Sercos International

Thomas Günnel,

Energie sparen mit Sercos Energy

Die Nutzerorganisation Sercos International hat am 19. November die Spezifikation des Energiespar-Profils „Sercos Energy“ für Sercos III verabschiedet und dies im Rahmen einer Pressekonferenz am späten Nachmittag bekannt gegeben. Peter Lutz, Geschäftsführer von Sercos International, erläuterte der Redaktion die Hintergründe.

Welche Aufgaben und Funktionen erfüllt das Sercos-Energy-Profil? Für welche Anwendungsfälle ist es definiert?

Lutz: Das Sercos-Energy-Profil dient dazu, Maschinen und Anlagen, die Sercos III nutzen, energiesparend zu betreiben. Hierzu definiert das Profil Daten und Kommandos, die zwischen Steuerungen und den angeschlossenen Peripheriegeräten herstellerübergreifend, das heißt einheitlich, ausgetauscht werden können. Dies versetzt die Steuerung in die Lage, einen energiesparenden Betrieb der Maschine beziehungsweise Anlage sicherzustellen. Als Anwendungsfälle berücksichtigt sind erstens geplante und ungeplante Pausen – kurz oder lang –, zweitens der Teilmaschinenbetrieb – einzelne Komponenten werden abgeschaltet, weil aktuell nicht benötigt –, und drittens der Teillastbetrieb –Komponenten können mit geringerer Energie versorgt werden.

Auf welche Branchen zielt das Sercos-Energy-Profil ab?

Lutz: Das Sercos-Energy-Profil ist nicht branchenspezifisch, das heißt, es lässt sich in allen Sercos-III-Anwendungen nutzbringend einsetzen. Natürlich ist der Nutzeneffekt, also das Einsparpotenzial, umso größer, je länger die Stillstandzeit zwischen den einzelnen Bearbeitungen ist und je weniger perfekt die Maschine auf den Bearbeitungsprozess zugeschnitten ist.

Erfordert die Anwendung des Sercos-Energy-Profils in einem bestehenden Sercos-III-Netz Modifikationen an dem Netz und seinen Komponenten?

Lutz: Um Sercos Energy einsetzen zu können, sind keinerlei Änderungen am Netzwerk notwendig. In den meisten Fällen genügt ein Firmware-Update. Selbstverständlich müssen die Steuerung und die angeschlossenen Peripheriegeräte das Profil unterstützen. Bei Nachrüstungen ist somit ein Software- beziehungsweise Firmware-Update notwendig.

Wie schnell wird das Sercos-Energy-Profil Ihres Erachtens in die Fertigungsindustrie vordringen? Sind bereits Sercos-Energy-Produkte angekündigt?

Lutz: Mitgliedsfirmen haben bereits parallel zur Spezifikationsarbeit mit der produktbezogenen Validierung und Implementierung begonnen, so dass zeitnah mit Produkten gerechnet werden kann. Konkrete Zeitpläne der Hersteller liegen mir nicht vor. Ich gehe jedoch davon aus, dass die ersten Sercos-Energy-Produkte noch im 1. Halbjahr 2011 verfügbar sein werden.

Inwieweit lehnt sich das Sercos-Energy-Profil an das bereits zur Hannover Messe 2010 verabschiedete Profienergy-Profil an?

Lutz: Eine Anlehnung an das Profienergy-Profil ist gegeben, um für den Endkunden eine durchgängige Kommunikation von der Leitebene bis zum einzelnen Aktor zu ermöglichen. Allerdings geht der Funktionsumfang des Sercos-Energy-Profils über den von Profienergy hinaus, indem es einerseits eine schlanke Implementierung in einfache Geräte ermöglicht, andererseits aber zusätzliche Use-Cases bedienen kann, etwa Teilmaschinenbetrieb und Teillastbetrieb.

Andreas Knoll, Markt&Technik

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