ABB
Der neue Fünf-Jahres-Plan
Bis 2020 strebt ABB eine jährliche Umsatzsteigerung von 4 bis 7 Prozent an. Wie der seit einem Jahr amtierende Konzernlenker Ulrich Spiesshofer dies erreichen will, legte er am 8. September der Presse und den Investoren dar.
So sieht der ABB-Chef für die nächsten fünf Jahren gute Wachstumschancen im angestammten Geschäftsfeld der Energie- und Automatisierungstechnik; insbesondere, weil allein das Marktvolumen in diesem Bereich von heute rund 600 Mrd. Dollar auf 750 Mrd. Dollar bis 2020 steigen soll. Profitable Wachstumschancen für ABB sieht Spiesshofer in der Versorgungsindustrie durch das Aufkommen von Mikronetzen und die Entwicklung digitaler Netze; den Bedarf an neuartigen Anlagen in der Prozessindustrie, etwa in den Märkten Öl, Gas und Bergbau; oder im Bereich Transport und Infrastruktur durch die steigende Nachfrage nach der Elektrifizierung von Rechenzentren und des öffentlichen Transportwesens. Dem Unternehmen ABB attestiert Spiesshofer in diesen Disziplinen eine starke Wettbewerbsposition, wenngleich es durchaus noch Gebiete gäbe, wo "wir erst noch zur Nr. 1 aufsteigen müssen." Um die gegebenen Wachstumschancen möglichst voll auszuschöpfen, will ABB unter anderem die Kundenzufriedenheit steigern und das Wertschöpfungsportfolio in den Bereichen Beratung und Engineering, Software und Value-Added-Services ausbauen.
In Zahlen ausgedrückt strebt ABB im Zeitraum von 2015 bis 2020 eine jährliche Steigerungsrate des operativen Gewinns pro Aktie (EPS) um 10-15 Prozent sowie eine attraktive Cashflow-Rendite auf das investierte Kapital (CROI) im mittleren Zehnerprozentbereich an. Der Umsatz soll auf vergleichbarer Basis um 4-7 Prozent pro Jahr wachsen und damit das vorhergesagte BIP- und Marktwachstum übertreffen. Im gleichen Zeitraum will ABB die nun in operativem EBITA gemessene Rentabilität in einem Band von 11-16 Prozent verbessern. Dabei soll eine durchschnittliche Free Cashflow Conversion von über 90 Prozent erreicht werden. Die neuen finanziellen Ziele gelten ab dem 1. Januar 2015.
Das Energie- und Automationsportfolio wird auch zukünftig in den jeweiligen Geschäftseinheiten gemanagt – unter der Leitung der fünf Divisionen Power Products, Power Systems, Discrete Automation and Motion, Process Automation und Low Voltage Products. Ab Januar 2015 wird allerdings die regionale Struktur von acht auf drei Regionen - Asien, Naher Osten und Afrika; Nord- und Südamerika; Europe – gestrafft. Peter Terwiesch, derzeit Leiter der Region Zentraleuropa und Deutschland, wird als Leiter der Division Prozessautomation in die Konzernleitung berufen.
Neben den strukturellen Änderungen kündigte Spiesshofer zum 16. September 2014 zudem den Start eines Aktienrückkauf-Programms in Höhe von 4 Mrd. Dollar an. Das Unternehmen beabsichtigt, etwa drei Viertel des Rückkaufprogramms zur Reduzierung des Aktienkapitals einzusetzen, und den Rest für die globale Unterstützung der Mitarbeiteraktienprogramme an denen über 22.000 Mitarbeiter teilnehmen.










