Industrie-PC und Displays
Smartphone-Bedienung im Industrie-Einsatz
Panel-PC mit Smartphone-Features waren ein unübersehbarer Trend auf der SPS/IPC/Drives 2011. Damit stehen die Hersteller jedoch vor dem Dilemma, sich auf Consumer-zentrierte Software einlassen zu müssen. Um trotzdem industrietaugliche Produkte zu liefern, haben sie verschiedene Lösungsansätze.
"Der Urvater aller Industrie-Panels war das eloxierte Armaturenbrett mit eingebauten Tastern und eingravierter Beschriftung," erinnert sich Dr. Carsten Emde von der Genossenschaft OSADL (Open Source Automation Development Lab). "Wenn damals ein runder Taster abgekündigt wurde und durch einen quadratischen ersetzt wurde oder man das Bedienpult in einer anderen Landessprache haben wollte, kam das einer Katastrophe gleich", fährt er fort. Denn die edle Hardware musste dann komplett überarbeitet werden. Deshalb entwickelten sich mit der Verbreitung von Industrie-PCs und Flachbildschirmen immer mehr Bedienschnittstellen mit LC-Panel und "Soft-Keys", die durch wechselnde "Beschriftungen" auf dem Display verschiedene Funktionen in der Menüstruktur annehmen können.
Mit dem Siegeszug der Touch-Panels sind auch diese Soft-Tasten weitgehend verschwunden. Ihre Funktion übernehmen Bildschirm-Eingaben. Doch die Nutzer wollen die Geräte am liebsten wie Smartphones bedienen: Zoomen mit zwei Fingern, Bildinhalte hin- und herschieben, klicken und doppelklicken auf dem Bildschirm. Dr. Emde sieht das kritisch: "Smartphones haben einen sehr kleinen Bildschirm, Industrie-Panels dagegen eine größere Diagonale, auf dem der Bediener möglichst alles auf einen Blick sehen soll." Von daher seien Features wie das Zoomen nicht nötig, ja sogar unsicher, wenn sich der Maschinenführer bei einem Alarm erst hineinzoomen müsse, um zu sehen, was los ist.
Doch die Kunden sind offenbar ganz wild auf die neuen Funktionen – viele Hersteller experimentieren damit. Dabei zeichnen sich verschiedene Strategien ab, wie man consumer-typische Bedienung, industrielle Softwarequalität und langfristige Lieferbarkeit unter einen Hut bekommen kann. Sehen Sie dazu die Beispiele im Video.










