Siemens 3. Quartal 2011
Quartalszahlen: Sektor Industry wächst am stärksten
Nach den heute (28. Juli) von Siemens-Chef Peter Löscher vorgestellten Zahlen wurden Umsatz und Auftragseingang im dritten Quartal des Geschäftsjahrs 2011 von Währungseffekten belastet. Die Divisionen Industry Automation und Drives Technology schnitten bei allen Kennzahlen überdurchschnittlich ab.
Insgesamt hat Siemens im dritten Quartal seines Geschäftsjahrs 2011 (von 10/2010 bis 09/11) einen Umsatz von 17,8 Milliarden Euro erzielt (+2%). Immerhin: Beim Auftragseingang verzeichnete der Konzern ein Wachstum von 20 Prozent. Beide Kennzahlen wurden von negativen Währungseffekten beeinflusst, die sowohl Auftragseingang als auch Umsatz um fünf Prozentpunkte drückten. Ohne Währungsschwankungen wäre das Umsatzwachstum wie in Q2/2011 bei sieben Prozent gelegen. „Wir sind im dritten Quartal weiter gewachsen und auf Kurs, unsere Ziele für das Geschäftsjahr 2011 zu erreichen“, sagte Peter Löscher, Vorstandsvorsitzender von Siemens. Zuletzt hob Siemens Anfang Mai die Gewinnerwartung auf 7,5 Milliarden Euro an.
Konkret kletterte der Auftragseingang auf 22,9 Milliarden Euro. Darin enthalten ist der Auftrag der Deutschen Bahn über die Lieferung von Zügen der neuen ICx-Generation in Höhe von 3,7 Milliarden Euro.
Sektor Industry profitiert vom Bahnauftrag
Bedingt durch diesen Großauftrag war der Sektor Industry der größte Wachstumstreiber mit einem Plus von 54 Prozent. Insgesamt stieg der Umsatz des Sektors um sieben Prozent. Wesentlich stärker entwickelte sich dessen Ergebnis, das im dritten Quartal um 23 Prozent auf 872 Millionen Euro kletterte. Die Treiber waren die Divisionen Industry Automation (+30 % / 347 Millionen Euro) und Drive Technologies (+42% / 292 Millionen Euro), deren Umsätze zweistellig wuchsen. Die Division Building Technologies trug im dritten Quartal mit 74 Millionen Euro zum Sektorergebnis bei und lag damit fünf Millionen Euro unter dem Vorjahreswert - bei 1,8 Milliarden Euro Umsatz (plus fünf Prozent). Der Gewinnrückgang resultierte teilweise aus wachstumsbedingt gestiegenen Marketing- und Vertriebskosten.
Sektor Energy: Ausstieg aus Atomtechnologie drückt aufs Ergebnis
Der Sektor Energy lag beim Auftragseingang auf dem Niveau des Vorjahres (acht Milliarden Euro) und erhöhte den Umsatz um fünf Prozent auf 6,7 Milliarden Euro. Dabei profitierte der Sektor erneut von der Entwicklung der Division Fossil Power Generation. Insgesamt konnten die Divisionen den 682 Millionen Euro teuren Arvea-Vergleich kompensieren. Ein Schiedsgericht hatte im Mai 2011 über die Modalitäten des Ausstiegs von Siemens aus dem Gemeinschaftsunternehmen Areva NP (Atomkraftwerkstechnik)entschieden. Siemens musste 648 Millionen Euro zuzüglich Zinsen an Areva zahlen. Die Folge ist ein Gewinnrückgang von 70 Prozent auf 263 Millionen Euro.
Flaute bei Windkraft und Solarenergie
Die Division Renewable Energy setzte im Windgeschäft ihre Expansion fort, wenn auch bescheiden: Konkret wuchs der Umsatz um zwei Prozent von 953 Millionen Euro auf 975 Millionen Euro. Der Auftragseingang ging allerdings um 32 Prozent von 2,3 Milliarden Euro auf 1,5 Milliarden Euro zurück. Aufgrund höherer Aufwendungen im dritten Quartal - insbesondere für Marketing und Vertrieb - zusammen mit einem gestiegenen Preisdruck im reifenden und wettbewerbsintensiveren Markt für Windkraftprojekte, sank das Ergebnis im dritten Quartal auf 68 Mio. Euro – fast eine Halbierung nach 122 Millionen Euro im Vorjahr. Auch das Geschäftsumfeld für das Solargeschäft bleibt schwierig und weist weiterhin negative Ergebnisse aus.
Alle Sektoren zusammengerechnet lag das Ergebnis im dritten Quartal bei 1,1 Milliarden Euro nach 2,1 Milliarden Euro im Vorjahresquartal. Grund für den Rückgang waren die Kosten für den Ausstieg aus der Atomenergie (Areva-Vergleich) sowie weitere 381 Millionen Euro im Zusammenhang mit der Neubewertung der kommerziellen Nutzung der Partikeltherapie (Sektor Healthcare)
Für das Geschäftsjahr 2011 erwartet Siemens, dass der Auftragseingang gegenüber dem Wert des Geschäftsjahrs 2010 von 74,1 Milliarden Euro organisch stark ansteigen wird. Gestützt von dem bereits hohen Auftragsbestand rechnet Siemens damit, dass das Umsatzwachstum wieder in den mittleren einstelligen Prozentbereich zurückkehren wird. Beim Ergebnis geht Siemens von mindestens 7,5 Milliarden Euro aus, nach 4,3 Milliarden Euro Gewinn im Geschäftsjahr 2010.












