ABB
Industrieroboter assistiert im Schuhgeschäft
Einen besonderen Clou haben sich die Geschäftsführer für die Eröffnung ihres Berliner Schuhgeschäftes 'Solebox' während der Fashion Week ausgedacht: Der Kunde bekommt die gewünschten Schuhe nicht von einem Verkäufer aus Fleisch und Blut gereicht, sondern von einem ABB-Industrieroboter. Das Ladenkonzept orientiert sich am Design eines klassischen Industrielagers.
"Neben Metallregalen, Kränen und weiteren Elementen aus Stahl und Beton haben wir uns auch für einen ABB-Industrieroboter entschieden", erklärt Hikmet Sugör, der zusammen mit seinem Bruder das Berliner Schuhgeschäft führt. Inspirieren lassen haben sich die Brüder Sugör von 'Yobot', einem Roboter, der in einem New Yorker Hotel das Reisegepäck der Gäste vollautomatisch einlagert und wieder ausgibt. In Berlin ist es nun ein IRB 2600, der auf Knopfdruck besondere Schuhmodelle an den Kunden ausgibt und diese auch wieder in ein passendes Regalfach zurückstellt.
Die komplette Lösung wurde von ABB-Systemintegrator KleRo Roboterautomation geplant und installiert. Die besondere Herausforderung bestand laut KleRo-Geschäftsführer Holger Klempnow in der Entwicklung einer Roboterzelle, die sich gleichermaßen von Schuhverkäufern und den Kunden bedienen lässt. Um an eines der Schuhmodelle zu kommen, wählt der Kunde auf einem Touchscreen die Platznummer, von der die Schuhbox abgeholt werden soll, aus. Der Roboter fährt dann die gewünschte Regalposition an, greift die Box und legt sie in einer am Zellenrand befindlichen Schublade wieder ab. Der Kunde kann die Box von dort komfortabel entnehmen. Soll die Schuhbox wieder zurückgestellt werden, muss sie lediglich zurück in die Schublade gestellt werden. Der Roboter greift die Box dann wieder und sortiert sie in das Regal ein. Einen freien Regalplatz findet er dank eines am Greifer montierten Sensors.
Um einen sicheren Betrieb garantieren zu können, wurde die gesamte Zelle mit moderner Sicherheitstechnik ausgestattet. Dank der ABB-Software 'SafeMove', die eine präzise Begrenzung der Roboterbewegungen und -geschwindigkeiten erlaubt, konnte so zum Beispiel der Roboter sehr nah an der Glasscheibe zum Ladenbereich installiert werden. Dies spart Platz und ermöglicht es allen Kunden, den Roboter hautnah in Aktion zu sehen. Eingebunden in das Sicherheitssystem wurde auch die Schublade für die Übergabe an den Kunden. Eine große Herausforderung war die sichere Verankerung des Roboters im Ladenboden - "normalerweise werden Roboter in speziellen Betonböden verdübelt. Da sich der Laden aber im Erdgeschoss von einem 100 Jahre alten Wohnhaus befindet, schied diese Möglichkeit aus", erläutert Klempnow. In Berlin ist die Alternative für eine sichere Fixierung des Roboters eine Stahlkonstruktion.










