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Artikel und Hintergründe zum Thema

Balluff zur SPS Connect

Inka Krischke | Inka Krischke,

Einfach nachgerüstet

Im letzten Jahr hat Balluff den Condition-Monitoring-Sensor ‚BCM‘ vorgestellt, der mit nur einem Gerät vier Messgrößen erfasst. Was sich in Sachen Condition Monitoring seitdem getan hat, erläutert Stefan Hornung, Portfoliomanager für Condition Monitoring Solutions bei Balluff.

© Balluff

Herr Hornung, Condition Monitoring ist eins der Trendthemen der Industrie. Was gibt es dazu Neues von Balluff?

Stefan Hornung: Condition Monitoring ist weit mehr als nur ein einzelner Sensor. Daher treiben wir dieses auch am Markt sehr virale Thema seit Anfang 2020 im Rahmen von firmeninternen Inkubationsprogrammen voran. Interne Balluff-Teams fokussieren sich auf einzelne Themen und agieren nach sogenannten ‚Lean-Start-up‘-Prinzipien: Im Mittelpunkt steht dabei eine schnelle und flexible Zusammenarbeit ohne starre Rollenbeschreibung oder Prozesse – dafür mit agilen Strukturen und einem engen Austausch mit den Kunden. Eins dieser Teams beschäftigt sich intensiv mit Lösungen im Bereich Condition Monitoring: Auf der Grundlage von Werteversprechen werden zunächst Prototypen erstellt und diese dann iterativ auf Basis von Kundenfeedbacks verbessert. So entsteht in verhältnismäßig kurzer Zeit ein verkaufsfähiges Serienprodukt. Erstes Ergebnis ist das ‚Condition Monitoring Toolkit‘, kurz CMTK.

Was ist das Besondere daran‘?

Kurz zusammengefasst: Der ganzheitliche Ansatz zur einfachen und wirksamen Überwachung von Maschinen und Anlagen. Die Plug and play-Inbetriebnahme mit nahezu allen verfügbaren IO-Link-Sensoren ermöglicht eine Nutzung in fast jeder industriellen Anwendung. Denn die Daten, um Anlagenstillstände und Produktionsausfälle zu vermeiden, sind ruck-zuck und in kürzester Zeit verfügbar.

Wie erfolgt die Installation?

Da das CMTK-System komplett unabhängig ist von der Steuerung und der 
Infrastruktur der Anlage, in der es instal-liert wird, eignet es sich natürlich für 
Neuanlagen, insbesondere aber auch für die Nachrüstung von Bestandsanlagen. Gerade die Aufrüstung bestehender Anlagen bringt großen Nutzen, da diese bisher oft ohne jede zustandsüberwachende Sensorik betrieben werden und so keinerlei Daten über den Zustand automatisiert erfasst und ausgewertet werden. Ohne Überwachung haben Bestandsanlagen somit ein viel größeres Risiko, ungeplant auszufallen.

Wie stellen Sie die Sicherheit der erfassten Daten sicher? 

Aus Gründen der Sicherheit der Anwenderdaten ist das CMTK so ausgelegt, dass es ohne Anbindung an Cloud oder Internet funktioniert. Die erfassten Daten lassen sich auf dem Gerät speichern oder über ein firmeninternes Netzwerk in eine On-Premise-Datenbank übertragen. Ein User-Management-System mit verschiedenen Zugangsberechtigungen stellt zudem sicher, dass nur berechtigte Personen Zugriff auf Einstellungen und Daten haben.

Arbeitet das System herstellerunabhängig?

Anschließen lässt sich jeder am Markt verfügbare IO-Link-Sensor. Wichtig ist, dass die zum Sensor gehörende Identi­fikationsdatei – IODD – auf dem CMTK-System hinterlegt ist. Die IODDs aller heute verfügbaren IO-Link-Sensoren von Balluff sind bereits im CMTK vorhanden. Für zusätzliche Sensoren auch ­anderer Hersteller lassen sich die In­formationen jederzeit – unabhängig von einem Internetzugang – nachträglich aufspielen.

Auf welche Anwendungen oder Branchen zielen Sie ab?

Derzeit gibt es am Markt über 6000 IO-Link-Sensoren für alle möglichen physikalischen Größen und Zustände, die sich alle zusammen mit dem ‚CMTK‘ nutzen lassen. Ergo ist es nahezu egal, welche Maschine, Anlage oder welcher Prozess überwacht werden soll – die möglichen Anwendungen sind breit gefächert.

Wann kommt das System voraussichtlich auf den Markt? 

Durch die Nutzung der Lean-Start-Up-Prinzipien war es möglich, die Entwicklungszeit für das ‚CMTK‘ signifikant zu reduzieren, sodass wir mit seiner Markteinführung schon zum Ende des ersten Quartals 2021 rechnen. Zum Testen in einzelnen Pilotanwendungen stehen bereits jetzt Prototypen zur Verfügung. 

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