Smart Factory

Meinrad Happacher | Meinrad Happacher,

5G in Lemgo

Die Fraunhofer Forscher am IOSB-INA in Lemgo betreiben ab sofort gemeinsam mit dem Institut für industrielle Informationstechnik (inIT) der TH OWL eines der ersten verfügbaren privaten 5G-Netze.

5G - Forschung für die Industrie aus Lemgo (vlnr): Dr. Lukasz Wisniewski (inIT), Sebastian Schriegel (Fraunhofer IOS B - INA) und Prof. Dr. - Ing. Jürgen Jasperneite Leiter Fraunhofer IOSB - INA )

© Fraunhofer IOSB_INA

Es wirkt zunächst unscheinbar: Eine behördliche Urkunde der Bundesnetzagentur, eine Basisstation mit Antenne, ein Funkmessplatz und ein Transportroboter, der aussieht wie ein ferngesteuertes Auto -  mit diesem Equipment ausgestattet, starten die Forscher in Lemgo nun ins 5G-Zeitalter. Sie betreiben seit März eines der ersten privaten 5G-Netze hierzulande.

Mit dem neuen 5G-Netzwerk stellt der Standort Lemgo wieder einmal seine Vorreiterrolle in der Industriellen Kommunikation unter Beweis, so Prof. Jürgen Jasperneite, Leiter des Fraunhofer IOSB-INA. »Vor zwei Wochen haben wir die Frequenzuteilung und die Betreibererlaubnis durch die Bundesnetzagentur für ein privates Netz bekommen. Jetzt haben wir die entsprechende Hardware für die 5G-Basisstation und das Kernnetzwerk im Haus, sodass wir ab sofort gemeinsam mit Partnern in Forschungs- und Industrieprojekten unterschiedlichste Anwendungsfälle bearbeiten und erproben können.«

Letztendliches Ziel, das die Wissenschaftler im Auge haben: Neue industrielle Anwendungen und Geschäftsmodelle für die Automation und die Produktion zu entwickeln.

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5G: Flexible Ressourcenzusicherung

Das Besondere an der 5G-Funktechnolgie: Sie ist geeignet für Anwendungen, die Übertragungs- bzw. Reaktionszeiten unter einer tausendstel Sekunde erfordern. Im Gegensatz zum WLAN besteht der wesentliche Vorteil darin, dass die Dienstgüte (Geschwindigkeit und Übertragungszeit) mit Hilfe des „Network Slicing“ garantiert werden kann. Damit hat der Betreiber eines privaten 5G Netzwerks die vollständige Kontrolle über die verfügbaren Ressourcen und ein hohes Maß an Flexibilität. Zusammen mit einem bereits in der SmartFactoryOWL vorhandenen Rechencluster (Edge Computing) besteht ein Testfeld für viele Echtzeit-Anwendungen. 

 Ein Anwendungsgebiet für 5G in der Industrie sind die Steuerung mobiler Roboter oder die Fernbedienung von automatisierten Maschinen und Anlagen. Ein anderes Beispiel sind führerlose Transportsysteme in der Intralogisitik, deren Steuerung gebündelt, von einem Rechencluster in der Fabrik  aus erfolgen kann. »Alle datenintensiven Anwendungen mit hohen Anforderungen an die Bandbreite, etwa Virtual Reality- oder Big Data-Anwendungen – in Produktanlaufphasen oder Servicefällen, finden mit 5G eine geeignete Technologie«, fasst Jasperneite zusammen. 

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