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Michael Ouissi | Andrea Gillhuber,

Nachhaltigkeit wird zum Wettbewerbsfaktor

Ob Kunden oder hochqualifizierte Fachkräfte – grüne Referenzen einer Firma spielen eine zunehmend wichtige Rolle bei der Entscheidung für oder gegen eine Partnerschaft. Ein Plädoyer, warum Hersteller beim Thema Nachhaltigkeit mit Technologieanbietern zusammenarbeiten sollten.

© Inna / stock.adobe.com

Der COP26-Klimagipfel 2021 war ein wichtiges Ereignis für den Klimaschutz – nicht nur für Staaten und Regierungen, sondern auch für Handel und Industrie. Aus Herstellerperspektive ist Nachhaltigkeit zudem zunehmend mit Rentabilität verbunden: Investoren konzentrieren sich immer stärker auf Unternehmen mit möglichst grünen Referenzen. Die Notwendigkeit nachhaltiger Praktiken ist allen Herstellern bewusst, ihre Dringlichkeit inzwischen omnipräsent.

Viele Produzenten stellen ihre Methoden auf den Prüfstand und arbeiten an neuen Strategien für die Produktentwicklung und -herstellung, bei denen die Ressourcen möglichst effizient eingesetzt werden. Der Übergang von der Linear- zu einer Kreislaufwirtschaft spielt dabei eine entscheidende Rolle. Der Fokus liegt vor allem auf nachhaltigeren Gebäuden, nachhaltigeren Produkten und wiederverwertbaren Rohstoffen. Zwar macht das verarbeitende Gewerbe erhebliche Fortschritte – es muss sich jedoch weiter anpassen, um regelkonform und wettbewerbsfähig zu bleiben. Das Ziel ist klar: Ressourcen schonen, Abfälle minimieren und Emissionen reduzieren.

Geschäftsmodelle auf Kreislaufwirtschaft-Basis erhöhen den Druck auf produzierende Unternehmen, ihre Geschäftsprozesse ebenfalls zu überdenken – insbesondere hinsichtlich Energie- und Ressourcenbedarf der Lieferketten sowie dem Reststoffaufkommen. Auch der Blick auf die Software und den technische Ansatz sind für nachhaltige Prozesse und Arbeitsabläufe unerlässlich.

Den Technologieanbietern obliegt die Aufgabe, entsprechende Softwarelösungen bereitzustellen. Digitale Lösungen unterstützen zum Beispiel schlankere Fertigungsprozesse, die ökologisch effizienter sind und weniger Abfall erzeugen. Auch erlauben sie einen besseren Einblick in betriebliche Abläufe der Unternehmen. Wartungsintervalle von Maschinen können terminiert und Ersatz- und Verbrauchsmaterialien bereitgestellt werden, bevor Engpässe oder Ausfälle entstehen. Zudem ermöglicht Software einen besseren Überblick über Ressourcenverwendung: Übermäßiger Wasser- oder Materialverbrauch kann erkannt und vermieden werden, der Kohlenstoffausstoß wird verringert und somit der Produktionsprozess optimiert.

Engagement für Nachhaltigkeit entscheidend

Für spürbare Effekte müssen Unternehmen geeignete Technologieanbieter und Partner auswählen. Bei der Auswahl solcher Anbieter oder auch der Überprüfung bestehender Partner sollte zunächst einmal sichergestellt werden, dass diese tatsächlich eine entsprechende ‚grüne Einstellung‘ haben und leben. Es ist absolut wichtig, dass Produzent und Technologieanbieter von Beginn an eng zusammenarbeiten, damit der angestrebte ‚Nachhaltigkeitswert‘ auch zuverlässig ermittelt und quantifiziert werden kann.

Der initiale Beitrag des Herstellers ist es, eine Strategie auszuarbeiten und Ziele zu formulieren. Erst dann entsteht ein partnerschaftlicher Dialog zur Ermittlung der vorhandenen Potenziale, damit diese Ziele auch erreicht werden können.
Auch den Technologieanbietern ihrerseits sollte die Dringlichkeit eines nachhaltigeren Betriebs des Unternehmens und seines spezifischen Werts bewusst sein. Bestehen hier Klarheit und Konsens, sollte als Nächstes der potenzielle Nutzen von Technologielösungen aufgezeigt und dargelegt werden, wie die Lösungen die Nachhaltigkeitsziele der Hersteller unterstützen können. Oft ist es sinnvoll, mit einem klar definierten Ziel auf ‚kleiner Flamme‘ anzufangen und dieses im Laufe der Zeit sukzessive und konsequent auszubauen. Entscheidend ist, dass man sich gemeinsam auf den Weg macht und die festgelegte Route zusammen bewältigt.

Es existieren bereits zahlreiche Beispiele dafür, wie Technologielösungen von Anbietern zu überzeugenden Ergebnissen führen. Ein Beispiel ist die Umsetzung der ‚Intelligent Engine‘-Vision von Rolls-Royce: Der Blue Data Thread, der durch die Partnerschaft zwischen Rolls-Royce und IFS ermöglicht wird, stellt die Datenkonnektivität zwischen Fluggesellschaft und Rolls-Royce her. Sie erlaubt es dem Unternehmen, die Intervalle zwischen den Triebwerksüberholungen deutlich zu verlängern und damit die Emissionen zu reduzieren.

Dialog suchen, Partnerschaften schließen

 

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Der Autor: Michael Ouissi ist Chief Customer Officer bei IFS.

© IFS

Technologieanbieter und Hersteller sollten erkennen, dass die Zeit überreif ist für Maßnahmen zur Nachhaltigkeit – und Produzenten wie auch die Softwarebranche können ihre Nachhaltigkeitsziele gemeinsam einfach schneller erreichen. Neben dem positiven Effekt des erhöhten Umweltschutzes bringt ihnen das auch konkrete Geschäftsvorteile: mehr Effizienz, eine verbesserte Unternehmensreputation, höhere Attraktivität für Investoren, stärkere Mitarbeiterbindung und eine größere Resilienz gegenüber neuen, agilen Herausforderern im Markt. Unternehmen, die bereits den Weg zur Nachhaltigkeit positiv beschreiten, indem sie den richtigen Technologiepartner finden und ein proaktives, zukunftsorientiertes Team bilden, sichern sich so ihre Zukunftsfähigkeit.

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