Antriebstechnik

Günter Herkommer,

ABB übernimmt Motorensparte von Alstom

Der schweizerische ABB-Konzern hat den Kauf der Ringmotoren-Sparte von Alstom bekannt gegeben. Mit dieser Transaktion will ABB das Geschäft mit getriebelosen Mühlenantrieben (GMD) ausbauen.

© ABB

Die Ringmotoren-Sparte von Alstom mit Sitz in Bilbao, Spanien, beschäftigt rund 120 Mitarbeiter und wird in die Division Prozessautomation von ABB eingegliedert. "Mit der Übernahme führen wir die Ringmotoren von Alstom mit den elektrotechnischen Produkten von ABB für getriebelose Mühlenantriebe zusammen. Das wird uns in die Lage versetzen, unsere Position als vertikal integrierter Systemanbieter im Bergbau auszubauen", erklärt Veli-Matti Reinikkala, Leiter der Division Prozessautomation von ABB. Zum Einsatz kommen getriebelose Mühlenantriebe in der Bergbauindustrie bei der Aufbereitung großer Erzmengen zur Gewinnung von Metallen wie Kupfer, Gold, Platin, Eisenerz und Molybdän zum Einsatz.

Getriebelose Mühlenantriebe kommen ohne die mechanischen Komponenten eines herkömmlichen Mühlenantriebs aus. Die Rotorpole werden direkt auf die Mühle montiert, so dass die Mühle selbst als Rotor des getriebelosen Motors fungiert. Bei diesem Motor, auch Ringmotor oder 'Wrap-around-Motor' genannt, handelt es sich um einen sehr großen Synchronmotor, der die Rotationsgeschwindigkeit mit Hilfe von Leistungselektronik und einem magnetischen Feld steuert. Somit bleibt die mechanische Wechselwirkung zwischen stehenden und rotierenden Teilen aus, was den Energieverbrauch erheblich senkt, die Zahl der benötigten Teile reduziert und die Zuverlässigkeit erhöht. Die Motorleistung kann sich bei einer solchen Anwendung auf 28 Megawatt belaufen.

ABB erwartet für den Markt für getriebelose Mühlenantriebe Zuwächse, da die Nachfrage nach Mineralien im Zuge der Industrialisierung der Schwellenländer zunehme. Gleichzeitig weisen Minen heute oft tiefere Förderschächte und komplexere Lagerstätten mit geringerhaltigen Erzen auf. Daher müssten größere Materialmengen gemahlen werden, um die gleiche Metallausbeute zu erhalten.

Über die finanziellen Details der Übernahme haben beide Unternehmen Stillschweigen vereinbart.

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