Quartalszahlen
Siemens - die Entwicklung im 2. Quartal 2013
Siemens-Chef Peter Löscher hat Anfang Mai 2013 die Zahlen für das 2. Quartal des laufenden Geschäftsjahres bekannt gegeben: Der Auftragseingang wuchs zweistellig, jedoch sind Umsatz und Ergebnis der Sektoren in Summe zurückgegangen. Unter anderem das Industriegeschäft ließ deutlich Federn.
Konkret stieg der Auftragseingang des zweiten Quartals gegenüber dem Vorjahreswert um 20 % auf 21,45 Mrd. Euro, vor allem aufgrund von Großaufträgen im Windgeschäft und bei Zügen. Das Verhältnis von Auftragseingang zu Umsatz betrug 1,19. Der Auftragsbestand von Siemens erhöhte sich zum Quartalsende auf 101 Mrd. Euro.
Der Umsatz hingegen lag im zweiten Quartal mit 18,01 Mrd. Euro um 7 % unter dem Vorjahresniveau. Während der Umsatz Löscher zufolge in Amerika beträchtlich zurückging, blieb es in den Regionen Europa, GUS, Afrika, Naher und Mittlerer Osten (Europa/GANO) sowie Asien, Australien bei moderaten Rückgängen.
Auch das Gesamtergebnis ist vor allem aufgrund gesunkener Ergebnisse bei den Sektoren Industry und Infrastructure & Cities deutlich gesunken – und zwar um 29 % auf etwa 1,37 Mrd. Euro. Der Gewinn aus fortgeführten Aktivitäten hingegen nahm leicht auf 982 Mio. Euro zu. Zu berücksichtigen ist hier allerdings, dass das Vorjahresquartal einen Beteiligungsverlust in Höhe von 640 Mio. Euro in Zusammenhang mit Nokia Siemens Networks (NSN) enthielt. Der Gewinn nach Steuern verbesserte sich auf 1,03 Mrd. Euro und beinhaltet einen positiven Beitrag aus nicht fortgeführten Aktivitäten.
Zum Ende des zweiten Quartals lagen für das Solargeschäft von Siemens die Voraussetzungen, um nach International Financial Reporting Standards (IFRS) als nicht fortgeführte Aktivitäten klassifiziert zu werden, nicht mehr vor. Deshalb weist Siemens das Geschäft in den aktuellen Zahlen wieder unter den fortgeführten Aktivitäten im Sektor Energy aus. Ungeachtet dessen beabsichtigt der Konzern weiterhin, aus dem Solargeschäft auszusteigen.
Der Sektor Industry im Detail
Das Marktumfeld von Industry zeigte sich laut Löscher im 2. Quartal "herausfordernder als im Vorjahr". Davon betroffen waren sowohl die Ergebnisse bei den kurzzyklischen Geschäften als auch bei den Geschäften im Bereich der erneuerbaren Energien. Vor allem aufgrund einer geringeren Kapazitätsauslastung und einem weniger vorteilhaften Geschäfts-Mix ging das Ergebnis von Industry auf 350 Mio. Euro zurück und lag damit deutlich unter dem Ergebnis von 662 Mio. Euro ein Jahr zuvor. Darüber hinaus war das Ergebnis mit 49 Mio. Euro aus dem Produktivitätsprogramm 'Siemens 2014' belastet.
In der Division 'Industry Automation' sanken der Umsatz und Auftragseingang um jeweils 7 % auf 2,18 Mrd. Euro beziehungsweise 2,24 Mrd. Euro, das Ergebnis ging gar um 40 % auf 201 Mio. Euro zurück. Hier wirkten, beginnend mit dem abgelaufenen Berichtszeitraum, Effekte in Zusammenhang mit der Integration von LMS International NV (LMS). Von Rückgängen ausgenommen waren lediglich die Geschäfte der Division mit industrieller IT und Software, die von den jüngsten Akquisitionen, einschließlich LMS, profitierten.
Noch stärker als bei Industry Automation ging das Ergebnis in der Division 'Drive Technologies' zurück – um 47 % auf 147 Mio. Euro. Dies lag nach Angabe von Siemens hauptsächlich an Ergebnisrückgängen bei den kurzzyklischen Geschäften und dem Geschäft der Division im Bereich der erneuerbaren Energien. Der Umsatz dieser Geschäfte ging im Vorjahresvergleich prozentual zweistellig zurück. Der Umsatz der Division insgesamt nahm im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahresniveau um 10 % ab und lag bei rund 2,19 Mrd. Euro. Der Auftragseingang war schließlich um 11 % rückläufig (bei knapp 2,24 Mrd. Euro), vor allem aufgrund der schwächeren Nachfrage in Europa/GANO.
Der weitere Ausblick
Was den weiteren Verlauf des Geschäftsjahres 2013 betrifft, so will der Konzern das unternehmensweite Programm 'Siemens 2014' umsetzen. Ziel des Programms ist es, die Ergebnismarge der Summe der Sektoren bis zum Geschäftsjahr 2014 auf mindestens 12 % zu steigern. "Aufgrund der anhaltenden Herausforderungen in unseren Geschäften, deren Ergebnisse stark auf kurzfristige Änderungen im wirtschaftlichen Umfeld reagieren, gehen wir nun von einem moderaten Rückgang des Umsatzes auf organischer Basis gegenüber dem Vorjahr aus", prognostiziert Löscher.
Im Rahmen des Programms erwartet der Siemens-Chef Belastungen in den Sektoren von insgesamt bis zu 900 Mio. Euro für das ganze Geschäftsjahr. Nach dem angepeilten Gewinn gefragt, antwortet Löscher: "Angesichts dieser Entwicklungen und der Ergebnisse des ersten Halbjahres erwarten wir für das Geschäftsjahr 2013 einen Gewinn aus fortgeführten Aktivitäten, der sich dem unteren Ende unserer ursprünglichen Erwartungen von 4,5 Mrd. Euro annähern wird."













