Siemens 4. Quartal 2020
Siemens macht 4,2 Mrd. Euro Gewinn
Siemens hat die Zahlen für das Geschäftsjahr 2020 vorgestellt. Demnach lag der Konzernumsatz mit 57,1 Mrd. Euro 2% hinter dem des Vorjahres. Für die Zukunft sieht sich der Konzern gut gerüstet.
Siemens hat die Zahlen für das Geschäftsjahr 2020 vorgelegt. Der Konzern erwirtschaftet im Geschäftsjahr 2020 einen Umsatz von 57,139 Mrd. Euro (2019: 58,483 Mrd. Euro). Der Auftragseingang liegt mit 59,977 Mrd. Euro rund 7 % hinter dem Vorjahr mit 64,682 Mrd. Euro. Das Book-to-Bill-Verhältnis beträgt 1,05. Der Gewinn nach Steuern beläuft sich auf 4,200 Mrd. Euro und liegt damit hinter dem Vorjahr zurück (5,648 Mrd. Euro). Die Geschäftszahlen der Segmente finden Sie auf der zweiten Seite.
Vorstandsvorsitzender Joe Kaeser ist zufrieden mit dem Ergebnis des Geschäftsjahres 2020 und sieht Siemens gut für die Zukunft gerüstet: »Mit den drei Siemens-Unternehmen Siemens Healthineers, Siemens Energy und der neuen ‚Industrial‘ Siemens AG haben wir die Voraussetzungen geschaffen, um den größten disruptiven Wandel unserer Zeit zu meistern.« Damit sei das Fundament für die Zukunft gelegt. »Jetzt kann die Steigerung der Wertschaffung auf höherem Niveau beginnen – durch noch stärkere Fokussierung und vorausschauende Transformation«, so Kaeser in seiner Rede anlässlich der Veröffentlichung der Geschäftszahlen 2020 weiter.
Siemens Healthineers ist schon länger eine eigenständige Einheit im Siemens-Konzern; das Unternehmen ging am 16. Januar 2018 an die Börse. Der Börsengang von Siemens Energy fand am 28. September statt, allerdings startete das Unternehmen schwach und meldet Verluste. In den letzten Tagen kündigte Siemens Energy an, sich ab sofort nicht mehr an Ausschreibungen neuer Kohle-Kraftwerke zu beteiligen und geht damit auch auf Forderungen der Aktionäre ein. Siemens zieht sich also aus dem Neugeschäft führ Kohlekraftwerke zurück, nicht jedoch aus dem Bereich der Nach- und Umrüstungen.
Die Segmente im Überblick
Digital Industrie erwirtschaftete im 4. Quartal einen Umsatz von 3,881 Mrd. Euro (GJ 2019: 4,24 Mrd. Euro). Der Auftragseingang beläuft sich auf 3,925 Mrd. Euro (GJ 2019: 4,005 Mrd. Euro). Das Ergebnis (Angepasstes EBITA) lag mit 1,227 Mrd. Euro über dem des Geschäftsjahres 2019 mit 792 Mio. Euro.
Auch im vierten Quartal weist das Software-Geschäft ein zweistelliges prozentuales Wachstum auf. Mit dafür verantwortlich sind laut Konzern eine Reihe größerer Aufträge von Mentor. Die Automatisierungsgeschäfte sahen sich weiterhin mit einer schwächeren Nachfrage konfrontiert, insbesondere durch die Automobilindustrie und der Maschinenbau schwächeln. Außerdem kam es aufgrund von negativen Währungsumrechnungseffekten zu einem insgesamt rückläufigen Auftragseingang. Asien und Australien melden eine Zunahme von Aufträgen und Umsatzerlösen; China weist ein zweistelliges Wachstum auf.
Das gute Ergebnis von Digital Industrie führt der Konzern auch darauf zurück, dass die niedrigeren Umsatzerlöse durch Kostensenkungen und Einsparungen aufgrund der COVID-19-Einschränkungen zum Teil ausgeglichen werden konnten.
Smart Infrastructure
Der Segment-Umsatz von Smart Infrastructure sank von 4,181 Mrd. Euro im 4. Quartal 2019 auf 3,905 Mrd. Euro in 2020. Der Auftragseingang hat ein Volumen von 3,782 Mrd. Euro (Q4/2019: 4,215 Mrd. Euro). Das Angepasste EBITA stieg von 549 auf 586 Mio. Euro; Grund hierfür ist ein Gewinn von 159 Mio. Euro durch den Verkauf eines Geschäfts.
Zwar legte der Auftragseingang im Produktgeschäft auf vergleichbarer Basis zu, doch lagen die Aufträge unter dem starken Vorjahresniveau. Gründe liegen in den geringen Großaufträgen im Lösungs- und Servicegeschäft sowie in ungünstigen Währungsumrechnungseffekten. Letztere beeinträchtigen auch die Entwicklung der Umsatzerlöse.
Mobility
Das Segment Mobility legte im vierten Quartal im Auftragseingang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu: von 1,827 auf 2,080 Mrd. Euro. Die Umsatzerlöse sanken von 2,500 Mrd. Euro auf 2,446 Mrd. Euro; das angepasste EBITA sank von 299 auf 241 Mio. Euro.
Insbesondere das Bahninfrastruktur- sowie das Servicegeschäft wurden durch die Corona-Pandemie beeinträchtigt. So erhielten Mitarbeiter aufgrund der Restriktionen nur eingeschränkt Zugang zu Kundenstandorten. Außerdem ging die Fahrleistung im öffentlichen Verkehr zurück. Der gestiegene Auftragseingang ist auf Großaufträge zurückzuführen, darunter die erste Bestellung von 100 Zweikraftloks aus dem Rahmenvertrag von bis zu 400 Fahrzeugen in Deutschland. Hinzu kommt ein Auftrag für Signalinfrastruktur in Singapur.
Siemens Healthineers
Auch Siemens Healthineers konnte im vierten Quartal im Auftragseingang zulegen: Der stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal von 4,643 auf 4,814 Mrd. Euro an. Vor allem in den Regionen Amerika, Europa, GUS, Afrika sowie naher und mittlerer Osten ist angestiegen. Die positiven Auswirkungen halten sich aufgrund von negativen Währungsumrechnungseffekten jedoch gering.
Die Umsatzerlöse sind von 4,142 Mrd. Euro in Q4/2019 auf 3,876 Mrd. Euro zurückgegangen. Der Rückgang in Amerika sowie Asien, Australien konnte nur teilweise durch das Wachstum in Europa/GANO ausgeglichen werden. Das angepasste EBITA (Q4/2020: 590 Mio. Euro; Q4/2019: 771 Mio. Euro) ist rückläufig, hauptsächlich im Diagnostics-Geschäft aufgrund eines geringeren Testvolumens für Routineuntersuchungen und höhere Kosten aufgrund von COVID-19.













