VDMA Robotik + Automation
Bildverarbeitungsbranche erwartet Trendwende in 2026
Nach schwierigen Jahren sendet die europäische Bildverarbeitungsindustrie erste Erholungssignale: Für 2026 wird wieder Wachstum erwartet – getragen von globaler Nachfrage, KI und Automatisierung. Doch Unsicherheiten und schwache Investitionen in Europa bremsen die Dynamik weiterhin.
„Nach drei Jahren mit Umsatzrückgang erwarten wir 2026 wieder leichtes Wachstum für die europäische Bildverarbeitungsindustrie“, sagt Daniel Seiler, Vorstandsvorsitzender der VDMA-Fachabteilung Machine Vision anlässlich des Vision/VDMA CEO Round Table. „Die Nachfrage außerhalb Europas ist 2025 bereits positiv gewesen, und mit steigender Investitionsbereitschaft folgt auch der europäische Markt. Bildverarbeitung, insbesondere in Kombination mit Robotik und KI, ist weiterhin eine Schlüsseltechnologie für wettbewerbsfähige Produktionsprozesse.“
Unsicherheit dämpft Geschäftsklima
Die europäische Bildverarbeitungsindustrie befindet sich dennoch weiterhin in einer herausfordernden Lage. Laut aktueller VDMA-Umfrage endete 2025 mit einem Umsatzrückgang in Höhe von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Investitionszurückhaltung in Europa machte der Branche zu schaffen. Geopolitische Spannungen sowie ungünstige wirtschaftliche Rahmenbedingungen dämpfen das Geschäftsklima und die Nachfrage, vor allem in Deutschland, immer noch. Das bremst auch die europäische Bildverarbeitungsindustrie aus. Für das Jahr 2026 ist die VDMA Fachabteilung Machine Vision verhalten positiv und geht von einem Umsatzplus von drei Prozent aus.
Hohe Nachfrage nach Komponenten
Für Komponentenhersteller kam die Trendwende bereits 2025: Sie verzeichneten ein Umsatzwachstum in Höhe von vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Nachfrage nach Machine-Vision-Systemen fiel deutlich schwächer aus (minus sechs Prozent).
Umsatzwachstum in Nordamerika und Asien
Die Analyse nach Absatzregionen verdeutlicht die schwache Entwicklung des europäischen Marktes. Hier verzeichnete die europäische Bildverarbeitungsindustrie einen Umsatzrückgang in Höhe von sechs Prozent. Wachstumsimpulse für „Machine Vision made in Europe“ kamen hingegen aus Nordamerika (plus neun Prozent) sowie Asien (plus drei Prozent).
Langfristiger Ausblick bleibt positiv
Weltweit und branchenübergreifend zählen Digitalisierung, künstliche Intelligenz, smarte Produktion und Automatisierung zu den zentralen Wachstumstreibern – dabei kommt der Bildverarbeitung eine Schlüsselrolle zu. Unternehmen setzen Machine Vision längst nicht mehr nur in klassischen Industriezweigen ein, sondern auch außerhalb des Fabrikumfelds. Steigende Anforderungen an Qualität und Effizienz, der anhaltende Automatisierungsschub sowie die wachsende Verbreitung von KI‑Technologien in und außerhalb der Produktion sorgen dafür, dass das Marktpotenzial der Bildverarbeitung ungebrochen groß bleibt.
Trotz bestehender Unsicherheiten und Herausforderungen geht die VDMA Fachabteilung Machine Vision davon aus: Die europäische Bildverarbeitungsindustrie wird bald zurück auf den Wachstumspfad finden. Die Branche blickt gespannt auf die 'Vision 2026' und rechnet mit hohem Interesse an der Weltleitmesse für Bildverarbeitung, die vom 6. bis 8. Oktober 2026 in Stuttgart stattfindet.











