Fraunhofer IPA

Andreas Knoll | Inka Krischke,

Software-Framework für die Industrierobotik

Was in der Forschung schon etabliert ist, soll auch in der Industrie Standard werden: Das Open-Source-Framework 'Robot Operating System' (ROS) bietet viele Software-Komponenten, die auch für industrielle Anwendungen effizient einsetzbar sind.

ROS-Anbindung für Industrieroboter von Kuka

© Fraunhofer IPA

Besonders in dynamischen Umgebungen und für unterschiedliche Werkstücke sind Automatisierungslösungen mit Sensoren und intelligenter Software zur Auswertung von Daten erforderlich. Zur Umsetzung anspruchsvoller Funktionen in der Automatisierungstechnik, vor allem in der Robotik, kann das Open-Source-Framework ROS eine interessante Option sein. ROS bietet eine Vielzahl intelligenter Algorithmen und Verfahren sowie eine Fülle von Bibliotheken. Über standardisierte Schnittstellen sowie über die 'ROS-Middleware' sind sowohl Hard- als auch Software-Komponenten leicht austauschbar, was Zeit und Kosten für die Entwicklung von Anwendungen spart. In der Robotikforschung hat sich das ROS nach seiner Einführung vor fünf Jahren schnell als Community-Standard etabliert.

Die vor kurzem ins Leben gerufene 'ROS-Industrial-Initiative', die auf europäischer Ebene vom Fraunhofer IPA (Institut für Produktionstechnik und Automatisierung) koordiniert wird, will das Potenzial von ROS jetzt auch für industrielle Anwendungen nutzen. Als nächster Schritt ist die Gründung eines Industriekonsortiums geplant, das eine zentrale Anlaufstelle für Training und Support rund um das Thema ROS bieten soll. In Kooperation mit einer weltweiten Entwicklergemeinschaft soll das Open-Source-Framework weiterentwickelt werden, um zusätzliche nicht-funktionale Anforderungen aus der Industrie - etwa Robustheit, Zuverlässigkeit und Sicherheit - zu erfüllen. "Wir sehen in 'ROS Industrial‘ eine einzigartige Möglichkeit, Technologien aus der Forschung in industrielle Anwendungen zu transferieren", sagt Ulrich Reiser, Gruppenleiter in der Abteilung Roboter- und Assistenzsysteme des Fraunhofer IPA. "Das Framework könnte sich bereits in wenigen Jahren als herstellerunabhängige Standardplattform für die Entwicklung von Roboter-Applikationen etablieren."

ROS eignet sich für Systemintegratoren, die ihren Kunden flexible, wirtschaftliche und herstellerunabhängige Automatisierungslösungen anbieten möchten. "Kosteneinsparungen und die Reduzierung des Entwicklungs- und Einrichtungsaufwands sind besonders für anspruchsvolle und kundenindividuelle Systemlösungen in der Industrierobotik relevant", verdeutlicht Reiser. "Hier kann ROS eine interessante Option bieten - vor allem für mittelständische Systemintegratoren."

Welche Komponenten für welche Applikation im Produktionsalltag einsetzbar sind, demonstriert das Fraunhofer IPA auf der Automatica 2014. Experten geben einen Überblick zu geeigneten Anwendungsgebieten und zeigen in Live-Demonstrationen die wichtigsten Werkzeuge. Wie man mit ROS beispielsweise 3D-Bilder verarbeitet, kollisionsfreie Roboterbewegungen erzeugt oder Robotersysteme konfiguriert, können Besucher selbst testen.

Auf der Automatica stellt das Fraunhofer IPA in Halle A4, Stand 530, aus. Die Automatica findet vom 3. bis 6. Juni 2014 in den Hallen der Neuen Messe München statt.

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