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Artikel und Hintergründe zum Thema

OPC Foundation

Meinrad Happacher,

OPC UA »modelliert« die Cloud-Welt

Der Startschuss der OPC Foundation Cloud Initiative erfolgte im April diesen Jahres. Jetzt zur SPS verkündet Stefan Hoppe, Präsident der OPC Foundation, gewissermaßen einen Durchbruch der Anstrengungen.

V. l. n. r.: Stefan Hoppe (OPC Foundation), Erich Barnstedt (Microsoft), Dr. Christian Mosch (IDTA) und Dr. Stefan Schork (ZVEI) freuen sich, dass OPC UA auch bei der Gestaltung des Digitalen Product Passports Einzug findet. Stefan Hoppe: „Dafür gebührt Erich Barnstedt der Friedensnobelpreis der Automatisierungs-Standardisierer.“ © OPCF

Die OPC Foundation erfreut sich inzwischen eines großen Zuspruches der Cloud-Welt. »Wer hätte jemals gedacht, dass Alibaba Cloud, Amazon Web Services, Huawei Cloud, Microsoft Azure, SAP Cloud und nun jüngst auch Google Cloud unter dem Dach der OPC Foundation zusammenfinden«, sagt Stefan Hoppe und ergänzt: »all diese Cloud-Anbieter haben nun zusammengefunden, um die von unseren Partnern - wie dem VDMA - mit OPC UA modellierten Informationen der Assets auch in ihren Cloud-Lösungen zu verwenden!«

Bislang hätten viele Anbieter der IT- und Cloud-Welt OPC UA als reines Transportprotokoll wahrgenommen. Und natürlich transportiere niemand, so Hoppe, »Daten mit OPC UA per TCP oder UDP innerhalb von Cloud-Lösungen. Dafür sind seit 2016 REST-Schnittstellen oder seit 2018 MQTT für OPC UA einsetzbar.«

Die IT-Welt entdecke aber jetzt den einzigartigen Kern von OPC UA als Modellierungssprache: »Wir liefern eine äußerst leistungsfähige Beschreibungssprache um Daten, Schnittstellen und das Verhalten der Applikationen zu beschreiben – und das wissen die Cloud-Anbieter und -Anwender zu schätzen.«

Praveen Rao, von Google Cloud begründet den nun erfolgten Beitritt zur Cloud Intitiative der OPCF: »Die Interoperabilität von Daten zwischen OT-, IT- und Cloud-Umgebungen ist ein wichtiger Geschäftsfaktor für Hersteller. Die Cloud Initiative stellt sicher, dass unsere Kunden in der Fertigungsindustrie die Werkzeuge und Technologien haben, die sie benötigen, um eine nahtlose Integration zu erreichen und das volle Potenzial ihrer Daten in der Cloud.«

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Premiere: ein End-User Counsel

Die OPC Foundation hat nun zudem erstmals in ihrer Geschichte ein End-User Counsel gegründet, um die Ziele und die Architektur der Cloud Initiative direkt mit den Anforderungen der Anwender zu validieren und zu koordinieren. Fünfundzwanzig Unternehmen nahmen an der Auftaktsitzung teil, darunter Boehringer-Ingelheim, ContiTech, Danone, Equinor, L‘Oreal Operations, Miele, Mondelez, Renault-Group, Japan Tobacco International, Tetra Pak und Volkswagen. Thierry Daneau von der Renault Group sagt: »Wir glauben fest an die Bedeutung der OPC UA Cloud Initiative, da sie den letzten Schritt zur Standardisierung von OPC UA in der Cloud darstellt. Wir sind zuversichtlich, dass die Ergebnisse dieser Arbeitsgruppe die Beibehaltung der Modellstrukturierungslogik auch innerhalb der Cloud-Schicht ermöglichen, die Herausforderung der Skalierbarkeit angehen und somit die Vision einer vollständig strukturierten und standardisierten Datenerfassungskette erreichen werden.«

Der Digitale Product Passport (DPP)

Stolz ist Hoppe aber ganz besonders auf den in Kooperation mit CESMII und der IDTA entstehenden Proof of Concept eines Digitalen Product Passports, wie ihn die EU anstrebt.

Hintergrund ist: Das CESMII, das LNI 4.0, das Digital Twin Consortium, der ECLASS e.V., die Industrial Digital Twin Association (IDTA), die OPC Foundation (OPCF) ,der VDMA und der ZVEI haben sich zusammengeschlossen, um eine Best-of-Breed-Systemarchitektur für den kommenden Digital Product Passport (DPP) zu schaffen, indem sie die besten Aspekte der Asset Administration Shell, OPC UA und anderer verwandter Technologien kombinieren. Durch die Nutzung der Smart Manufacturing Profiles von CESMII, die mit OPC UA modelliert werden, und deren Integration mit der Semantik der Asset Administration Shell und ECLASS kann das bestehende Ökosystem der OPC UA Modellierungswerkzeuge für die Erstellung von DPPs genutzt werden. Um auf die resultierenden DPPs zuzugreifen, lassen sich die bestehenden REST-Schnittstellen von OPC UA und der Asset Admin Shell verwenden. Eine Integration mit den Eclipse Dataspace Components (EDC) ist ebenfalls möglich, wodurch ein internationaler Datenraum geschaffen wird. »Ich freue mich, dass es uns gelungen ist, einen Konsens mit so vielen der führenden Industrie 4.0-Konsortien und -Institute zu erzielen, um diese gemeinsame Architektur zu schaffen«, sagte Erich Barnstedt von Microsoft. »Mit diesem Ansatz können Unternehmen ihre bereits getätigten Investitionen in die OPC-UA-Technologie nutzen, um auf einfache Weise digitale Produktpässe für ihre Branche zu erstellen und diese über standardisierte Schnittstellen, Datenmodelle, Datenformate und Semantik in ihrer Lieferkette verfügbar zu machen. Ich bin davon überzeugt, dass dies der DPP-Technologie den notwendigen Akzeptanzschub gibt, den sie braucht, um die von der Europäischen Kommission gesetzte Frist bis 2027 einzuhalten.«

OPC Foundation auf der SPS 2024: Halle 5 Stand 140

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