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Artikel und Hintergründe zum Thema

Bedienung per Multitouch

Stefan Kuppinger,

Fahrscheinautomat mit Smartphone-Technik

Es war nur eine Frage der Zeit, bis die Bedien-Philosophie von Smartphone und Tablet-PCs auch im klassischen POS/POI-Umfeld auftaucht. Einen ersten Fahrscheinautomaten mit Multitouch stellen die Firmen Deutsche Mechatronics und Elgeba Gerätebau auf der Hannover Messe vor.

Der Ticketautomat bringt die Bedienphilosophien von Smartphone und Tablet-PCs in eine klassische POS-Anwendung.

© Elgeba

Den Anbietern und Betreibern von Ticketautomaten und anderen POS- und POI-Geräten (Point of Sale/Point of Interest) steht eine Umrüstungswelle ins Haus: Die „Generation Smartphone“ ist ganz andere Bedienoberflächen und Eingabemöglichkeiten gewohnt, als sie die „angestaubten“ Bedienterminals mit ihrer einfachen Touch-Displays bieten. Die Folge: Immer mehr Anwender verirren sich in den Menüstrukturen oder haben Probleme die richtigen „Knöpfe und Schalter“ schnell zu finden. Sie sind von der intuitiven Bedienung ihres Smartphone verwöhnt.

Mit dem auf der Hannover Messe (Halle 4, Stand C 23) vorgestellten Fahrscheinautomat ticomat.9010 und dessen von Smartphone geprägten User-Interface beschreiten die Deutsche Mechatronics und Elgeba Gerätebau neue Wege: Der Automat wird mit Touchscreen- und Wischtechnik bedient. So ist zum einen die Bedienung intuitiv und einfach, zum anderen profitieren die Verkehrsunternehmen von geringen Kosten für die Wartung und die Reparatur von Vandalismusschäden.

Hinter dem Sicherheitsglas geschützt, befindet sich das eigentliche Multitouch-Display, das sich mit verschiedenen Bezahlsystemen kombinieren lässt.

© Elgeba

Der Fahrscheinautomat hat eine durchgehende Glasfront, die nur von Aussparungen für Geldeinwurf, Karten und Ticketausgabe unterbrochen wird. Über die Glasfront des Touchscreens kann der Benutzer Elemente antippen und in andere Bereiche des Bildschirms „ziehen“. Kontextabhängig wechselt der Automat die Bildschirmansichten und Informationen. Sogar Videos spielt das Display an beliebigen Stellen ab.

Die Front-Scheibe besteht aus Sicherheitsglas und widersteht daher selbst heftigen Angriffen. Sie ist leicht zu reinigen und mit einem Graffiti-Schutz beschichtet. Wenn eine Scheibe dennoch beschädigt ist, kann sie schnell durch eigenes Personal des Verkehrsunternehmens ersetzt werden. Da sich die gesamte Touch-Sensorik hinter der Scheibe befindet – ist eine Reparatur auf den mechanischen Austausch der Scheibe reduziert.

Harald F. Wolter, der Geschäftsführer von Elgeba, sieht sein Unternehmen als Trendsetter für eine neue Generation von Fahrscheinautomaten: „Mit dem Bedienkonzept steigern wir die Akzeptanz bei den Kunden, da es der Technik entspricht, die viele bei Smartphone und Tablet-PCs schon jetzt täglich nutzen.“ Die ersten drei Geräte werden wir in Kürze einem Praxistest bei einem Verkehrsunternehmen unterziehen.“

Multitouch wird ebenso einen Wandel bei der Bedienung von Maschinen und Anlagen auslösen. Deutlich zu sehen war das beispielsweise auf der SPS/IPC/Drives 2011: Zahlreiche Automatisierungs- und IPC-Anbieter zeigten dort erstmals Geräte mit Multitouch. Parallel dazu unterstützen einige Anbieter von Visualisierungs-Tools und Scada-Systemen die Bedienung per Smartphone-Gesten. Allerdings sind sich die Experten einig: Eins-zu eins an die Maschine übernehmen lassen sich die Smartphone-Gesten nicht. Es gilt einige Aspekte hinsichtlich einer eindeutigen und sicheren Bedienung zu beachten.

Dem Design moderner Mensch-Maschine-Schnittstellen (HMI) widmet sich das Entwicklerforum „HMI – Komponenten & Lösungen“ unserer Schwesterzeitschrift Desgin&Elektronik am 24. Mai 2012 in München. Nachfolgende Artikelübersicht skizziert den Status von Multitouch in der Industrie.

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