30 Jahre Delta Logic
»Das Beste aus unterschiedlichen Welten vereinen«
Kommunikation und Software sind Kernkompetenzen von Delta Logic. Warum schnelles Handeln und Kooperationspartner unerlässlich für den Erfolg eines Unternehmens sind, erläutern die Geschäftsführer Petra und Rainer Hönle.
Herzlichen Glückwunsch zu 30 Jahren Delta Logic! Im Rückblick: Was war die bedeutendste technologische Entwicklung Ihres Unternehmens?
Danke für die Glückwünsche! Seit Beginn der Unternehmensgründung vor 30 Jahren, haben wir eine Konstante bei den Produkten, unsere Kommunikationsbibliothek ACCON-AGLink. Sie bildet die Grundlage beziehungsweise den Kern sehr vieler anderer Produkte, die wir entwickelt haben und entwickeln. ACCON-AGLink ermöglicht den Zugriff auf eine Siemens-Steuerung vom PC aus. Damit können Daten gelesen und geschrieben werden, ohne etwas am SPS-Programm oder an anderer Stelle verändern zu müssen. Der Funktionsumfang, sowie die unterstützten Betriebssysteme, Programmiersprachen und Kommunikationswege, sind einmalig auf dem Markt. Ein wichtiger Bestandteil ist dabei auch die Unterstützung neuester Hard- und Software-Versionen, wie zum Beispiel SPS-Firmware-, Kommunikationsprotokoll- oder TIA Portal-Versionen. Gerade die Unterstützung des TIA Portal war hierbei vermutlich eine der größten Entwicklungen in der Unternehmensgeschichte. Im Jahr 2014 waren wir die ersten außerhalb der Siemens-Produktwelt, die das neue Dateiformat des TIA Portal, das neue Kommunikationsprotokoll mit Zugriff auf die optimierten Datenbausteine und die damit einhergehende Ausnutzung der Performance mit unserem ACCON-AGLink unterstützten.
Gibt es einen absoluten ‚Bestseller‘ und was macht ihn aus?
Das absolute Lieblingsprodukt unserer Kunden ist der S7-Kommunikationsadapter ACCON-NetLink-PRO compact. Er ermöglicht den Zugriff auf ältere Steuerungsmodelle, die keinen Ethernet-Anschluss haben. Dies gilt vor allem für die älteren S7-200, S7-300 und S7-400- sowie die Sinumerik 840D pl-Steuerungen. Der Adapter ist klein, handlich, günstig, schnell einsatzbereit und zuverlässig. Entstanden ist dieser aus einem Kooperationsprojekt heraus, wobei Delta Logic den softwareseitigen Part beigesteuert hat und unter anderem für die optimale Integration in die Welt der Siemens Engineering Tools verantwortlich ist.
In 30 Jahren geht es nicht nur rosig zu – was war aus Ihrer Sicht die schwierigste Zeit für das Unternehmen?
Da haben Sie recht. Die schwierigsten Zeiten bisher waren einerseits die Corona-Pandemie und andererseits die Wirtschaftskrise 2008. Beide Situationen haben einige Herausforderungen an das Unternehmen und das gesamte Team gestellt. Durch den relativ schnellen und drastischen Effekt auf den Markt hatte die Wirtschaftskrise jedoch die größten negativen Auswirkungen auf das Unternehmen. Besonders schwer war es für uns, dass wir im Zuge der Krise 2008 erst- und einmalig in der Unternehmensgeschichte betriebsbedingte Kündigungen aussprechen mussten. Die Mitarbeiterauswahl für die Kündigungen zu treffen und zu wissen, dass hinter jeder Kündigung ein persönliches Schicksal steht, geht nicht spurlos an einem vorüber.
Wie sieht denn die Roadmap für die nächsten zehn bis 15 Jahre aus?
Grundsätzlich ist es unser Ziel, weiterhin ganz vorne mit dabei sein. Dazu gehört, innovative und nützliche Produkte zu entwickeln und die bestehenden weiter auszubauen. Als Software-Hersteller sind hier neben der Entwicklung zusätzlicher Funktionalitäten, auch die Unterstützung weiterer Hardware sowie die Produktneuentwicklung ein Thema. Dabei arbeiten wir auch mit unseren Kooperationspartnern zusammen, um so das Beste aus unterschiedlichen Welten zu vereinen. Wir wollen hier aber technologisch natürlich noch nicht zu viel verraten.
Welche technologischen Trends sehen Sie, die für Delta Logic wichtig sind beziehungsweise werden?
Wir denken, vor allem im Bereich rund um OPC UA und ACCON-AGLink werden wir hier in nächster Zeit noch viele Entwicklungen und Neuerungen sehen. Im Umfeld von Shopfloor, ERP, MES, BDE, OEE, digitaler Zwilling et cetera haben wir hier ein riesiges Betätigungsfeld für weitere Innovationen.
Was glauben Sie, was wird die größte Herausforderung der nächsten Jahre, geschäftlich und/oder technisch?
Ein so technischer Markt ist natürlich immer auch Neuerungen und Änderungen unterworfen. Hier ist es wichtig, ein gutes Gespür für den Markt zu haben und möglichst früh neue Trends und größere Veränderungen zu erkennen, um dann entsprechend darauf reagieren zu können bzw. darauf vorbereitet zu sein. Hier wichtige Neuerungen nicht zu verschlafen und so das Potenzial zu verlieren, einer der Ersten am Markt zu sein, ist und bleibt meiner Meinung nach einer der wichtigsten Punkte als Unternehmen.













