Wave Trophy 2013 - Das Fahrer-Tagebuch: Tag 2
Geschicktes Fahrverhalten im Test
Die Wave Trophy 2013 ist in vollem Gange. Am zweiten Tag der Elektrofahrzeug-Rallye geht es für das Phoenix Contact-Team und die übrigen Teilnehmer weiter von Eisenstadt über Güssing, Gleisdorf, Graz und Deutschlandsberg nach Eibiswald.
Der zweite Tag der Wave lehrt uns: Nicht immer ist die Option 'Kürzeste Route' des Navigationsgerätes für den Elektromobilisten die beste Wahl, besonders wenn es hügelig wird. Dann führt einen das Navigationsgerät schon mal auf schmalen und steilen Straßen über die Berge. Bei einer Batteriekapazität von 22 Kilowattstunden und einer Leistungsaufnahme bergauf von mehr als 30 Kilowatt kann eine mögliche Reichweite wie Butter in der Sonne schmelzen. Doch die Hoffnung stirbt zuletzt, denn jeder Berg den man heraufgefahren ist, darf man herunter rekuperieren. Das schafft Energie in den Akku! Eine gute Erfahrung für die noch kommende wahre Herausforderung der Wave am Tag 3 und 4: die Überquerung des Großglockners auf der Hochalpenstraße von Weißensee nach Heiligenblut. Auf jeden Fall ziehen wir jetzt schon mal die Straßenkarten zu Rate und analysieren die wichtigen Informationen der Höhenangaben. Überquerungen von Gebirgen wollen wohl geplant sein.
Standzeiten ohne Ladezeiten sind schlechte Zeiten
Für die 126 Kilometer lange Etappe von Eisenstadt nach Güssing und weiter nach Gleisdorf haben wir uns eine Strategie überlegt: Wir wollen früh am Morgen ohne Frühstück aufbrechen, 60 Kilometer fahren, auf freier Strecke nachladen und dort Kaffee trinken. Um 6 Uhr brechen wir auf. Nach zwei Stunden Fahrt halten wir fest entschlossen an einer Tankstelle und bieten dem Tankwart die Premiere, ein Elektroauto zu laden. Nach anfänglichem Zögern geht er in sein Außenlager, installiert eine Verlängerungsschnur und versorgt unser Fahrzeug mit Strom. Nach 90 Minuten Tank- und Frühstückpause und zusätzlichen 25 Kilometern fahren wir weiter. Die Strecke ist meist bergig, doch Gott sei Dank geht es mehr bergab als bergauf. Dank Rekuperation erreichen wir das Etappenziel mit einer Reichweitenanzeige von fast 100 Kilometern.
Die Nachladung von 50 Kilometern in zwei Stunden und das folgende rekuperationsfreundliche Landschaftsprofil geben uns die Energie, das Etappenziel in Deutschlandberg zu erreichen.
Geschicklichkeitsprüfung in Gleisdorf
Zusammen mit den 40 Teilnehmern der Wave fragen wir uns, ob ein Elektroauto tauglich für Geschicklichkeitsprüfungen auf Zeit ist. Die 40 Elektromobile müssen sich dieser Herausforderung auf dem Übungsplatz in Gleisdorf stellen. Klarer Favorit ist natürlich der Tesla Roadster, der mit ihrer Leistung, dem Drehmoment und dem Fahrwerk hierfür klare Pluspunkte hat. Unserem Renault Fluence ZE, dem klassischen Familienauto - beladen mit dem Gepäck von zwei Personen für elf Tage, geben wir hier erst keine großen Chancen. Aber die Prüfung beweist: Vorbereitung und Teamwork ist alles! Ein Fahrer und ein Co-Pilot der Anweisungen gibt, das ist unsere Strategie. Wir brauchen eine optimale Kombination von Geschwindigkeit und Geschicklichkeit, denn ausgelassene Tore und umgefahrene Pylone geben unaufholbare Strafsekunden. Eine schnelle Testrunde, um das Fahrverhalten zu erahnen, muss reichen. Unser Fahrzeug hat eine beeindruckende Beschleunigung, wie bei jedem Elektromobil steht ab dem Start fast das gesamte Drehmoment zur Verfügung. Der unbedingte Wille, einen guten Platz unter den ersten zehn Teams zu erreichen und der erforderliche Schuss Adrenalin geben uns Rückenwind. 5, 4, 3, 2, 1, Los! Klare Ansagen des Co-Piloten und professionelles Handling bringen uns letzten Endes den dritten Platz gemeinsam mit einem umgebauten Mazda RX 8. Ein nie erhofftes Ergebnis! Der Tesla Roadster gewinnt erwartungsgemäß den ersten Platz. Alle anderen 'klassischen' Elektro-Sportwagen konnten wir mit unserer schnellen, fehlerfreien Fahrt hinter uns lassen.










