Speicherprogrammierbare Steuerungen

Günter Herkommer,

RS Components nimmt S7-200 aus dem Programm

Der Distributor RS Components (RS) hat angekündigt, dass die bewährte Steuerung Simatic S7-200 von Siemens ab Oktober 2014 nicht mehr lieferbar ist und von der Micro-SPS der neuen Generation Simatic S7-1200 vollständig ersetzt wird. Siemens selbst hat die S7-200 bereits im Oktober 2013 zum Auslaufmodell erklärt.

© RS Components

Laut Siemens befindet sich die S7-200 noch bis zum 1.10.2015 im Status Auslaufmodell. Das heißt: Bei Siemens ist diese SPS - anders als bei RS Components - noch bis zu diesem Zeitpunkt bestellbar; allerdings nicht mehr von Neukunden. Nach dem 1.10.2015 geht die S7-200 bei Siemens in den Ersatzteil-Status über.

Zur Erinnerung: Zur Hannover Messe 2009 hatte Siemens mit der Vorstellung der Simatic S7-1200 einen Generationswechsel bei den Speicherprogrammierbaren Steuerungen eingeläutet. Bis dahin stand für die Geräteklasse der Kleinsteuerungen im Hause Siemens alleinig die Simatic S7-200. Anders als die Steuerungen der „Oberklasse“ – die S7-300 und die S7-400 – ließ sich die S7-200 allerdings nicht mit demselben Software-Tool Step7 programmieren. Mit dem Nachfolgemodell S7-1200 verfolgte Siemens unter anderem das Ziel, einen neuen Weg in puncto Engineering einzuschlagen und Schluss mit diesem Bruch zu machen beziehungsweise künftig eine durchgängige Programmier-Philosophie über alle künftigen SPS-Linien zu stülpen. Dreieinhalb Jahre nach der Vorstellung der S7-1200 hatte Siemens dann bekanntlich im November 2012 den Generationswechsel auch im mittleren und oberen SPS-Leistungsbereich eingeläutet – und zwar mit der Simatic S7-1500, die seither schrittweise die SPS-Baureihen S7-300 und S7-400 ablöst.

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Die S7-1200 im Detail

Bei der Kleinsteuerung S7-1200 handelt es sich um einen modularen Controller für kompakte Applikationen im unteren Leistungsbereich. Eine Besonderheit sind die Signal-Boards mit wahlweise je zwei IO-Schnittstellen und einem analogen Output. Diese Boards werden einfach auf die Vorderseite der CPU-Baugruppe aufgesteckt und ermöglichen so einen kompakten und vielseitigen Aufbau. Außerdem besitzt Simatic S7-1200 eine integrierte Profinet-Schnittstelle zur Vernetzung und Kommunikation zwischen Engineeringsystem, Controllern und HMI. Über diese Schnittstelle werden auch die Simatic-HMI-Basic-Panels zur Visualisierung angeschlossen. Nicht zuletzt verfügt die SPS gegenüber ihrem Vorgängermodel S7-200 über einen schnelleren Prozessor und ist mit fünf CPUs in unterschiedlichen Leistungsklassen erhältlich. Durch umfangreiche integrierte Funktionen wie Eingänge/Ausgänge für die Bewegungs- und Achsensteuerung, PID-Regler, Eingänge/Ausgänge für schnelle Zähler und analoge Eingänge/Ausgänge sind keine zusätzlichen Sondermodule erforderlich, wodurch Platz und Kosten gespart werden.

In allen CPU-Ausführungen der Steuerung S7-1200 ist in eine Ethernet Schnittstelle (PROFINET, TCP/IP native, ISO-on-TCP) integriert, bei den höher ausgestatteten Modellen als 2-Port-Version. Hierüber werden verteilte Netzwerkarchitekturen mit Eingängen und Ausgängen, Bedien- und Beobachtungssystemen (HMI), Laufwerken und weitere Profinet-Feldgeräten unterstützt. Diese Funktion ist besonders dienlich, wenn die Steuerung in einem vernetzten System arbeitet oder wenn mehr als ein HMI-Device angeschlossen wird. Für die Profibus-Kommunikation sind separate Erweiterungsmodule verfügbar.

Darüber hinaus ist der Fernzugriff von nahezu allen Einsatzorten innerhalb der Anlage durch ein GPRS-Modul möglich. Das ist bei der Instandhaltung äußerst nützlich, weil Fehler ferngesteuert behoben werden können, die Techniker durch übertragene Diagnosedaten Informationen schneller erhalten und Ersatzteile schon vor dem Reparatureinsatz beschaffen können. Konfiguriert wird die S7-1200 mit der Engineering-Software Step 7 Basic im TIA-Portal.

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