VDMA
Verfahrenstechnik auf Vorkrisenniveau
Die deutschen Hersteller verfahrenstechnischer Maschinen und Apparate steigerten im ersten Halbjahr 2011 ihre Produktion um 16 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 3,4 Mrd. Euro. Damit ist laut VDMA bis jetzt das Vorkrisenniveau erreicht.
Die aktuellen Wachstumsraten in der Verfahrenstechnik liegen nochmals deutlich über denen des Vorjahres. Konkret wurden 2010 verfahrenstechnische Maschinen und Apparate im Wert von 6,5 Mrd. Euro produziert – ein Plus von 9,4 Prozent gegenüber 2009. Etwa zwei Drittel davon wurden exportiert.
Apparate und Anlagen für die chemische Industrie stellen mit einem Anteil von etwa 34 Prozent an der gesamten Produktion die größte Produktgruppe. Darunter fallen unter anderem Zentrifugen, Destillierapparate und Filtrationstechnik. Im Jahr 2010 wurden hiervon Produkte im Wert von 2,2 Mrd. Euro produziert. Im ersten Halbjahr 2011 lag die Produktion (ohne Maschinen für die anorganische Chemie) bei 1,3 Mrd. Euro und damit 21 Prozent über dem Vorjahreswert. Ausrüstungen für die Wasseraufbereitung und Abwassertechnik haben einen Anteil von 13 Prozent an der Produktion verfahrenstechnischer Maschinen und Apparate. Im ersten Halbjahr 2011 stieg die Produktion in diesem Produktbereich um fast 22 Prozent auf 458 Mio. Euro. Auf Wärmetauscher entfielen im Vorjahr 681 Mio. Euro. Sie machen damit rund zehn Prozent der Gesamtproduktion aus. Im ersten Halbjahr 2011 ging die Produktion mit einem Minus von 1,5 Prozent leicht zurück auf 304 Mio. Euro.
Die kleinste Gruppe innerhalb der Verfahrenstechnik ist die Rückkühltechnik mit einem Produktionsvolumen von 172 Mio. Euro im Jahr 2010. Gegenüber dem Vorjahr legte die Produktion im ersten Halbjahr 2011 leicht zu. Trotz eines schwächeren zweiten Quartals stieg die Produktion um 2,8 Prozent auf 69 Mio. Euro.
Export und Welthandel
Während die Exporte verfahrenstechnischer Maschinen und Apparate im Jahr 2010 leicht zurückgegangen sind, stiegen sie im ersten Halbjahr 2011 um 19 Prozent auf 2,1 Mrd. Euro. Bedeutendste Abnehmerregion ist die EU-27 mit einem Anteil an den Gesamtausfuhren von 36 Prozent, gefolgt von Ostasien mit einem Anteil von 17 Prozent und dem „sonstigen Europa“ mit einem Anteil von knapp 16 Prozent. Die Ausfuhren in die USA stiegen im ersten Halbjahr 2011 um mehr als 30 Prozent auf 148 Mio. Euro.
Innerhalb Asiens ist China der größte Einzelmarkt mit einem Anteil an den Gesamtausfuhren von 10,6 Prozent (227 Mio. Euro), gefolgt von Korea mit einem Volumen von 64 Mio. Euro. Innerhalb Europas ist Russland noch vor Frankreich größter Einzelmarkt mit einem Volumen von 133 Mio. Euro und einem Anteil an den Ausfuhren von sechs Prozent. Obwohl der Welthandel mit verfahrenstechnischen Maschinen und Apparaten im Jahr 2010 um 2,6 Prozent auf 23,4 Mrd. Euro gestiegen ist, verbuchten die deutschen Exporteure einen leichten Rückgang von 0,5 Prozent auf 3,9 Mrd. Euro. Trotzdem bleibt Deutschland mit einem Anteil am Welthandel von 16,8 Prozent Exportweltmeister vor den USA (15,6 %), Japan (8,7%), Italien (7,5 %), der Republik Korea (6,6 %) und China (5,6 %).
Die deutschen Hersteller sollten sich laut VDMA allerdings nicht in Sicherheit wiegen: Die beiden Märkte mit der größten Dynamik seit 2005 sind Korea und China. Letzteres konnte seine Exporte seit 2005 um 360 Prozent steigern. Der Anteil am Welthandel stieg von 1,7 Prozent auf 5,6 Prozent. Die Ausfuhren aus Korea stiegen im gleichen Zeitraum um 75 Prozent. Der Anteil am Welthandel stieg um 1,2 Prozent. Der Anstieg der deutschen Ausfuhren um 28 Prozent fällt im Vergleich dazu eher mäßig aus. Entsprechend ging der Anteil am Welthandel um 1,9 Prozent zurück. Japan hat am Welthandel noch deutlicher verloren. Dort ging der Anteil um 2,7 Prozent zurück.










