Sick
Automatisierte Echtzeitmessung von Schiffsemissionen
‚Digitization and Verification of Marine Live Emission Data‘ heißt ein Forschungsprojekt, das ein Konsortium unter Leitung von Sick gestartet hat. Ziel ist, eine Lösung zu entwickeln, mit der Emissionsdaten von Schiffen in Echtzeit digital erhoben und verifiziert werden.
Ein Konsortium will die Zukunft des maritimen Emissionsmonitoring- und -reportings gestalten. Christoph Gessner (Offen Group), Benjamin Witt (DNV), Constantin Schwarze (Hamburg Port Authority), Hinrich Brumm (Sick), Jürgen Schmelting (Fraunhofer ISST), Manfred Constapel (Fraunhofer CML), Karsten Schönewald (Flotte Hamburg) (vlnr).
© Sick‚Divmalda‘ – so die Abkürzung des Projektnamens – bringt nachhaltige Technologie und Digitalisierung für die Messung von Schiffsemissionen zusammen. Mit der zu entwickelnden Lösung sollen Emissionsdaten von Schiffen in Echtzeit digital erhoben und offiziell verifiziert werden können. Damit können sie als verlässliche Grundlage für Reporting- und Monitoring-Prozesse sowie für den Emissionshandel genutzt werden.
Schiffsbetreiber und Reedereien stehen unter Druck: Ein zuverlässiges Reporting der CO2- beziehungsweise Klimagas-Emissionen ihrer Schiffe verlangen inzwischen nicht nur staatliche Stellen, Häfen et cetera, sondern zunehmend auch Kunden. Diese benötigen die Angaben zu den Scope 3-Emissionen ihrer Lieferkette für ihr Reporting und das Erreichen eigener Klimaziele. Allerdings ist ein zuverlässiges Erfassen des Emissionsabdrucks von Schiffen heute noch nicht vollumfänglich möglich: Schiffe haben in der Regel mehrere Tanks mit unterschiedlichen Kraftstoffen, was manuelle Berechnungen und somit mögliche Fehler im Reporting zur Folge haben kann. Ein automatisiertes Reporting mit verifizierten Daten reduziert den manuellen Aufwand erheblich und kann so die Fehlerquote minimieren, um verlässliche Aussagen zu den Klimagas-Emissionen von Schiffen zu unterstützen.
Ziel: automatisierte, digitale Lösung
Hier setzt Divmalda an: Ziel des auf drei Jahre angelegten Forschungsprojektes ist es, ein System zu entwickeln, das mit innovativer Sensorik die Treibhausgasemissionen von Schiffen in Echtzeit misst und die Daten in einer Cloudlösung zur Verfügung stellt. Diese verifizierten Daten werden anschließend an Behörden, Auftraggeber und weiteren relevanten Stellen übermittelt. Schiffsbetreibern und Reedereien spart ein solches System viel Arbeit und eröffnet einen Wettbewerbsvorteil, da etwa Charterern sowie Frachteigentümern verlässliche und transparente Emissionsdaten vorgelegt werden können. Zudem erlaubt es, bereits heute existierende Belohnungssysteme für einen treibhausgasarmen Schiffsbetrieb in Anspruch zu nehmen. Die verifizierten Daten können darüber hinaus zu einem CO2-optimierten Schiffsbetrieb beitragen und als Reporting-Nachweis für den Emissionshandel genutzt werden.
Konsortium aus starken Projektpartnern
Für dieses anspruchsvolle Vorhaben haben sich unter der Leitung von Sick als Hersteller der Sensortechnik und digitaler Lösungen zur Emissionsmessung mehrere Partner zusammengeschlossen: Die CPO Containerschiff-Reederei und die Flotte Hamburg als Betreiberin sämtlicher Amtsschiffe im Hafen Hamburg wie zum Beispiel Polizei-, Feuerwehr- und Lotsenboote stellen ihre Schiffe für das Projekt zur Verfügung. Im Laufe des Projektes werden zwei Containerschiffe und eine Hafenfähre mit der von Sick entwickelten neuartigen Messtechnik als Demonstratoren ausgestattet. Das Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik (Fraunhofer ISST) ist für Datensicherheit und -souveränität zuständig. Das Fraunhofer-Center für Maritime Logistik und Dienstleistungen (Fraunhofer CML) und Det Norske Veritas (DNV) als internationale Klassifikationsgesellschaft verantworten die Verifizierung der Daten, damit diese auch konform mit internationalen Verordnungen zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen sind. Der Hafen Hamburg (Hamburg Port Authority – HPA) empfängt die verifizierten Daten und wertet diese aus.
Damit bündeln die Projektbeteiligten ihre Kräfte und bilden die gesamte Prozesskette von der Datenquelle bis zum Empfänger ab. Alle Mitglieder des Konsortiums investieren aus eigenem Interesse in das Projekt. Zusätzlich wird das Vorhaben vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz gefördert, da sich die Zielsetzung von Divmalda mit den Zielen der Bundesregierung in puncto maritime Industrie – Stichwort ‚Green & Smart‘ – decken.
Für das Projekt wird erstmals die Technologie der International Data Space Association (IDSA) im Bereich der maritimen Emissionen genutzt. Die IDSA bietet mit International Data Spaces (IDS) ein sicheres, unabhängiges und innovatives System des Datenaustauschs, in dem alle Teilnehmer ihre Daten im Sinne der Datensouveränität vollkommen selbstbestimmt kontrollieren und für Geschäftsprozesse nutzen können.













