Siemens 3. Quartal 2012
Umsatz wächst trotz schwierigerem Marktumfeld
Siemens-Vorstandsvorsitzender Peter Löscher hat Ende Juli die Zahlen für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2012 bekanntgegeben: Dank des guten Auftragsbestands und positiver Währungsumrechnungseffekte wuchs der Umsatz in allen Sektoren. Der Auftragseingang hingegen ging deutlich zurück.
„Wir spüren eine zunehmende Investitionszurückhaltung bei unseren Kunden und einen stärkeren konjunkturellen Gegenwind. Angesichts des verschlechterten Umfelds ist es schwieriger geworden, unsere Prognose für das Geschäftsjahr zu erreichen“, sagte Löscher.
Konkret wuchs der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 10 % auf 19,5 Mrd. Euro; der Auftragseingang hingegen sank um 23 % auf 17,8 Mrd. Euro. Dieser Rückgang ergebe sich laut Löscher vor allem durch ein deutlich geringeres Volumen aus Großaufträgen als im Vorjahreszeitraum, in dem Siemens unter anderem mit dem ICx-Auftrag der Deutschen Bahn den größten Auftrag der Unternehmensgeschichte gebucht habe. In den Schwellenländern kletterte der Auftragseingang um 5 % auf 6,7 Mrd. Euro. Das Ergebnis der Sektoren lag mit 1,8 Mrd. Euro deutlich über dem Vorjahreswert von 1,1 Mrd. Euro.
Der Sektor Industry im Detail
Das Marktumfeld für Industry wurde im dritten Quartal schwieriger, insbesondere für die kurzzyklischen Geschäfte des Sektors. Zudem schmälerten anhaltende Herausforderungen im Markt den Beitrag aus den Geschäften des Sektors im Bereich erneuerbare Energien. Letztlich lag das Sektor-Ergebnis im dritten Quartal mit 523 Mio. Euro unter dem Vorjahresergebnis von 708 Mio. Euro (Minus 26 %). Beim Umsatz verzeichnete Industry ein Wachstum von 3 %, der Auftragseingang erreichte mit 5,1 Mrd. Euro nahezu das Vorjahresniveau. Auf vergleichbarer Basis - ohne Währungsumrechnungs- und Portfolioeffekte - fielen der Umsatz im Vorjahresvergleich um 2 % und der Auftragseingang um 4 %.
Auf die Divisionen heruntergebrochen, betrug das Ergebnis von Industry Automation im dritten Quartal 273 Mio. Euro und lag damit unter dem Vorjahreswert (344 Mio. Euro), teilweise aufgrund eines ungünstigeren Geschäfts-Mix sowie beeinflusst durch höhere Funktionskosten als im Vorjahr. Einschließlich begünstigender Währungsumrechnungseffekte stieg der Umsatz um 5 %, während der Auftragseingang um 1 % zurückging. Auf vergleichbarer Basis lag der Umsatz auf dem Niveau des Vorjahresquartals und der Auftragseingang war im Vorjahresvergleich um 5 % rückläufig.
Bei Drive Technologies belief sich das Ergebnis im dritten Quartal auf 210 Mio. Euro und lag damit beträchtlich unter dem Vorjahresniveau (310 Mio. Euro). Gezielte Innovations- und Wachstumsinitiativen führten zu höheren Aufwendungen für Forschung und Entwicklung sowie Marketing und Vertrieb. Darüber hinaus wurde der Beitrag des Geschäfts der Division im Bereich erneuerbare Energien durch anhaltende Herausforderungen des Markts belastet. Einschließlich begünstigender Währungsumrechnungseffekte stieg der Umsatz um 3 % und der Auftragseingang fiel um 7 %. Auf vergleichbarer Basis war der Umsatz um 1 % rückläufig und der Auftragseingang fiel um 11 % im Vergleich zur Vorjahresperiode.
Die Sektoren Energy, Healthcare und Infrastructure & Cities
Der Sektor Energy leistete mit 683 Mio. Euro den größten Ergebnisbeitrag aller Sektoren. Das Ergebnis von Healthcare stieg auf 396 Mio. Euro, Infrastructure & Cities lag mit 215 Mio. Euro leicht über dem Vorjahreswert.
Was den Auftragseingang anbelangt, sank er im Sektor Energy um 28 % auf 5,2 Mrd. Euro, während der Umsatz dank großem Auftragsbestand um 14 % auf 7 Mrd. Euro stieg. Der niedrigere Wert beim Auftragseingang war laut Löscher unter anderem bedingt durch einen Rückgang um 66 % im Geschäft mit Erneuerbaren Energien und eines schwächeren Marktumfeldes im Windgeschäft. Beim Umsatz verzeichnete das Geschäft mit Erneuerbaren Energien mit einem Plus von 48 % hingegen den stärksten Zuwachs.
Der Healthcare-Sektor wies im dritten Quartal zweistellige Zuwächse bei Auftragseingang und Umsatz aus. Hier machten sich unter anderem auch positive Währungsumrechnungseffekte bemerkbar. Während der Auftragseingang um 10 % auf 3,3 Mrd. Euro stieg, erhöhte sich der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 17 % auf 3,3 Mrd. Euro. Im Sektor Infrastructure & Cities stieg der Umsatz um 6 % auf 4,3 Mrd. Euro. Der Auftragseingang lag wegen des genannten ICx-Rekordauftrages im Vorjahr mit 4,2 Mrd. Euro um 45 % unter dem Vorjahreswert.
Die Zukunft von Osram
Angesichts des schwierigeren Kapitalmarktumfeldes soll die geplante Börsennotierung von Osram nun über eine Abspaltung an die Siemens-Aktionäre erfolgen. Siemens strebt weiterhin eine Minderheitsbeteiligung an Osram an und will langfristig Ankeraktionär bleiben. Mit dem Spin-off lasse sich das Ziel der Börsennotierung von Osram unabhängiger vom Kapitalmarktumfeld erreichen. Osram gewinne so die nötige Eigenständigkeit und flexiblere Finanzierungsmöglichkeiten.













