Augmented Reality

Martin Sporn,

Konkurrenz für Googles Datenbrille 'Glass'

Die Cyberbrille 'Meta' schickt sich an, auf dem jungen Markt für Wearable Computing ein Wörtchen mitzureden. Das gleichnamige Startup aus New York will dabei einen Schritt weiter gehen als es der Pionier Google es mit 'Glass' vormacht. So werden Gestensteuerung und 3D-Elemente integriert.

Die beiden Displays in den Brillengläsern der Brille lösen je 960x540 Pixel auf und ergeben überlagert ein Stereo-Bild von hoher Qualität. Der Blickwinkel beträgt bis zu 23 Grad für jedes Auge, ausgehend vom Zentrum des Blickfeldes.

© Meta

Der Hype um tragbare Computer reißt nicht ab. Nachdem Google die ersten Testversionen seiner Datenbrille 'Glass' verschickt hat und auf Kickstarter bereits etliche Smartwatch-Projekte Erfolg hatten, fand auch die Augmented-Reality-Brille 'Meta' online mehr als 400 Unterstützer. Diese förderten das Startup des Studenten Meron Gribetz mit mehr als 160.000 Dollar.

Augmented Reality, die erweiterte Realität, kommt zustande, wenn virtuelle Inhalte mit der realen Umgebung verschmelzen. Diese Symbiose realisiert die Datenbrille 'Meta' über zwei Bildschirme, die sich vor jedem Auge befinden, und einem Kameramodul, das oben auf dem Brillengestell befestigt ist. Zwar sieht das Modell damit aus wie ein früher Vorläufer von Google Glass, doch das Konzept von Meta setzt vor allem auf die softwareseitigen Möglichkeiten. Diese sollen noch weiter reichen als beim Konkurrenten: Über die beiden Displays wird das Umgebungsbild mit virtuellen Inhalten angereichert, die folglich aussehen, als wären sie Teil der Realität. Dahinter stecken Tiefensensoren und Algorithmen zur digitalen Erfassung der Hände des Nutzers. So sollen sich dreidimensionale Objekte erzeugen lassen, die man dann per Gestensteuerung manipulieren kann. Dadurch werden Applikationen denkbar, die sich nicht für Smartphones oder Tablets eignen würden. Eine virtuelle Tastatur auf dem leeren Schreibtisch, 3D-Objekte in der offenen Hand oder E-Mails, die sich als Textkugeln im Zimmer umherschieben lassen – das alles könnte mit passenden Apps umgesetzt werden. Es geht dabei in erster Linie um reale Anwendungsgebiete, wie die präsentierten Ideen demonstrieren: Stadtmodelle für Architekten, platzsparende Officelösungen oder raumfüllende Animationen für 3D-Filme.

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Das 'Meta'-Team proklamiert mit einem Seitenhieb auf Googles Datenbrille, 'Meta' sei "nicht nur ein Popup in der Ecke des Sichtfeldes, das limitierten Zugang zu Computerapplikationen zulässt". Die Entwickler sehen ihre Cyberbrille als eigenständiges Produkt, das vielmehr PC-Ersatz als nur Smartphone-Ergänzung sein soll. Die Optiken für die Augmented-Reality-Brille stammen von dem Projektpartner Epson. "Wir sehen endlose Anwendungen für das Produkt Meta", schwärmt Anna Jen, Director of New Business bei Epson Amerika.

Als Grobziel für eine Markteinführung der Datenbrille gibt Meta 2014 an. Das 'Meta 1 Dev Kit' für Entwickler kann hingegen ab sofort für 750 Dollar (entspricht etwa 565 Euro) vorbestellt werden. Während der Entwicklungsphase kann die Brille allerdings nur "tethered", also in direkter (Kabel-)Verbindung mit einem Computer, genutzt werden. Welche potenziellen Apps für Programmierer in Frage kommen und welche Hardware-Specs mit 'Meta' zur Verfügung stehen, zeigt unsere Bildergalerie.

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