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Artikel und Hintergründe zum Thema

Nachgehakt bei Heiko Burdack

Lukas Dehling,

Neue IoT-Plattformen andocken

Unterschiedliche Standards und Plattformen: Dies hemmt die erwartete Marktentwicklung im IoT. Wie die Telekom diesem Problem entgegnet, erläutert Heiko Burdack, in der Digital Division von T-Systems zuständig für den Bereich Digital Design und Development.

"Es braucht einheitliche Standards und offene Plattformen.", so Heiko Burdack, Senior Vice President Digital Design & Development bei T-Systems.

© T-Systems

Herr Burdack, was hat es mit der Multi-IoT-Plattform auf sich?
Burdack:
Unsere Architekten und IoT-Spezialisten haben etwas geschaffen, was es so noch nicht gab, denn das Zusammen­schalten von verschiedenen Plattformen ist echte Pionierarbeit. Ich sehe derzeit am Markt niemanden, der etwas Ähnliches geschaffen hat. Unsere Multi-IoT-Plattform ist nicht einfach eine weitere ­Plattform auf dem Markt. Denn Multi bedeutet, dass wir mehrere Techno­logien zu einer Plattform vereinen, um horizontale Services und vertikale Lösungen zu entwickeln. Zudem stellen wir eine ­Inte­gration zwischen Plattform und SIM-Management sicher. Plattform für IoT-Service heißt, dass wir damit unseren Kunden die ­unterschiedlichsten Services für das Internet der Dinge bereitstellen. Dafür arbeiten wir eng mit führenden IoT-Herstellern wie Microsoft, Cisco und Huawei zusammen. Beispielsweise werden Devices/Sensoren von Cisco im Edge-Bereich verwendet, die über das Cisco-Device-Management verwaltet ­werden. ­Anschließend erfolgt die Datenspeicherung in einer ­Microsoft-Umgebung und die Datenanalyse mit den Microsoft Analyse-Tools.

Aus welcher Motivation heraus ist die Multi-IoT-Plattform ­entstanden?
Burdack:
Industrieunternehmen spüren immer deutlicher, dass an der Digitalisierung kein Weg vorbei führt. Letztendlich geht es um die intelligente Vernetzung von Mensch, Maschine und Produkt entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Dazu braucht es einheitliche Standards und offene Plattformen. Mit unserem Ansatz der branchenübergreifenden Multi-IoT-Plattform erhalten Anwender genau die Lösung, die ihre Bedürfnisse erfüllt: Sie können Daten mit Endgeräten beliebiger Hersteller erfassen und über ein Gateway auf eine Plattform ihrer Wahl verarbeiten. Wir haben die Multi-IoT-Plattform modular gebaut und können schnell neue Plattformen andocken. Kunden und Analysten wie Machina Research bewerten unser Konzept positiv, denn unser IoT-Servicepaket aus Konnektivität, Cloud, Sicherheit und Datenanalyse macht uns einzigartig.

Worin unterscheiden sich die einzelnen ­IoT-Plattformen?
Burdack:
Mit der Multi-IoT-Service-Plattform verfolgen wir den ‚Best-of-Breed‘ Ansatz – also für jeden Anwendungsbereich die bestmögliche Lösung zu finden. Bei unseren Analysen der verschiedenen Plattformen hat sich gezeigt, dass etwa Microsoft stark bei IoT-Services sowie Data Analytics ist und Cisco führend im Bereich Gateway/Sensoren. Bei einer Kombination hat man die Stärken von beiden Plattformen. Kunden haben auch oft die Sorge des Vendor Logins, was heißt, dass sich Produkt- oder Service­komponenten nur von einem Hersteller beziehen lassen. Mit dem Multi-IoT-Plattform-Gedanken nehmen wir Anwendern die Sorge, denn wir kombinieren die verschiedenen IoT-Plattformen ent­sprechend der Bedürfnisse. Zudem bekommt er alles aus einer Hand – von der Konnektivität bis zur Lösung. Als Digitaler Inte­grator sind wir auch in der Lage, spezifische Kundenanforderungen umzusetzen.

Was hat das für Auswirkungen für Anwender in Bereich der ­Fertigung?
Burdack:
T-Systems bietet beispielsweise mit Predictive Maintenance eine Lösung zur vorausschauenden Wartung. Der Kunde kauft ein Standardprodukt inklusive Sensoren, Anbindung an die Cloud-Plattform, Intelligenz beziehungsweise die Dashboards, um seine vernetzten Anlagen, Maschinen oder Geräte zu überwachen. Eine Big-Data-Lösung in der Telekom-Cloud wertet die Daten aus und registriert Unregelmäßigkeiten und Störungen.

Für welche Cloud-Modelle entscheiden sich die Anwender häufig?
Burdack:
Hier kommt es weniger auf die IoT-Plattform an, sondern auf die Architektur und die Fragen, wo am Ende des Tages die Daten liegen sollen – in der Private Cloud beziehungsweise Public Cloud? Die meisten Firmen verfolgen einen Hybrid-Ansatz. Das bedeutet beispielsweise, die unstrukturierten Daten können in der Public Cloud liegen und die Ergebnisse nach der Data Analytics liegen dann in der Private Cloud.

Welche weiteren Plattformen sollen in Zukunft integriert ­werden?
Burdack:
Wir befinden uns derzeit in der Evaluierungsphase, mit welchen weiteren Anbietern die Multi-IoT-Plattform erweitert werden kann. Einer dieser Anbieter ist beispielsweise SAP.

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