Smart Factory
5G in Lemgo
Die Fraunhofer Forscher am IOSB-INA in Lemgo betreiben ab sofort gemeinsam mit dem Institut für industrielle Informationstechnik (inIT) der TH OWL eines der ersten verfügbaren privaten 5G-Netze.
Es wirkt zunächst unscheinbar: Eine behördliche Urkunde der Bundesnetzagentur, eine Basisstation mit Antenne, ein Funkmessplatz und ein Transportroboter, der aussieht wie ein ferngesteuertes Auto - mit diesem Equipment ausgestattet, starten die Forscher in Lemgo nun ins 5G-Zeitalter. Sie betreiben seit März eines der ersten privaten 5G-Netze hierzulande.
Mit dem neuen 5G-Netzwerk stellt der Standort Lemgo wieder einmal seine Vorreiterrolle in der Industriellen Kommunikation unter Beweis, so Prof. Jürgen Jasperneite, Leiter des Fraunhofer IOSB-INA. »Vor zwei Wochen haben wir die Frequenzuteilung und die Betreibererlaubnis durch die Bundesnetzagentur für ein privates Netz bekommen. Jetzt haben wir die entsprechende Hardware für die 5G-Basisstation und das Kernnetzwerk im Haus, sodass wir ab sofort gemeinsam mit Partnern in Forschungs- und Industrieprojekten unterschiedlichste Anwendungsfälle bearbeiten und erproben können.«
Letztendliches Ziel, das die Wissenschaftler im Auge haben: Neue industrielle Anwendungen und Geschäftsmodelle für die Automation und die Produktion zu entwickeln.

Start einer offenen 5G-Plattform
Hewlett Packard Enterprise (HPE) bringt mit dem 5G Core Stack eine offene, cloud-native 5G-Kernnetz-Plattform auf den Markt. Vorteil für den Betreiber: Sie soll die Abhängigkeit von Netzausrüstern vermeiden.
5G: Flexible Ressourcenzusicherung
Das Besondere an der 5G-Funktechnolgie: Sie ist geeignet für Anwendungen, die Übertragungs- bzw. Reaktionszeiten unter einer tausendstel Sekunde erfordern. Im Gegensatz zum WLAN besteht der wesentliche Vorteil darin, dass die Dienstgüte (Geschwindigkeit und Übertragungszeit) mit Hilfe des „Network Slicing“ garantiert werden kann. Damit hat der Betreiber eines privaten 5G Netzwerks die vollständige Kontrolle über die verfügbaren Ressourcen und ein hohes Maß an Flexibilität. Zusammen mit einem bereits in der SmartFactoryOWL vorhandenen Rechencluster (Edge Computing) besteht ein Testfeld für viele Echtzeit-Anwendungen.
Ein Anwendungsgebiet für 5G in der Industrie sind die Steuerung mobiler Roboter oder die Fernbedienung von automatisierten Maschinen und Anlagen. Ein anderes Beispiel sind führerlose Transportsysteme in der Intralogisitik, deren Steuerung gebündelt, von einem Rechencluster in der Fabrik aus erfolgen kann. »Alle datenintensiven Anwendungen mit hohen Anforderungen an die Bandbreite, etwa Virtual Reality- oder Big Data-Anwendungen – in Produktanlaufphasen oder Servicefällen, finden mit 5G eine geeignete Technologie«, fasst Jasperneite zusammen.










