Siemens
Dr. Heinrich Hiesinger geht zu ThyssenKrupp
Der Aufsichtsrat der Siemens AG wird am 9. Juni 2010 zu einer außerordentlichen Sitzung zusammentreffen. Hintergrund ist die vorgeschlagene Berufung von Dr. Heinrich Hiesinger zum künftigen Vorsitzenden des Vorstands der ThyssenKrupp AG.
Das Präsidium des Aufsichtrats der Siemens AG hat dem Aufsichtsrat empfohlen, Hiesingers Wunsch auf Zustimmung zur vorzeitigen einvernehmlichen Niederlegung seines Mandats als Vorstandsmitglied der Siemens AG zum 30. September 2010 zu entsprechen.
Zugleich schlägt das Präsidium vor, Prof. Dr. Siegfried Russwurm im Zuge einer Neuverteilung der Aufgaben im Vorstand mit Wirkung zum 1. Juli 2010 die Leitung des Sektors Industry zu übertragen und Brigitte Ederer, derzeit Vorsitzende des Vorstands der Siemens AG Österreich und Geschäftsführerin des Clusters Central-Eastern-Europe, mit Wirkung zum 1. Juli 2010 in den Vorstand der Siemens AG zu berufen. Ederer soll mit der Leitung des Personalressorts und der Betreuung der Region Europa betraut sowie zur Arbeitsdirektorin nach § 33 MitbestG bestellt werden.
Wie die Nachrichtenagentur Reuters mitteilt, soll der 49-Jährige Hiesinger die Nachfolge des langjährigen ThyssenKrupp-Chefs Ekkehard Schulz übernehmen. Die Entscheidung dürfte maßgeblich von Aufsichtsratschef Gerhard Cromme vorangetrieben worden sein, der in beiden Unternehmen den Kontrollgremien vorsitzt. Die bislang bei ThyssenKrupp als Kronprinzen gehandelten Manager Edwin Eichler, Olaf Berlien und Alan Hippe haben damit das Nachsehen.
Hiesinger soll im Oktober in den Vorstand von ThyssenKrupp wechseln und dann im Januar den Chefposten übernehmen. Er ist seit 2007 im Vorstand der Siemens AG und war dort zuletzt für die Industriesparte zuständig. Der Manager hat sein ganzes Berufsleben bei dem Münchner Konzern verbracht. Als im Zuge der Korruptionsaffäre 2007 der alte Siemens-Vorstand auseinanderbröckelte, rückte der frühere Chef der Gebäudetechniksparte und des Energieübertragungssegments in das Führungsgremium auf. Siemens-Chef Peter Löscher vertraute dem promovierten Elektroingenieur wenig später das neu gebündelte Geschäft mit Industrietechnik an, das zuletzt am schlimmsten von der Wirtschaftskrise gebeutelt wurde.









