut tun würde oder ein Medikament eingenommen werden müsste. Erkennt die 'intelligente' Garderobe einen kritischen Gesundheitszustand, stellt sie automatisch die Verbindung zu Ärzten oder Pflegediensten her. Auf der anderen Seite könnten die Mediziner und Pflegedienste das Terminal von der Distanz aus nutzen, um die Gesundheitsdaten des Bewohners in regelmäßigen Abständen zu beobachten.

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Langfristig sehen die Forscher solche Wandverkleidungen in allen Wohnbereichen vor. In der Küche etwa könnte die Wand den Herd überwachen oder mit höhenverstellbaren Schränken den Menschen das Kochen erleichtern. Zwischen den Stationen ist ein kleiner zusätzliche Helfer geplant: ein fahrbarer Roboter, auf den man etwa einen Einkaufskorb abstellen kann. Diesen bringt der Roboter dann auf Zuruf an jeden gewünschten Ort in der Wohnung.

Das Projekt 'Lisa' steht unter der Leitung des Human Ambient Technologies Lab. Zu diesem Zusammenschluss verschiedener Forschungseinrichtungen gehören an der TU München der Lehrstuhl für Baurealisierung und Baurobotik, der Lehrstuhl für Philosophie und Wissenschaftstheorie sowie das Munich Center for Technology in Society. Letzteres untersucht die Wechselwirkung von Technik und Gesellschaft. Außerdem sind an dem Projekt die Unternehmen MM Design, Frener & Reifer, Kompetenzzentrum Alpines Bauen, Pfeiffer Architekten, TIS Innovation Park und Barth Innenausbau beteiligt. Die Provinz Bozen Südtirol unterstützt das Projekt.

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