Rockwell Automation

Meinrad Happacher,

Das Know-how sitzt in Europa

Rockwell Automation hat das Geschäftsjahr 2010 mit einem Umsatzplus von 12 % abgeschlossen. Welche Ziele das Unternehmen in Deutschland verfolgt und welche neuen Produkte auf der Messe zu sehen sind, erläutert der für Nordeuropa verantwortliche Verkaufsdirektor Thomas Donato.

Thomas Donato: „Wir wollen unseren Umsatz in bestimmten Segmenten bis 2013 verdreifachen!”

Herr Donato, als Absatzmärkte rücken immer stärker die asiatischen Länder in den Vordergrund. Wie wichtig ist denn der europäische und explizit der deutsche Markt noch für ein US-amerikanisches Unternehmen wie Rockwell Automation?

Donato: Der europäische Markt ist für uns nach wie vor sehr wichtig: Europa ist strategisch ein wichtiger Standort und beeinflusst durch Innovationen und Know-how maßgeblich das Geschäft beispielsweise in den BRIC-Staaten. Deshalb wollen wir in Europa 30 % des globalen Umsatzes erzielen. Derzeit liegen wir bei zirka 22 %.

Welchen Marktanteil haben Sie heute in Deutschland und wie sehen Ihre umsatztechnischen Ziele für die nächsten Jahre aus?

Donato: In einigen Segmenten wachsen wir augenblicklich weit überproportional zum Markt und können Marktanteile hinzugewinnen. Hier ist in erster Linie die Verpackungsindustrie zu nennen. In anderen Industriezweigen weisen wir bei einigen Kunden eine Durchdringung von über 80 % vor. Das Segment der pharmazeutischen Industrie decken die MES-Lösungen von Rockwell Automation weltweit zu zirka 15 % ab. Durch Innovationen durchdringen wir den gesamten pharmazeutischen Produktlebenszyklus und können somit unsere Stellung verstärkt ausbauen. In diesem stark segmentierten Markt bedeutet das eine klare Marktführerschaft.

Aber zurück zum deutschen Markt: Er bietet uns großes Wachstumspotenzial. Insbesondere die Bereiche Prozessindustrie und Maschinenbau werden wir weiter ausbauen und stärken. Konkret wollen wir in Deutschland in bestimmten Segmenten - zum Beispiel bei den Steuerungen CompactLogix - die Verkaufszahlen bis 2013 verdreifachen. Und die Zahlen der letzten sechs Monaten bestätigen uns: Wir haben unsere Planungen bis dato schon weit übertroffen.
Wir bauen verstärkt unsere Vertriebs- und Marketingaktivitäten aus. Die am 31. Oktober gesenkten Listenpreise in Deutschland dürften bei dieser Entwicklung hilfreich sein.

Es ist nicht zu erwarten, dass der deutsche Markt bis 2013 um den Faktor 3 wächst. Mit welchen Mitteln wollen Sie also Ihrer Konkurrenz Marktanteile abzwacken?

Donato: Unser Portfolio ist so aufgestellt, dass wir nahezu jede Aufgabe im Automatisierungsumfeld, sei es im Maschinenbau oder im Endanwenderumfeld, lösen können. Grundvoraussetzung dafür ist die Fokussierung auf unsere Stärken, wie etwa die Durchgängigkeit - vom Sensor bis zur Leitebene -, und auf das Thema Skalierbarkeit. Mit der Skalierbarkeit sind wir in der Lage, das optimale Kosten-Nutzen-Verhältnis für unsere Kunden zu erzielen. Der Endanwenderfokus von Rockwell Automation liegt auf industriespezifischen Zielmärkten wie Lebensmittel-, Getränke-, Konsumgüter-, Öl und Gas-, Pharma- und Automobilindustrie. Dieser Fokus ist synchronisiert mit unseren globalen Zielmärkten und Produktentwicklungen. Für diese haben wir weltweit tätige Teams etabliert, die das Geschäft mit unseren wichtigsten Kunden global vorantreiben. Diese Aktivitäten nutzen wir auch, um unser Geschäft durch die existierenden Referenzen auszuweiten.

Ist von Ihrer Strategie produkttechnisch auf der SPS/IPC/Drives schon was zu sehen?

Donato: Wir zeigen beispielsweise mit dem Servoantrieb Allen-Bradley Kinetix 3 eine Lösung, mit der Maschinenbauer für einfache Anwendungen die Komplexität herkömmlicher Servolösungen umgehen können. Zu den Neuheiten gehören auch die nächste Generation von programmierbaren Steuerungen, skalierbare integrierte Safety-Funktionen, neueste Produkte und Lösungen über Ethernet/IP sowie CIP Motion über Ethernet/IP. Grundsätzlich steht unser diesjähriger Messe-Auftritt unter dem Motto ‚Skalierbare, modulare und energieeffiziente Lösungen für die werksweite Optimierung.‘ Dabei sprechen wir das Zusammenspiel von Maschinenbauern und Anlagenbetreibern an.

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