Robotik

Davina Spohn,

Sehnengesteuerter Humanoid-Roboter entsteht

An der Entwicklung einer neuen Generation humanoider Roboter tüfteln Forscher des Artificial Intelligence Laboratory mit Wissenschafts- und Industriepartnern - in den menschenähnlichen Roboter 'Roboy' soll aktuelles Robotik-Wissen einfließen. Das Fertigstelldatum ist ambitioniert - die Forscher rufen Robotikfans und Firmen zur Unterstützung auf.

© Maxon Motor

Ziel des Projektteams unter der Leitung von Prof. Rolf Pfeifer ist es, den 1,30 m großen Roboter auf der internationalen Robotikmesse 'Robots on Tour' im März 2013 der Öffentlichkeit vorzustellen. Dann soll 'Roboy' die Messebesucher mit Gesichtserkennung und Sinnen wie Hören und Reden zum Staunen bringen. Vor rund zwei Monaten, im Juli 2012, begannen die Wissenschaftler das ehrgeizige Projekt in die Tat umzusetzen. Insgesamt neun Monate gibt sich damit das Projektteam bis zur Fertigstellung des Roboters. Es möchte mit 'Roboy' aufzeigen, an welchen Themen die Wissenschaft im Bereich der Robotik derzeit arbeitet und welche Technologien bereits serienreif einsatzfähig sind.

Der mit seinem runden Kopf niedlich anmutende 'Roboy' baut auf der Technologie des 'ECCE Robots', der bereits in  einem Kooperationsprojekt entwickelt wurde, auf. Beide Roboter-Typen besitzen eine sehnengesteuerte Antriebstechnologie. Präzise arbeitende Elektromotoren sind die künstlichen Muskeln, die menschenähnliche Bewegungen erlauben. Auch soll 'Roboy' mit einer ausgeklügelten Sensorik auf die Umgebung reagieren und mit dieser interagieren. Projektinitiator Prof. Rolf Pfeifer erkennt darin ein vielversprechendes Potenzial für die Mensch-Maschine-Kommunikation: "Da sich Roboter physisch in der Umwelt bewegen, führt dies zu völlig neuartigen Interaktionen zwischen Mensch und Maschine, die weit über die bisherige Informationstechnologie wie Laptop oder Smartphones hinausgehen."

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Das im Roboy-Projekt erzeugte Know-how stellt das Projektteam Forschern, Robotikfans und technisch Interessierten frei zur Verfügung. Was der Roboter kann und sein wird, bestimme die Community, heißt es im Roboy-Internetauftritt. "Wir definieren mit 'Roboy' eine neue Entwicklungs-Plattform für humanoide Roboter, die von allen genutzt und weiterentwickelt werden kann und soll", erklärt Prof. Rolf Pfeifer. Um die Entwicklungszeiten und Entscheidungswege deutlich zu beschleunigen, soll der humanoide Roboter bewusst aus privaten Mitteln finanziert und durch private Firmen konstruiert werden. Insgesamt 500.000 Schweizer Franken - umgerechnet rund 416.000 Euro - will das Projektteam zusammenbringen. 'Roboy' ist dafür käuflich: Ein Fotoshooting mit ihm auf der 'Robots on Tour' kostet etwa 500 Schweizer Franken. Ein Dinner mit 'Roboy' und Prof. Rolf Pfeifer liegt bei 5.000 Schweizer Franken.

Neben den Wissenschaftlern des AI Labs besteht das Projektteam aus verschiedenen Forschergruppen, wie die Technische Universität München, das Bio-Inspired Robotics Laboratory der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich, dem Unternehmen Awtec und der Züricher Hochschule für Angewandte Wissenschaften Zhaw. Die Gesamtprojektleitung hat die Schweizer Öffentlichkeitsagentur Konzeptagentur inne. Hauptprojektpartner ist Maxon Motor.

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