Quartalszahlen Werkzeugmaschinen
Optimistisch trotz Auftragsrückgang
Die deutsche Werkzeugmaschinen-Industrie rutscht abwärts: Im zweiten Quartal 2012 sank der Auftragseingang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 20 %, wie der Verband Deutscher Werkzeugmaschinen (VDW) mitteilt. Dennoch blickt VDW-Geschäftsführer Dr. Wilfried Schäfer optimistisch auf das zweite Halbjahr.
Die Inlandsbestellungen sanken im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 8 %. Die Auslandsbestellungen notierten 26 % niedriger als im Vorjahr – so das Resümee des VDW für die Werkzeugmaschinenindustrie im zweiten Quartal 2012. In den ersten sechs Monaten ist laut VDW der Auftragseingang um 13 % im Vergleich zum ersten Halbjahr 2011 gesunken. Hier lagen die Inlandsorders 6 % und die Auslandsbestellungen 17 % unter dem Vorjahresniveau.
Mit Blick auf die Euroschuldenkrise kommt dies für den VDW-Geschäftsführer nicht unerwartet: "Die Monate April bis Juni haben gezeigt, dass sich die Werkzeugmaschinen-Industrie nicht von der weltwirtschaftlichen Entwicklung abkoppeln kann." Allerdings habe das zweite Quartal im Vorjahr den stärksten Zuwachs bei den Auslandsbestellungen im gesamten Jahr gebracht, so dass der vergleichsweise hohe Orderrückgang im Ausland auch ein Basiseffekt sei.
Den Rest des Jahres sieht der Verband rosiger: Er erwartet, dass sich die Auslandsbestellungen wieder stabilisieren und ungefähr doppelt so viel Volumen in die Waagschale bringen werden wie das Inland. Im Inland habe die Werkzeugmaschinenindustrie eine breite Kundenbasis, die ihrerseits vom Export lebt. Vor allem Automobilindustrie und Zulieferer würden in neue Modellgenerationen und sparsame Antriebstechniken investieren. Der moderate Bestellrückgang im zweiten Quartal sei Sondereffekten durch Großaufträge in der Umformtechnik zu verdanken.
Den Auftragsbestand mit 8,4 Monaten im Juni dieses Jahres stuft der VDW nach 8,7 Monaten im Februar als sehr hoch ein. Die Kapazitäten seien nahezu voll ausgelastet. Zuletzt ist der Auslastungsgrad laut VDW sogar noch leicht angestiegen: von 95,1 % im April auf 96,9 % im Juli. Die Beschäftigung habe in den ersten fünf Monaten über 6 % zugelegt: Rund 68.600 Mitarbeiter arbeiten derzeit in der Werkzeugmaschinen-Industrie.










