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Artikel und Hintergründe zum Thema

VDMA

Meinrad Happacher,

Volle Auftragsbücher bei Industriearmaturen

Die Nachfrage nach Industriearmaturen "made in Germany" entwickelte sich in der ersten Jahreshälfte 2011 sehr dynamisch. Der massive Umsatzeinbruch während der Finanz- und Wirtschaftskrise ist inzwischen wettgemacht worden, berichtet der VDMA.

© ABB Automation

China, Russland und die USA: Die drei größten Absatzmärkte für Industrieautomation

© VDMA, Statistisches Bundesamt

In der ersten Jahreshälfte 2011 erzielten die deutschen Industriearmaturenhersteller ein nominales Umsatzplus von 12 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Nach einem besonders starken Mai stagnierte im Juni das Umsatzwachstum allerdings. Investitionen, die während der Krise aufgeschoben wurden, seien inzwischen weitgehend getätigt. Der Nachholeffekt scheint deshalb langsam auszulaufen. Die Wirtschaft schaltet einen Gang zurück, so der VDMA.

Angetrieben wurde das Umsatzwachstum nicht nur durch Exporte. Auch das Inlandsgeschäft entwickelte sich sehr positiv. Ein Plus von 12 % im Inland und 13 % im Ausland bescherte den Herstellern im ersten Halbjahr 2011 ein beachtliches Halbjahresergebnis. In den einzelnen Produktgruppen entwickelten sich die Umsätze in den ersten sechs Monaten durchweg positiv: Im Bereich Sicherheits- und Überwachungsarmaturen stiegen sie nominal um 18 %. Die Regelarmaturenhersteller verzeichneten ein Plus von 11 %; die Gruppe der Absperrarmaturen ein Umsatzwachstum von 10 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der traditionell hohe Exportanteil der in Deutschland produzierten Industriearmaturen macht die Hersteller äußerst abhängig von der Entwicklung der Weltwirtschaft. Noch seien die Auftragsbücher allerdings voll. Die Kapazitätsauslastung liegt zurzeit bei 87 %.

Die Industriearmaturenhersteller erzielten im Zeitraum Januar bis Mai 2011 ein durchaus respektables Exportvolumen von 1,2 Mrd. Euro (+12,9 %). Der Gegenwind durch Schuldenkrise und Sparpolitik in vielen Ländern nehme aber rapide zu. Im weiteren Jahresverlauf rechnet der Fachverband mit einem weiteren Umsatzwachstum, das aber an Tempo verlieren und das Jahr mit moderaten Wachstumsraten in allen Produktgruppen beschließen werde. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes behaupten China, Russland und die USA ihre Positionen als Top drei Absatzmärkte für deutsche Industriearmaturen. Das Exportvolumen nach China erhöhte sich von Januar bis Mai um 42 % auf 169 Mio. Euro. Chinas Regierung versucht die überhitze Wirtschaft mit Zinserhöhungen zu bremsen. Das allerdings dürfte den China Boom der deutschen Industriearmaturenexporteure deutlich abschwächen.

Die Exporte in den US-amerikanischen Markt konnten von Januar bis Mai dieses Jahres ebenfalls deutliche Zugewinne erzielen. Insgesamt stiegen die deutschen Ausfuhren in die USA um 26 % auf 92 Mio. Euro an. Die Gefahr einer US-Rezession sei noch nicht gebannt und bedrohe die starke Armaturennachfrage aus den USA. Industriearmaturenexporte nach Russland erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr um 16 Prozent auf 75 Mio. Euro. Die hohen Umweltauflagen bei Industrieprojekten begünstigen den Export von innovativen und ressourcenschonenden Industrieprodukten aus Deutschland. Zudem sorgten die steigenden Exporterlöse für Erdöl, Erdgas und Metalle für einen Exportschub.

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Die Prognose für 2011

Auch wenn sich die Weltwirtschaft im zweiten Quartal etwas abgeschwächt hat, die Auftragsbücher der Industriearmaturenhersteller sind noch gut gefüllt. Allerdings stelle die Dollar- und Eurokrise ein wirtschaftliches Risiko und eine potenzielle Belastung des Geschäftes dar. Es sei damit zu rechnen, dass sich das Umsatzwachstum in der zweiten Jahreshälfte abschwäche. Erste Anzeichen ließen sich in den Junizahlen bereits erkennen. Viel dürfte von den aufstrebenden Märkten wie Brasilien, Russland, Indien und China abhängen. In der Vergangenheit sorgten sie für viel Schwung in der globalen Nachfrage, verloren zuletzt aber auch deutlich an Tempo.

Im Bereich der Zucker- sowie der Papier- und Zellstoffindustrie rechnet die Branche mit Nachfragerückgängen. Impulse kommen demgegenüber insbesondere aus der chemischen Industrie sowie der Eisen- und Stahlindustrie. Außerhalb Deutschlands ist mit einem weiteren Ausbau der Kernenergie und Nukleartechnik zu rechnen. Die global steigende Energienachfrage führt dazu, dass allein in China derzeit 13 Reaktoreinheiten am Netz und 28 weitere im Bau sind.

Der Fachverband Armaturen erwartet für 2011 ein Umsatzwachstum zwischen 6 und 8 %.

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