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Artikel und Hintergründe zum Thema

Siemens

Inka Krischke,

Kooperation für das Elektroauto der Zukunft

Ein Elektroauto mit neuartiger Elektronik- und Software-Architektur auszurüsten, ist Ziel einer am 17. Juli zwischen der zentralen Siemens-Forschung und dem Elektrofahrzeughersteller StreetScooter getroffenen Vereinbarung. Die Technologie wurde im Rahmen des RACE-Projekts entwickelt.

© Siemens

RACE ist ein vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gefördertes Forschungsprojekt, bei dem Siemens Konsortialführer ist. Damit wird es erstmals möglich sein – ähnlich dem ‚Plug & Play‘-Prinzip am heimischen PC – Funktionen wie elektrisches Bremsen oder Systeme wie Spurhalteassistenten nachzurüsten. Bis Dezember 2014 wollen die Unternehmen im Siemens-Forschungszentrum München-Neuperlach die RACE-Architektur in einen elektrischen Lieferwagen integrieren. Ziel der Kooperation ist es, die neue Technologie erstmals in der Praxis zu testen.

„Wir glauben, dass RACE ein erhebliches Potenzial bietet und den Aufbau künftiger Autos revolutionieren könnte“, sagt Prof. Armin Schnettler, der das Projekt bei der zentralen Siemens-Forschung verantwortet. „In Zukunft erwarten wir einen Einsatz von standardisierter Hardware und flexiblen Apps. Entwicklungszeiten werden deutlich reduziert, gleichzeitig steigt die Individualisierung – nicht nur in der Automobilbranche.“

Die Firma StreetScooter erhofft sich mit Hilfe von RACE, neue Funktionen in ihren Autos schnell, flexibel und mit geringem Kostenaufwand selbst entwickeln und anpassen zu können. „Wir möchten nicht nur die Möglichkeiten haben, Updates einzuspielen, sondern auch Erstentwicklungen für unsere Kunden individuell gestalten“, sagt Prof. Achim Kampker, Geschäftsführer von des Unternehmens.

Bei RACE (Robust and Reliant Automotive Computing Environment for Future eCars) geht es darum, die immer komplexer werdende Elektronik-Architektur von Autos deutlich zu vereinfachen. Heute sind in einem Mittelklasse-Fahrzeug oft über 70 verschiedene Steuergeräte verbaut, die alle untereinander vernetzt sind. Hinzu kommen mehrere tausend Teilfunktionen, die auf diesen Geräten ausgeführt werden und untereinander Daten austauschen. Bei RACE dagegen steuert eine zentralisierte Rechnerarchitektur das Auto – analog zu Technologien der modernen Luftfahrt. Mit einer solchen einheitlichen Software-Architektur lassen sich neue Funktionalitäten einfach und schnell entwickeln. Zudem lassen sich Software-Funktionen ähnlich wie bei Smart Phones auf das Fahrzeug ‚aufspielen‘ – von Infotainment bis zu sicherheitskritischen Funktionen wie Fahrerassistenzsystemen.

Auch das autonome Fahren wird so vereinfacht. RACE ermöglicht besonders Kleinserien-Herstellern, auf Kundenwünsche flexibel und schnell einzugehen. Projektpartner von RACE sind Siemens, AVL Software and Functions, fortiss, die Fraunhofer-Gesellschaft., TRW Automotive, RWTH Aachen, TU München sowie die Universität Stuttgart. Das Projekt startete 2012, läuft bis Ende 2014 und hat ein Volumen von rund 20 Millionen Euro.

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