Feldgeräte-Anbindung
HMS startet Sercos-III-Aktivitäten
Mit der Vorstellung eines einbaufertigen Kommunikationsmodul für Sercos III baut die schwedische Firma HMS Industrial Networks ihr Engagement im Bereich Industrial Ethernet weiter aus. Deutschland-Geschäftsführer Michael Volz äußert sich zu den Beweggründen hierfür.
HMS-Geschäftsführer Michael Volz: „Der Wettstreit um die beste Industrial-Ethernet-Lösung ist in vollem Gange.“
„Sercos III hat sich in jüngster Zeit vom reinen Motion-Control-Netzwerk zu einem universellen Kommunikationsstandard entwickelt. Mit der größeren Anwendungsbreite und der steigenden Akzeptanz am Markt hat dieser nun die ‚kritische Masse' erreicht, die wir benötigen, um die hohen Entwicklungsaufwendungen für ein Kommunikationsmodul rechtfertigen zu können" -- so HMS-Geschäftsführer Michael Volz. Das in Nürnberg erstmals vorgestellte Einbau-Modul verhält sich als Slave im Sercos-Netzwerk. Über die Sercos-III-Echtzeit-Kommunikation hinaus, bietet das Modul IT-Funktionen wie integrierter Web- und FTP-Server, E-Mail und ein vollständiges TCP/IP-Socket-Interface. Echtzeit- und IT-Kommunikation werden simultan über denselben Ethernet-Anschluss abgewickelt.
Während taktsynchrone Motion-Control-Anwendungen eine sehr tiefe Integration der Kommunikationsschnittstelle in die Gerätehardware erfordern, und diese damit meist in Eigenregie durch den Gerätehersteller realisiert wird, biete sich das modulare Anybus-CC-Konzept laut Volz eher für Standard-Anwendungen an. Erste Anwendungen für das neue Sercos-III-Modul finden sich daher unter anderem in Applikationen wie Schweiß- und Schraubersteuerungen, die aus Sicht des Sercos-Netzwerks wie ein IO-Gerät funktionieren.
Marktanteile der industriellen Netzwerke nach einer Untersuchung von IMS Research aus dem Jahr 2008.
Was die Verbreitung von Industrial-Ethernet insgesamt betrifft, so habe das Thema in letzter Zeit stark an Dynamik gewonnen -- mit Deutschland in der Rolle des Technologieführers. Volz hierzu: „Zwar verzeichnen wir bei Industrial Ethernet die höchsten Stückzahlen aktuell immer noch beim klassischen Ethernet-TCP/IP mit firmenspezifischen Protokollen on top. Der Trendwechsel hin zu genormten Echtzeit-Protokollen wie Profinet und Ethernet/IP ist jedoch unverkennbar."
Insbesondere Profinet werde durch die in der AIDA-Firmengruppe zusammengeschlossenen Automobilhersteller stark gepusht, während Volz im Umfeld des Maschinenbaus Lösungen wie Ethercat und Sercos eine größere Bedeutung beimisst. Während also in Europa Profinet dominiert und in den USA Etheret/IP die klare Marktführerschaft für sich beansprucht, werden in Japan nach Einschätzung des HMS-Geschäftsführers „die Karten in Zukunft wohl neu gemischt". Grund hierfür sei die gerade erfolgte Ankündigung der neuen ‚CC-Link-IE-Field'-Technologie.
Als weitere Neuheit stellt HMS ein integriertes CANopen-Master/Slave-Modul vor, welches die Anbindung von CANopen-Netzwerken an dezentrale Peripheriesysteme der Simatic-ET200S-Familie von Siemens ermöglicht. CANopen-Netzwerke lassen sich somit nahtlos via Profibus oder Profinet steuern. Das Modul ist in Step 7 integriert, was den Engineering-Aufwand auf ein Minimum reduziert. Die Konfiguration des CANopen-Masters erfolgt über ein separates CANopen-Konfigurationstool. Verfügbar ist das so genannte "1 SI CANopen-Modul" ab Dezember 2009.












