'Preis deutscher Maschinenbau 2018'
Renate Pilz für ihr Lebenswerk ausgezeichnet
Als erste Frau hat die Unternehmerin Renate Pilz Mitte Oktober den 'Preis deutscher Maschinenbau 2018' für ihr Lebenswerk erhalten. Besonders ehrenswert ist laut der Fachjury ihre konsequente werteorientierte Ausrichtung der Unternehmenskultur der Firma Pilz.
Renate Pilz hatte 1975 das Automatisierungsunternehmen mit Sitz in Ostfildern nach dem Tod ihres Mannes Peter mit dessen technologischer Vision weitergeführt. Die damalige Hausfrau engagierte ein externes Management für das damals 200 Mitarbeiter beschäftigende Unternehmen. Parallel arbeitete sie sich immer tiefer in die Materie ein: „Es ist für mich wunderbar, wie man etwas lernen kann, wenn man es wirklich will – und wie einem das Freude bereitet“, erklärte sie am Rande der feierlichen Preisverleihung in Berlin.
1994 übernahm Renate Pilz selbst die Geschäftsführung und trieb die internationale Expansion des Unternehmens voran. Mit Lösungen für die sichere Automatisierungstechnik machte sie Pilz zu einem führenden Unternehmen im Bereich der Sicherheitsschaltgeräte. Die Technologie von Pilz sorgt für den Schutz von Mensch und Maschine und überwacht etwa Maschinen und Anlagen, Seilbahnen, Skilifte und Fahrgeschäfte. Heute verfügt das Unternehmen über weltweit 42 Tochtergesellschaften. Mit rund 2400 Mitarbeitern erwirtschaftete es im vergangenen Jahr einen Umsatz von 338 Mio Euro. Ende 2017 übergab Renate Pilz die Geschäftsführung an ihre Kinder Susanne Kunschert und Thomas Pilz.
Respekt und Innovation
Laut der Jury prägte Renate Pilz mit ihren humanistisch-christlichen Wertvorstellungen die Unternehmenskultur. Neben dem respektvollen Umgang miteinander stand das Vorantreiben von Innovationen für sie im Mittelpunkt. So fließen kontinuierlich 20 % des Umsatzes in Forschung und Entwicklung. „Sie haben ein extrem wandelbares Unternehmen geschaffen, der letzte Clou der Bau eines eigenen Roboters. Manche sagen, Industrie 4.0 habe es bei Ihnen schon gegeben, bevor der Begriff überhaupt geprägt wurde“, sagte Claus Wilk, Chefredakteur der Produktion in seiner Laudatio.
Der Preis deutscher Maschinenbau wird einmal im Jahr im Rahmen des Maschinenbaugipfels in Berlin von der Fachzeitung Produktion an eine von einer Fachjury ausgewählte Unternehmerpersönlichkeit vergeben. Er hat den Anspruch, nicht einzelne Leistungen, sondern ein Lebenswerk zu ehren.













