ABB
Auftragseingänge sind rückläufig
Im dritten Quartal 2016 verzeichnet ABB einen Rückgang bei den Auftragseingängen. Auch ABB Deutschland gibt Zahlen bekannt: Unter Vorjahresniveau, aber über Plan – so lautet die Bilanz nach dem ersten Halbjahr.
„Das dritte Quartal war von erheblichen makroökonomischen Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Brexit und den Wahlen in den USA geprägt, was sich im geringeren Auftragsvolumen widerspiegelt", sagte Ulrich Spiesshofer, Vorsitzender der Konzernleitung von ABB.
© ABBBeim Auftragseingang muss ABB deutliche Verluste hinnehmen. Besser sieht es beim Umsatz aus, der auf vergleichbarer Basis konstant geblieben ist.
© ABBDer Auftragseingang bei ABB verringerte sich im dritten Quartal 2016 gegenüber dem Vorjahr um 13 % (14 % in US-Dollar), was dem Unternehmen nach auf zeitliche Effekte bei der Vergabe von Großaufträgen und auf Volumenrückgänge von frühzyklischen Aufträgen zurückzuführen sei. Die Basisaufträge (unter 15 Mio. US-Dollar) gingen laut Unternehmen um 6 % zurück. Die Großaufträge (ab 15 Mio. US-Dollar) gaben in allen Divisionen nach und machten 11 % des gesamten Auftragseingangs aus, verglichen mit 17 % in der Vorjahresperiode. Aufträge für Service und Software sanken um 3 % und trugen 17 % zum gesamten Auftragseingang bei, gegenüber 16 % im Vorjahresquartal.
Der Umsatz bei ABB war im dritten Quartal 2016 bei einem Rückgang um 3 % in US-Dollar verhältnismäßig stabil. Im Service- und Softwaregeschäft stieg der Umsatz um insgesamt 5 % und steuerte so 18 % zum Gesamtumsatz bei, gegenüber 17 % im Vorjahresquartal.
Die einzelnen Divisionen
In der Division Elektrifizierungsprodukte von ABB gab der Auftragseingang im dritten Quartal nach, da die positive Auftragsentwicklung in Europa die Rückgänge auf dem amerikanischen Kontinent und in AMEA nicht kompensieren konnte. Die Märkte in China, Saudi-Arabien, Brasilien und der Türkei zeigten sich besonders herausfordernd, während die Märkte in Italien, der Schweiz und Indien stärker waren. Der Umsatz blieb in diesem Sektor stabil.
In der Division Industrieautomation und Antriebe konnte laut ABB die anhaltend lebhafte Nachfrage in den Bereichen Robotik und Nahrungsmittel und Getränke die geringeren Investitionen in der Prozessindustrie, beispielsweise im Öl- und Gassektor, nicht ausgleichen. Dies wirkte sich negativ auf die Auftragsentwicklung aus. Der Umsatz blieb aufgrund der starken Auftragsabwicklung stabil.
In der Division Prozessautomation sank der Auftragseingang insgesamt um 21 % (22 % in US-Dollar), da rückläufige Investitionen und
verhaltene Ausgaben in der Prozessindustrie die Groß- und Basisaufträge erneut belasteten (Rückgang um jeweils 13 % in US-Dollar und auf vergleichbarer Basis). Der Umsatz verringerte sich um 7 %, weil die konstante Nachfrage nach Spezialschiffen den Rückgang in Segmenten wie der Bergbauindustrie und dem Öl- und Gassektor nicht kompensieren konnte.
Der Gesamtauftragseingang in der Division Stromnetze sank im Vergleich zum Vorjahresquartal hauptsächlich aufgrund zeitlicher Effekte bei der Vergabe von Großaufträgen. Die niedrigeren Basisaufträge spiegeln die Auswirkungen von verhaltenen Märkten wie den USA, Saudi-Arabien und Brasilien wider, während die Marktentwicklung in Europa unterstützend wirkte. Der Umsatz legte dank der soliden Abwicklung des hohen Auftragsbestands leicht zu.
Erstes Halbjahr von ABB Deutschland
Auch ABB Deutschland gab Zahlen bekannt: Im ersten Halbjahr 2016 ging der Auftragseingang leicht auf 1,68 Mrd. Euro zurück (Vorjahr: 1,74 Mrd. Euro). Die Basisaufträge haben sich demgegenüber erhöht. Der Umsatz blieb mit 1,63 Mrd. Euro im Vergleich zum Vorjahr nahezu gleich (1,65 Mrd. Euro). Einer der wesentlichen Aufträge in Höhe von rund 140 Mio. Zum 30. Juni 2016 beschäftigte die deutsche ABB 10.480 Mitarbeiter.
„Dank der konsequenten Umsetzung der Next-Level-Strategie konnten wir auch in einem herausfordernden Umfeld das Vorjahresniveau halten. So haben wir unseren Marktanteil in den Segmenten Maschinenbau und Food & Beverage weiter erhöht “, sagt Hans-Georg Krabbe, Vorstandsvorsitzender der ABB AG.
Die Geschäftsentwicklung in den einzelnen Bereichen verlief unterschiedlich: Die Division Elektrifizierungsprodukte konnte sowohl beim Auftragseingang als auch beim Umsatz ein Plus verzeichnen. Der Auftragseingang stieg von 645 Mio. Euro auf 668 Mio. Euro, der Umsatz von 620 Mio. Euro auf 638 Mio. Euro. Auch die Division Industrieautomation und Antriebe steigerte den Auftragseingang: Er belief sich auf 268 Mio. Euro, das sind 14 Prozent mehr als im Vorjahr (234 Mio. Euro). Der Umsatz blieb mit 231 Mio. Euro auf Vorjahresniveau. Einen Rückgang im Auftragseingang verzeichnete die Division Prozessautomatisierung, dieser lag bei 262 Mio. Euro (2015: 300 Mio. Euro). Grund war vor allem ein Großauftrag, den der Geschäftsbereich Power Generation im Vorjahr gewonnen hatte. Der Umsatz hingegen erhöhte sich von 256 Mio. Euro auf 286 Mio. Euro. Im März dieses Jahres verbuchte die Division Power Grids den Auftrag Kriegers Flak. Demgegenüber standen jedoch im Vorjahr einige Großaufträge wie Nordlink – die längste HGÜ-Verbindung Europas von Deutschland nach Norwegen. In Folge konnte beim Auftragseingang das Niveau von 2015 (559 Mio. Euro) nicht erreicht werden, es betrug 483 Mio. Euro. Niedrigere Umsätze bei den Offshore-Windprojekten führten auch beim Umsatz insgesamt zu einem Rückgang auf 479 Mio. Euro (2015: 551 Mio. Euro).
















