Wave Trophy 2013 - Das Fahrer-Tagebuch: Tag 5

Frank Knafla, Frank Schröder | Davina Spohn,

Nur mit 40 km/h unterwegs, dafür aber effizient!

Am fünften Tag wartet eine Effizienzprüfung auf die Teilnehmer der Wave: Frank Schröder und Frank Knafla vom Phoenix Contact-Team wappnen sich für den Aufstieg auf die Gerlos Passhöhe.

Der Tesla Roadster vom Team 'Austria's Green Sportscar' in Zell am Ziller - im vergangenen Jahr gehörte dieses E-Fahrzeug übrigens zu den Gewinnern der Wave.

© Phoenix Contact

Der fünfte Tag der Wave 2013 steht ganz im Zeichen der Effizienz: Wie viele Kilowattstunden sind notwendig, um mit einem Elektromobil zwei Personen über eine Distanz von 47 Kilometer über einen Pass von 1.504 Metern Höhe so effizient wie möglich zu befördern, ohne dass eine Zeit vorgegeben ist? Wir werfen einen Blick auf die Eckdaten unseres Renault Fluence ZE: Das E-Mobil hat ein Leergewicht von 1.610 Kilogramm. Mit uns zwei Fahrern kommen etwa weitere 200 Kilogramm dazu. Nicht zu vergessen unser Gepäck und unsere Ausrüstung für zehn Tage (weitere 30 Kilogramm), außerdem noch die notwendige Infrastruktur zum Laden der Akkus, wie Adapter, Kabel, mobile Wallbox, Kabeltrommel. Unter dem Strich kommen wir auf einen Gesamtgewicht von rund 1.850 Kilogramm. Der Bordcomputer in unserem Fahrzeug zeigt uns die Momentan-Leistung und die seit dem Start verbrauchte Energie an. Insbesondere die Momentan-Leistungsabgabe der Akkus nutzen wir als Steuergröße.

Mit diesen Informationen starten wir die Effizienzprüfung um 7 Uhr 15 mit zu 100 % geladenen Akkus und einer Reichweitenanzeige von 151 Kilometern. Wir wissen: Arbeit ist definiert als Kraft mal Weg und Leistung ist Arbeit bezogen auf die Zeit. Unter strikter Einhaltung dieser einfachen Leistungsdefinition sind wir mit einer angemessen geringen Geschwindigkeit von 30 und 40 Kilometern pro Stunde unterwegs. Bei der Zufahrt zur Gerlos Passhöhe vor und hinter der Ortschaft Kriml müssen wir streckenweise eine Steigung von bis zu 12 % überwinden. Auf der Gerlos Passhöhe kommen wir nach über 17 Kilometern an und haben sechs Kilowattstunden Energie eingesetzt. Aufgrund der gemessenen Momentan-Leistung errechnet der Bordcomputer einen durchschnittlichen Energieeinsatz von 36 kWh pro 100 Kilometern aus, die Reichweite zeigt er uns mit 51 Kilometern an. Nach der Passhöhe nutzen wir wieder konsequent die Rekuperation zur Wandlung von potenzieller in elektrische Energie, die in den Akku zurückgespeist wird. Nach weiteren 29 Kilometern in Zell am Ziller lesen wir erneut die Werte des Bordcomputers ab, um den Effekt der Rekuperation zu dokumentieren. Der Durchschnitts-Energieeinsatz ist auf 8,1 Kilowattstunden gefallen. Dadurch errechnete der Bordcomputer mit der verbleibenden Energie der Akkumulatoren eine Reichweite von 138 Kilometern.

Summa summarum halten wir fest: Für die Überquerung des Gerlos Passes haben wir drei Kilowattstunden Energie eingesetzt. Legt man einen Haushaltstarif von 30 Cent pro Kilowattstunde zu Grunde, so hat uns die Überquerung gerade mal 90 Cent gekostet. Fairerweise muss jedoch gesagt sein, dass wir natürlich sehr langsam unterwegs waren. Aber zum Glück wird der Effizienteste die heutige Prüfung gewinnen, nicht der Schnellste - und dies alles ohne Berücksichtigung des Fahrzeugsgewichtes und der Fahrzeugklasse.

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