FDT-Group
Akzeptanz auf breiter Front
Mit einem Plus von 20 % in 2008 verzeichnet die FDT-Group einen rekordverdächtigen Mitgliederzuwachs. Weitere Feldbus-Annexes und ein standardisiertes Interface zu Programmiersystemen sollen die Akzeptanz der Technologie für Hersteller-unabhängige Gerätekonfiguration weiter steigern.
„Mit dem Ende Oktober eingetretenen Automatisierungskonzern Mitsubishi Electric unterstützen nun alle großen Automatisierungshersteller der Fabrikautomation die FDT-Technologie“, zeigte sich Manfred Brill, Mitglied des Executive Committee der FDT-Group auf der heutigen Pressekonferenz erfreut. Der erste Schritt von Mitsubishi dürfte die Definition eines CC-Link-Annexes sein, damit auch dieses Netzwerk über FDT-Anwendungen administriert werden kann.
Manfred Brill, FDT-Group: „Ab Mitte 2009 können wir die ersten Feldbusse über eine standardisierte Schnittstelle an Programmiertools anbinden.“
Rund zwölf Monate braucht eine Arbeitsgruppe üblicherweise von der Definition einer Spezifikation über deren Implementierung und Zertifizierung bis zu dessen Freigabe durch die FDT-Group. So gut wie fertig ist die CANopen-Erweiterung, deren Freigabe Brill für Ende des Jahres ankündigte. Ganz frisch ist die Kooperation mit der Nutzergruppe Sercos International. Eine gemeinsame Projektgruppe hat inzwischen erstmals getagt und mit der Definition eines Annexes für Sercos III begonnen. Momentan verfügbar sind Spezifikationen für CIP (DeviceNet, EtherNet/IP, CompoNet), Interbus, IO-Link, Modbus SL/TCP, Profibus DP und Profinet I/O. „Sukzessive deckt die FDT-Group alle wichtigen Feldbusse für die Fabrikautomation ab“, betont Brill, „natürlich neben den in der Prozesstechnik relevanten Kommunikationssystemen HART, Foundation Fieldbus und Profibus-DP/PA.“ Um die Integration von FDT-Rahmenapplikationen in die Programmiersysteme von Steuerungsanbietern zu verbessern, wurde eine neue Projektgruppe gestartet.
Dazu Brill: „Wir wollen die Prozessdaten möglichst nahtlos in ein SPS-Programm integrieren, das heißt für alle Programmiersysteme einheitlich und unabhängig vom angeschlossenen Feldbus.“ Die Geräte (Slave-DTM) stellen dazu ihre Prozessdaten über entsprechende Schnittstellen dem Busmaster (Master-DTM) zur Verfügung. Der Master-DTM generiert daraus ein feldbus-unabhängiges Image der Prozessdaten, das die SPS-Programmiersysteme nutzen können. Bei dieser Schnittstelle muss die SPS keine bus-spezifischen Informationen verarbeiten, so dass dieses Verfahren für alle Kommunikationssysteme nur einmal in ein Programmiertool zu implementieren ist. Zudem lassen sich alle anderen Funktionen der FDT-Technologie im Engineering-Tool des SPS-Herstellers nutzen, beispielsweise für eine einheitliche Gerätekonfiguration und –diagnose.
Einheitliche Geräteparametrierung: Der Busmaster (Master-DTM) generiert aus den Slave-DTMs der Feldgeräte ein feldbus-unabhängiges Image der Prozessdaten.
„Im Gegensatz zu dem in S7-Programmiersystemen implementierten Tool-Calling-Interface (TCI) sind diese Funktionen nicht eingeschränkt, da es sich um eine echte Integration handelt“, zeigte Brill die Bedeutung des Projekts auf. Bei TCI wird lediglich ein Programm als unabhängiges Gerätetool aufgerufen, das Daten über eine Dateischnittstelle erhält. Informationen an das aufrufende Programmiersystem können nicht zurückgegeben werden. „Auch fehlt TCI die Unterstützung von unterschiedlichen Feldbussen“, betonte Brill,„was sich mit FDT-fähigen Tools und Geräte-DTMs nur teilweise umgehen lässt.“
Mitglieder der von Manfred Brill geleiteten Arbeitsgruppe sind die Firmen 3S, Hilscher, HMS, KW-Software, M&M-Software, Omron, Phoenix Contact und Schneider Electric. Ziel ist, bis Mitte 2009 erste Implementierungen zu zeigen.











