Allianz von Maschinenbau & IT

Lukas Dehling,

Joint Venture 'Adamos' geht an den Start

Die Unternehmen DMG Mori, Dürr, Software AG, Zeiss und ASM PT haben das Joint Venture 'Adamos' ins Leben gerufen. Aus der Allianz entspringt eine IIoT-Plattform, die Unternehmen mit einer attraktiven Preisgestaltung locken soll.

Vertreter der Unternehmen DMG MORI, Dürr, Software AG und Zeiss verkünden am 05. September den Start des Joint Venture.

© Software AG

Der Maschinenbau muss den digitalen Wandel selbst gestalten: Das waren die Beweggründe, warum sich die Unternehmen DMG Mori, Dürr, Zeiss und ASM PT die IoT- und Software-Kompetenz der Software AG ins Boot geholt und gemeinsam das Joint Venture Adamos (ADAptive Manufacturing Open Solutions) ins Leben gerufen haben – oder anders: „Wir wollen unsere Digitalkompetenz mit der Domain-Kompetenz des Maschinenbaus bündeln“, wie Karl-Heinz Streibich, Vorstandsvorsitzender der Software AG bei der Plattform-Präsentation am 05. September betont.
Die Partner sehen sich als eine strategische Allianz für die Zukunfts­themen Industrie 4.0 und Industrial Internet of Things (IIoT) im Maschinen- und Anlagenbau. Sie wollen mit diesem Schritt „selbst aktiv werden, selbst Standards setzen und die Entwicklung aktiv voran- treiben.“ Das Ziel: Die Plattform als globalen Branchenstandard etablieren und zusätzlich weitere Maschinenbauer als Partner gewinnen.

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Die Adamos-Struktur: Über digitale Marktplätze können Maschinenbauer ihren Kunden Apps anbieten. Zudem soll die Plattform stetig mit neuen Partnern wachsen.

© Adamos

Die Adamos-Plattform

Die in der Joint Venture entwickelte IIoT-Plattform Adamos ist herstellerneutral und soll Kunden von Maschinenbau-Unternehmen Zugang zu Softwarelösungen bieten – bei voller Datenautonomie.

Besonders wichtig ist den Unternehmen, dass der sogenannte Vendor-Lock-in-Effekt vermieden wird – also die Abhängigkeit von einem Hersteller – und die Partner die Datenhoheit bewahren. Mit diesen Eigenschaften soll sich Adamos auch von bereits existierenden Plattformen wie Mindsphere von Siemens oder Predix von GE abheben.

Technologisch basiert Adamos auf der ‚Cumulocity-IoT‘-Plattform, die eine Reihe vorkonfigurierter Lösungen beinhaltet, wie etwa Condition Monitoring, Predictive Maintenance und Track & Trace sowie Funktionen für das unkomplizierte Management von Geräten und Sensoren. Dazu der Managing Director von Adamos, Dr. Marco Link: „Die Unabhängigkeit und Offenheit von Cumulocity IoT verschafft uns einen großen Wettbewerbsvorteil. Die Vielfalt an Geräten und Sensoren, die wir managen können, die Tiefe und Breite der Anwendungen, die unsere Kunden entwickeln können und der Kostenvorteil, den die Erstellung eigener IoT-Ökosysteme bietet, sind überzeugend.“

Apps und Marktplätze

Auf der Plattform setzt die ‚Adamos App Factory‘ auf. Hier soll Branchenwissen für intuitiv bedienbare Applikationen und die Gestaltung von digitalen Marktplätzen gebündelt werden. Das digitale Angebot eines jeden Partners lässt sich über die eigenen digitalen Markplätze organisieren. Dabei kann jeder Partner seinen Kunden eigene Produkte anbieten. Als ‚White-Label‘-Lösung ermöglicht Adamos den Maschinenbauern einen individuellen IIoT-Auftritt. Das bedeutet: Partner
nutzen die zentrale Plattform, das Front-end zum Kunden können sie spezifisch in eigenem ‚Look & Feel‘ gestalten.
Des Weiteren konzentriert sich eine ‚AdamosApp Factory‘ innerhalb der Joint Venture auf die Entwicklung von Apps. Die Themengebiete bei den Apps können in drei Bereiche aufgeteilt werden. Performance-Management (etwa Dashboarding), Manufacturing Operating Management (etwa MES) und Service Management (etwa Prediktive Maintenance).
Der Clou laut Streibich: „Die digitale Plattform hat 80 % der Funktionen, die jede App braucht – beispielsweise die Integration des Prozessmanagements oder Echtzeit-Analysen.“ Der Rest, etwa die individuelle Benutzerschnittstelle, die Logik oder die Bestandteile, die man für eine spezielle Analytic-Anwendung braucht, wird bei der App-Entwicklung realisiert. „Das macht die Apps so  schnell und agil, dass man sie innerhalb von Tagen beziehungsweise wenigen Wochen produzieren kann“, so Streibich.

Attraktive Preisgestaltung
Zudem sei es wichtig, auch kleinen und mittleren Unternehmen den Zugang zur Digitalisierung zu ermöglichen, was mit einer attraktiven Preisgestaltung realisiert werden soll: Der Zugang kostet eine Grundgebühr von 300.000 Euro und anschließend eine monatliche Nutzungsgebühr zwischen 10 und 100 Euro pro angeschlossener Maschine, je nach Datenmenge. Die Plattform steht als Edge-, Cloud- oder On-Premise-Implementierung zur Verfügung und geht weltweit ab dem 1. Oktober 2017 an den Start.

Das Joint Venture firmiert unter dem Namen Adamos GmbH, ­startet zum 1. Oktober 2017 mit rund 200 Mitar-beitern und bietet dann bereits fünf Marktplätze der bisherigen Partner mit 30 Apps. Die Unternehmen DMG Mori, Dürr, Software AG und Zeiss sowie ASM PT sind zu gleichen Teilen von jeweils 20 % an der GmbH mit Sitz in Darmstadt beteiligt.
Neben der IIoT-Plattform wollen die Akteure auch Beratung für Industrie 4.0 bieten. Eine Gruppe, die mit der Betreuung der Partner beauftragt ist, soll es den Unternehmen so einfach wie möglich machen, an Adamos und der Digitalisierung zu partizipieren.

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