Unfallschutz

Davina Spohn,

Airbag-Fahrradhelm nutzt Bewegungssensoren

Der Airbag gehört nicht mehr nur zum Standard-Equipment in Autos. Auch Fahrradfahrer können ihn nun auf Tour mitnehmen – zusammengefaltet, um den Hals. Das eingebaute Sensorsystem von STMicroelectronics soll Unfallsituationen erkennen und den Airbag auslösen.

© Hoevding

Der Radfahrer trägt den unauffälligen Fahrradhelm aus dem schwedischen Designhaus Hövding als Kragen um den Hals. Bei einem Unfall registrieren die in der Halsmanschette eingebauten Bewegungssensoren die anormalen Bewegungen des Radfahrers und senden ein Signal an den Airbag. Innerhalb einer Zehntelsekunde bläst er sich auf und bedeckt wie eine Haube nahezu den gesamten Kopf und Halsbereich des Verunfallenden. Das Sichtfeld bleibt dabei frei. Ausgefeilte Algorithmen sollen dem Sensorsystem helfen, lineare und drehende Bewegungen bei einem Unfall zu erkennen. Die Elektronik des Hövding-Helmes wird durch einen STM32-Mikrocontroller gesteuert. Dieser Chip soll dafür sorgen, dass der Sicherheitsaspekt des Helmes bei minimalem Energiebedarf gewahrt bleibt.

Die schwedischen Designer und STMicroelectronics stützen sich bei der Entwicklung des neuartigen Fahrradhelmes unter anderem auf die Erkenntnisse des schwedischen Forschungsinstitutes für Straßen und Verkehr. Danach reduzieren Fahrradhelme die Verletzungshäufigkeit um mindestens 60 Prozent. Trotz dieser Statistik verzichtet die überwiegende Mehrheit der Radfahrer darauf, einen Helm zu tragen. Entweder weil sie ihn als zu sperrig, unpraktisch oder unästhetisch findet. Wie gut, dass der Hövding-Fahrradhelm zusammengefaltet eher einem dickeren Schal ähnelt. Zudem soll er ebenso sicher sein wie herkömmliche Fahrradhelme: Der Hövding-Helm erfüllt die Sicherheitsvorschriften der EU.

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