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Artikel und Hintergründe zum Thema

Phoenix Contact

Inka Krischke | Inka Krischke,

Anlagenverfügbarkeit gesichert

Auch wenn nur eine Komponente ausfällt, kann es – im ungünstigen Fall – zu einem Stillstand der gesamten Maschine oder Anlage kommen, da ihre Funktionen meist eng zusammenhängen. Um dieses Worst-Case-Szenario zu verhindern, muss jeder Fehler sicher abgeschaltet werden.

© Phoenix Contact

Der Wunsch nach höherer Verfügbarkeit von Maschinen und Anlagen ist in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Ergo wird das 24-V(DC)-Versorgungssystem heute erheblich differen­zierter betrachtet als noch vor einigen Jahren.

Bei Anlagen mit hoher Verfügbarkeit ist zunächst einmal zwischen Versorgen und Schützen zu unterscheiden. Beim Versorgen ist es unerlässlich, auf hochwertige Kom­ponenten zu setzen, um einen reibungslosen Betrieb über einen langen Zeitraum zu ermöglichen. Dies beginnt bereits bei der Einspeisung einer Anlage und erstreckt sich bis zum Verbraucher.

Beim Schützen der Anlage geht es darum, den Betrieb sicherzustellen und die unterschiedlichen Komponenten und Leitungen zuverlässig vor Beschädigungen oder gar Ausfall zu schützen. Dabei umfasst der Begriff Schützen verschiedene Fehlerfälle, die im laufenden Betrieb auftreten und so die Anlage zum Stillstand bringen können. Hierzu zählen Themen wie Überspannungsschutz, Überstroms­chutz und Kurzschlussschutz – aber auch der Anlauf von Lasten kann sich als störend herausstellen, benötigen sie doch während des Startvorgangs teilweise mehr als den 10-fachen Nennstrom. Unter Schützen fällt zudem eine Pufferung der Versorgungsspannung, insofern als sie einen Spannungseinbruch verhindert. Die Zeit, die dabei überbrückt werden kann, hängt von der Größe des Puffers ab.

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Vor Überspannung schützen

In jeder Anlage sollte an den passenden Überspannungsschutz gedacht werden. Wird er falsch oder gar nicht konzipiert, kann es zu Ausfällen in der Anlage kommen, was häufig kostspielige Reparatur-Maßnahmen nach sich zieht. Daher ist es sinnvoll, Überspannungsschutzschutz-Geräte von Typ 1+2 sowie Typ 3 einzusetzen, um teure Reparaturen als Folge von Überspannungen zu verhindern.

Zur Versorgung in Schaltanlagen haben sich getaktete Schaltnetzteile als Standard etabliert. Sie liefern stets eine konstante Spannung bei hohem Wirkungsgrad. Darüber hinaus bieten sie hilfreiche Zusatzfunktionen – zum Beispiel den Power Boost für einen zuverlässigen Anlauf von Lasten oder zur Abdeckung eines plötzlich erhöhten Strombedarfs beim Zuschalten weiterer Lasten.

In weitläufigen Anlagen kann ergänzend ein DC/DC-Wandler zum Einsatz kommen – um andere Spannungsebenen zu erzeugen, um abgefallene Spannung aufzufrischen und diese somit zu stabilisieren, oder um unterschiedliche Anlagenteile voneinander zu entkoppeln. Durch die Entkopplung werden unerwünschte Rückwirkungen verhindert, die durch Schalthandlungen entstehen. Rückspeisungen in andere Maschinenteile lassen sich so ebenfalls vermeiden.

Energiepufferung und Redundanz

Versorgen und Schützen erfolgen in mehreren Stufen:

 (1) Überspannungsschutz von Typ 1 bis Typ 3

 (2) Stromversorgung mit USV für die zuverlässige Versorgung

 (3) Schutz vor Überströmen und Kurzschluss

 (4) Komfortable Verteilung der Potenzial

© Phoenix Contact

Eine Energiepufferung hilft dabei, die Systemspannung auch in kritischen Situationen aufrechtzuerhalten. Hintergrund ist, dass die Versorgung des gesamten Systems bei einem Spannungseinbruch nicht mehr sichergestellt werden kann. Die Pufferung wirkt dem Spannungs-einbruch entgegen, insofern als das System zusätzlich mit der gespeicherten Energie versorgt wird. Auf diese Weise kann der Anwender einen kurzen Zeitraum überbücken, um die Anlage in einen sicheren definierten Zustand zu fahren.

Die Anlagenverfügbarkeit wird zudem deutlich erhöht, wird die Versorgung redundant aufgebaut. Dazu werden zwei voneinander entkoppelte Stromversorgungen parallel geschaltet. Diese Entkopplung erfolgt mit einem aktiven Redundanzmodul oder mit einem Diodenmodul. In diesem Fall kann eine Stromversorgung komplett ausfallen, da die Versorgung der Anlage über die zweite Stromversorgung weiterläuft. Wichtig hierbei ist, dass jede Stromversorgung unter 50 % ausgelastet ist, um im Fehlerfall zu übernehmen. Aktive Redundanzmodule haben eine deutlich geringere Verlustleistung und bieten darüber hinaus erweiterte Diagnose- und Meldefunktionen. So wird die gesamte Anlage rechtzeitig durch eine Stromversorgung mit Energie versorgt. Der Austausch der defekten Stromversorgung kann dann ohne Unterbrechung des Betriebs erfolgen.

Schützen und Verteilen

Unterschiedliche Geräteschutzschalter – von modularen Einkanalgeräten (links) bis zu den kompakten mehrkanaligen Schutzschaltern (rechts) – erhöhen die Ausfallsicherheit von Maschinen und Anlagen.

© Phoenix Contact

Für einen sinnvollen Schutz sollten die Stromkreise hinter einer Strom-versorgung aufgeteilt und nach Möglichkeit selektiv abgesichert werden. Dadurch werden die einzelnen Verbraucherkreise geschützt – sie können im Fehlerfall separat abgeschaltet werden. Wichtig ist dabei der Schutz der Versorgungsspannung, denn kommt es zu einem Fehler im laufenden Betrieb, kann diese einbrechen. Dann ist der gesamte Anlagenbetrieb gefährdet.

Der Schutz erfolgt häufig bereits mittels elektronischer Sicherungen. Diese benötigen gegenüber handelsüblichen Leitungsschutzschaltern einen viel geringeren Strom im Fehlerfall und lösen somit sicher aus. Parallele Stromkreise können ihren Betrieb weiterhin ohne Beeinträchtigung fortsetzen.

Mit Geräten in unterschiedlichen Bauformen bietet Phoenix Contact hier für jede Anwendung den passenden Schutz. Ein flexibler Schutz lässt sich etwa mit modularen einkanaligen Schutzschaltern erreichen, die genaue Anzahl an Schutzkreisen kann schnell und einfach gesetzt werden.

Einen passenden Schutz bieten auch kompakte mehrkanalige Geräteschutzschalter, die schnell installiert und nahezu ohne Verkabelungsaufwand in Betrieb genommen werden.

Absichern und Schützen für einen sicheren Anlagenbetrieb

Elektronische Geräteschutzschalter lassen sich nicht nur einfach schalten, mit ihrer Intelligenz im Hintergrund werden Fehler zudem rechtzeitig als solche erkannt. Die grüne Linie stellt die Überlast- und Kurzschlusserkennung dar, der türkis-blaue Bereich zeigt den dynamischen Bereich, der den Laststart oberhalb der Auslösekennlinie ermöglicht.

© Phoenix Contact

Für einen sicheren Anlagenbetrieb spielt beim Schutzschalter auch die Firmware im Hintergrund eine wichtige Rolle. Weil intelligente Software auf geringste Stromänderungen reagieren kann, ist der Anlagenbetrieb heute deutlich besser planbar. Und da der mögliche Strom im Fehlerfall geringer ist, lässt sich die Reserve der Stromversorgung ideal darauf abstimmen. Mittels moderner Messverfahren analysiert die Firmware die Ströme viel präziser, sodass Anlagenbetreiber und Service-Techniker abhängig vom jeweiligen Strom immer angemessen und frühzeitig reagieren können. Unterschieden werden dabei folgende Ströme: normaler Betriebsstrom, Auslastung von 80 %, Überlast sowie Kurzschluss. Wird eine Kapazität erkannt, wird sie zuverlässig gestartet, obwohl sie einem Kurzschluss ähnlich ist. Diese Funktionen bieten die elektronischen Geräteschutzschalter von Phoenix Contact, die den Anlagenbetrieb mittels intelligenter Stromanalyse sichern.

In der Anlagenautomatisierung finden sich zahlreiche unterschiedliche Verbraucher. Für den zuverlässigen Betrieb sind die Schutzschalter jeweils an die zu schützenden Verbraucher anzupassen. Elektrische Geräte unterscheiden sich jedoch oft erheblich, sodass in der Vergangenheit recht unterschiedliche Kennlinien für den effektiven Schutz erforderlich waren. Dies lag mitunter daran, dass mechanische Schutzschalter eingesetzt wurden. Hierfür waren allerdings hohe Auslöseströme erforderlich, wodurch der unterbrechungsfreie Betrieb elektrischer Anlagen gefährdet war. Sicher ausgelöst wurde dann erst beim 8- bis 15-fachen Strom.

Peter Ketler ist Produkt-Manager Überstromschutz bei Phoenix Contact in Blomberg.

© Phoenix Contact

Seitdem elektronische Schutzschalter zum Standard geworden sind, erfolgt die Auslösung deutlich präziser. Ein wichtiger Grund dafür ist, dass Ströme gemessen und analysiert und Fehlerströme als solche erkannt werden. Dadurch kann eine sichere Auslösung bereits im Bereich vom 1,1- bis zum 2-fachen des Nennstroms erfolgen. Die Auslegung einer Anlage ist somit einfacher, eine Überdimensionierung ist nicht mehr erforderlich und die Leistung der Stromversorgung ist erheblich besser zu verplanen.

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