Phoenix Contact
14. ICC - fünf Schritte gegen die Krise
Am 15. und 16. September veranstaltete Phoenix Contact den jährlichen „Industrial Communication Congress“ (ICC). 500 Kunden und Geschäftspartner fanden sich am Standort Bad Pyrmont ein, um vor allem die Themen Energieeffizienz und Security zu vertiefen. Doch trotz aller Technik: Die wirtschaftliche Situation der Branche war ständiger Begleiter der Veranstaltung und Inhalt der Eröffnungsreden der Firmenlenker Klaus Eisert und Volker Bibelhausen.
Trotz der technologischen Ausrichtung auf die Themen Energieeffizienz und Security, war der Kongress überschattet von der aktuellen wirtschaftlichen Situation in der Automation und dem Maschinenbau. Und so lässt es sich Unternehmenschef Klaus Eisert bei der Eröffnung des Kongresses nicht nehmen, „ein paar Takte zur wirtschaftlichen Situation der Branche" zu sagen: „Die Lage ist schlechter als die Stimmung", macht er gar nicht erst den Versuch, etwas zu beschönigen. So würden zwar generell Indikatoren wie der Ifo-Index dafür sprechen, dass es in Deutschland wieder aufwärts gehe. Dies treffe aber nicht unbedingt für den Maschinenbau - den Hauptabnehmer der Automatisierungs-Anbieter - zu. Denn erst jetzt wären die Bestellbücher langsam abgearbeitet, die Ende 2008 noch randvoll gewesen seien; erst jetzt würde der abrupte Order-Abriss, der Anfang 2009 einsetzte, voll durchschlagen.
Was Phoenix Contact betrifft, so geht Eisert davon aus, dass das Unternehmen ohne Entlassungen durch die Krise kommt: „Wir sind davon überzeugt, dass wir mit dem Instrument Kurzarbeit durchkommen."
Volker Bibelhausen, seit 2002 Leiter des Geschäftsbereiches Automation bei Phoenix Contact, greift die Argumentation Eiserts auf und verweist auf den Begriff der Makroökonomischen Totzeit. So folge dem Tiefpunkt des Auftragseinganges im Maschinenbau generell der Tiefpunkt in der Produktion und des Umsatzes 4 bis 5 Monate später, der Tiefpunkt in punkto Beschäftigung und Ergebnis noch einmal 6 bis 18 Monate verzögert. Ergo stehe dem Maschinenbau erst noch die schlimmste Zeit bevor.
Fünf wesentliche Trends der Automation
Bibelhausen ist es allerdings nicht nach Schicksals-Ergebenheit zumute. Er ist davon überzeugt, dass die Maschinenbauer und Automatisierer sehr wohl die Krise durchstehen und gestärkt aus ihr hervorgehen können. Vorausgesetzt, sie handelten strategisch weitsichtig und würden fünf wesentliche technologische Trends berücksichtigen:
- Die „Green Technology": Effizienz braucht Automation, ist Bibelhausen überzeugt. Neue Sensoren, dezentrale und schnelle SPS-Systeme mit durchgängiger Kommunikations seien - mit verbesserten Methoden und Prozessen - die Basis effizienter und „grüner" Produktions- und Energietechnik beziehungsweise Infrastruktur.
- Mechatronik: Mechatronik eigne sich gut zur Differenzierung , wobei Kosteneinsparung durch Konvergenz ein wesentlicher Aspekt sei. Demnach sollten Anbieter und Anwender auf einfache Organisationsansätze achten, die auf Synergie setzen. Sie unterstützten den Aufbau von neuem und mechatronischem Wissen mit der Chance auf Innovation und Posititionssicherung.
- IT-Technologie: Der Ausdruck „www" verkörpere auch den Ausdruck „Welt-Wachstumsmotor Wissen". Auf die Automation gemünzt biete Vernetzung und IT mehr Nutzen als alle Technologien zuvor. Bibelhausen warnt jedoch vor der Komplexitätsfalle und vor Abhängigkeiten! IT in der Automation müsse anwendergerecht kombiniert, verpackt und integriert werden.
- Die Integration: Gute Integration bringe Vorteile und schaffe Sicherheit. Aber: Bibelhausen warnt vor der Kostenfalle. Proprietäre Systeme versprächen zwar einen schnellen ROI und wenig Risiko, könnten später aber zu Engpassfaktoren und Kostenfallen werden. Deshalb favorisiert er klar eine Integration auf standardisierter Basis.
- Lösungen: Lösungen sowie Engineering- und Industriedienstleistungen seien wie Entwicklungshilfe für die globalisierte Welt. Die Zukunft liege in Lösungen mit Eingriffsmöglichkeiten durch vernetzte und intelligente Systeme.











