Mobile Automation
Roboter entfaltet sich und läuft los
Einen Roboter, der sich selbst entfaltet und in Bewegung setzt, haben Forscher vom Massachusetts Institute of Technology zusammen mit der Harvard University entwickelt. Als Vorbild diente den Wissenschaftlern die fernöstliche Kunst des Papierfaltens, Origami.
Bezieht der Roboter Strom aus einer herkömmlichen Mignon-Batteriezelle, faltet er sich aus seiner flachen Grundform selbst auf und krabbelt los. Um von der flachen in die gehfähige Form zu kommen, erhitzt der Roboter seine Scharniere in einer bestimmten Reihenfolge auf etwa 100 °C. Die mit Polymeren überzogene Oberfläche des Roboters wird auf diese Weise biegbar. Nach rund vier Minuten kühlt der Kunststoff wieder ab und wird hart. Der Roboter kriecht dann mittels zweier Motoren davon – seine Geschwindigkeit liegt bei 5,4 Zentimetern in der Sekunde.
Der aktuelle Prototyp soll zeigen, dass sich Origami-Roboter fortbewegen können und sich in beliebige Formen falten können - "Dazu muss man eine Faltung, idealerweise um 180 Grad in beide Richtung vornehmen können", so Erik Demaine, Informatikprofessor am MIT. Der jetzige Prototyp schaffe allderings nur 150 Grad - die Forscher glauben jedoch, dass das für viele Anwendungen ausreichen sollte.
Als Einsatzfelder des faltbaren Roboters nennen die Wissenschaftler etwa den Weltraum: Ein Stapel Roboter-Satelliten könnte zusammengepresst in den Weltraum geschickt werden und sich dort selbst aufbauen. Denkbar sei auch der Einsatz in Katastrophengebieten, zum Beispiel in Erdbeben-Regionen: Der Roboter wird im flachen Zustand in Hohlräume geschickt, wo er sich entfalten und nach Erdbebenopfern suchen kann, so die Forscher.










