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Artikel und Hintergründe zum Thema

Bosch Rexroth

Meinrad Happacher,

Die konsequente Öffnung

Im September 2019 kündigte Bosch Rexroth erstmals ctrlX Automation an: eine offene Software-Architektur in Verbindung mit einer neuen Hardwareplattform. Jetzt folgt ein für Steuerungshersteller bis dato einmaliger Schritt: die Aufgabe der Hardware-Exklusivität.

Steffen Winkler, Vertriebsleiter (v.l.nr.) und Thomas Fechner, Senior Vice President der Business Unit Automation & Electrification Solutions bei Bosch Rexroth: „Wir gehen den Schritt, dieses Betriebssystem auch anderen Anbietern von Automatisierungs­komponenten zur Verfügung zu stellen und beweisen damit unser Bekenntnis zur maximalen Offenheit!

© WFM

Bosch Rexroth stellte 2019 den Automatisierungsbaukasten ctrlX Automation vor und folgte damit dem Trend »hin zu verteilten software- und datenbasierten Automatisierungslösungen – von der Feldebene über Edge-Devices bis in die Cloud«, so Steffen Winkler, Vertriebsleiter der Business Unit Automation & Electrification Solutions. 2021 folgte der Sprung von der offenen Plattform zum industriellen Partnernetzwerk mit dem App-Store ctrlX World. Jetzt geht das Unternehmen einen in der Automatisierungstechnik bis dato einzigartigen Schritt: Das echtzeitfähige, Linux-basierte Betriebssystem, das bisher exklusiv auf der Steuerung ctrlX Core zum Einsatz kam, steht künftig als separate Lösung für das industrielle Umfeld zu Verfügung. Sprich: Bosch Rexroth bietet mit ctrlX OS ein Linux-basiertes Betriebssystem, das für den Real-Time-Einsatz im industriellen Umfeld konzipiert wurde, zum Kauf an.

Diese weitgehende Öffnung bringt laut Winkler viele Vorteile mit sich: so können über alle Ebenen der Automatisierungstopologie hinweg softwarebasierte Funktionen einfacher und flexibler entwickelt, installiert, aktualisiert und betrieben werden. Durch die Hardware-Unabhängigkeit ist auch der Betrieb einer virtuellen Steuerung auf Hypervisor-Plattformen, im Rechenzentrum, auf Edge-Servern oder in der Cloud möglich. Das Betriebssystem unterstützt App-Technologie, webbasiertes Engineering, sicheres User-Management und den Datenaustausch über den ctrlX Data Layer. Darüber werden alle Geräte im Netzwerk verbunden. Für alle Devices steht eine einheitliche Toolchain und ein Software Development Kit (SDK) zur Verfügung. Das ctrlX Device Portal ermöglicht ein Device Management weltweit. Dabei handelt es sich um einen digitalen Service für die Ausbringung neuer Software-Funktionen, Verwaltung und Pflege von Geräteeinstellungen oder Fernwartung. Über ctrlX OS besteht zudem Zugriff auf alle Apps aus dem ctrlX Store und die ctrlX Automation Community. Anwender können eigene Software auf jeglicher Hardware, passend zur Applikation, betreiben. Und das Ganze findet laut Winkler auf einer sicheren Ebene statt: Ein gehärteter Software-Stack sorgt für ein hohes Maß an Cybersecurity.

Die Hardware-Loslösung scheint dem App-Store Auftrieb zu verleihen: »Wir konnten die Anzahl der Drittanbieter innerhalb weniger Wochen von 50 auf aktuell 65 erhöhen«, erklärt Hans Michael Krause, Leiter des Produktmanagement CtrlX World. Bis zur SPS im November sollen noch einmal 10 Partner hinzukommen. Zu den neuesten Partnern gehören Salesforce und Sick. CRM-Anbieter Salesforce will Anwender bei der Umsetzung von digitalen Service-Konzepten unterstützen. Mit den Apps und Services (SaaS) können Unternehmen ihre Wertschöpfungskette und Partner vernetzen, neue Services implementieren und Prozesse automatisieren. So lassen sich zum Beispiel neue Geschäftsmodelle, proaktive Services und zentrale digitale Touchpoints ausprägen.

Sick wird das Eco-System AppSpace – ein Engineering-Framework für Sensorapplikationen – auf der Steuerung ctrlX Core anwendbar machen. Dies öffnet das Tor zu Sensor-Apps und digitalen Dienstleistungen.

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