Diagnose per Web

Stefan Kuppinger,

Langzeit-EKG für Profibus

Mit der Kontrolle von Feldbus-Installationen verhält es sich wie mit regelmäßigen Gesundsheits-Checks. Die Diagnose beginnt meist erst nach einem Infarkt. Das Problem geht die Firma Trebing & Himstedt mit einer Diagnose-Unit für Profibus an. Über das Web-basierte Konzept sprach die Computer&AUTOMATION mit Geschäftsführer Steffen Himstedt.

Die Ergebnisse der Anwenderumfrage während mehrerer Roadshows waren für die Kommunikations-Experten von Trebing & Himstedt eindeutig und ernüchternd: Knapp 400 Teilnehmer bestätigten, dass sie die Profibus-Diagnoseinformationen im laufenden Betrieb meistens nicht systematisch auswerten. Als Hauptgrund wurden die speziellen und komplexen Diagnose-Werkzeuge genannt, die nur von Experten effektiv zu bedienen sind. „Deshalb haben wir eine Lösung entwickelt, die eine permanente Überwachung erlaubt, extrem einfach über Web-Browser zu bedienen ist und ohne zusätzliche Software auskommt“, so der Geschäftsführer Steffen Himstedt.

Im Gegensatz zu den punktuellen und reaktiven Einsätzen spezieller Diagnosetools, kann die xEPI-2-genannte Lösung erstmals gesamte Anlagen permanent überwachen und aktiv über Alarmierungsfunktionen Anlagenstillstände verhindern. Die Diagnose-Unit für Profibus-Stränge überwacht dazu als stiller Mithörer den Datenstrom, filtert die relevanten Diagnose-Informationen heraus und bereitet sie zu verständlichen Informationen auf.

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Problemvisualisierung und E-Mail-Benachrichtigung

 

„Über beliebige Web-Browser können Instandhalter auf alle angeschlossenen Diagnose-Geräte eines Netzwerks zugreifen und den aktuellen Zustand der Profibus-Stränge prüfen“, so Himstedt. Dabei werden neben Netzwerk- oder Geräteausfällen und Diagnosemeldungen auch alle wesentlichen Qualitätsparameter erfasst und ausgewertet. In einer grafischen Bus- und Fehlerstatistik lassen sich beispielsweise kritische Netzteilnehmer identifizieren. Darüber hinaus werden aktive Infrastrukturkomponenten wie Diagnose-Repeater oder DP/PA-Links unterstützt und auf diese Weise auch die physikalischen Parameter des Netzes gezielt ausgewertet. Eine automatische E-Mail-Alarmierung benachrichtigt Anwender im Fehlerfall und verlinkt direkt auf die Detailinformationen und konkrete Handlungsempfehlungen.

 

T+H-Geschäftsführer Steffen Himstedt: „Kein Anbieter war bisher so clever, die permanente Profibus-Diagnose so zu strukturieren, dass sie ohne Spezialwissen über Web-Browser auszuwerten ist.“

 

Als das wirklich innovative bezeichnet der bei dem Schweriner Unternehmen für Marketing und Vertrieb zuständige Himstedt die Web-Fähigkeit: „Unsere Diagnose-Lösung ermöglicht jederzeit und über jeden beliebigen Webbrowser einen Überblick über alle angeschlossenen Profibus-Stränge.“ Erstmals können die Informationen auch über Mobiltelefone abgerufen werden. „Kein anderer Hersteller war bisher so clever, den Zugang zu umfangreichen Diagnoseinformationen so zu vereinfachen“, betont Himstedt.

 

Die web-basierte Lösung unterstützt zudem die Zusammenarbeit von Instandhaltern und Experten: Bei Bedarf lassen sich über Ferndiagnose Systemintegratoren oder andere Profibus-Experten für ein Trouble-Shooting hinzuziehen. Damit können Fernwartungsszenarien, wie sie für SPS üblich sind, auch auf das Feldbusmanagement ausgedehnt werden. Die von Instandhaltern gefürchteten Alarm-Schauer bei einer Störung vermeiden die T+H-Entwickler durch das hierarchisch gegliederte Diagnosekonzept: Bei einem Netzausfall sendet die Überwachungseinheit nur den Alarm der höchsten Ebene. Ebenso meldet die Überwachungseinheit bei einem Wackelkontakt nicht jede Unterbrechung, sondern erst wieder nach einem bestimmten Zeitintervall.

 

Selbstüberwachende Netzwerke `ersetzen´ Experten

Die Stichworte Fernwartung und Ethernet lässt bei vielen Automatisierern und den IT-Verantwortlichen die Security-Nackenhaare sträuben. „Als passiver Teilnehmer kann das xEPI-2 nur mithören und nicht aktiv in das Busgeschehen eingreifen“, beruhigt Himstedt. Zudem erfasst das Gerät nur Diagnoseinformationen und keine anlagenspezifischen Details wie Produktions-Parameter oder Messwerte. „Wie jede andere Ethernet-fähige Komponente muss das Gerät natürlich in das Security-Konzept der Unternehmens-IT integriert werden“, betont Himstedt.

 

Unstrittig ist der Nutzen der Feldbusdiagnose. Aber was sollen kleinere Unternehmen machen, die keine eigene Feldbus-Abteilung mit Spezialisten im Dauereinsatz haben, um Alarme bearbeiten zu können? Genau für solche Unternehmen ist laut Himstedt das Diagnosekonzept mit seinem einfachen Zugang zu den Informationen ideal: „Durch die schnelle Installation, die intuitive Bedienung über den Web-Browser und die anschauliche Darstellung braucht es kein Expertenwissen.“ Da sich die Netzwerke praktisch von allein überwachen, ist ein Eingreifen erst bei einer Alarmierung nötig.

 

Die Umfrageergebnisse zusammengefasst

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