Sichere Automation
Pilz will mit Robotik weiter wachsen
Die Firma Pilz, Anbieter von sicherer Automation, hat ihren Umsatz im Geschäftsjahr 2017 um über 10 % steigern können. Ein Bereich, von dem sich das Unternehmen aus Ostfildern in Zukunft einiges verspricht, ist die Service-Robotik.
Susanne Kunschert und Thomas Pilz: „Wir entwickeln uns weiter zum Technologieunternehmen, das komplette Lösungen jetzt auch für die sichere Robotik anbietet.“
© Computer&AUTOMTIONKonkret erwirtschaftete die Pilz-Unternehmensgruppe im abgelaufenen Geschäftsjahr 2017 einen Umsatz von 338 Mio. Euro – das entspricht einem Plus von 10,6 % gegenüber dem Vorjahr. „Wir haben damit unsere wirtschaftlichen Ziele übertroffen, konnten die Zahl der Mitarbeiter erhöhen und haben mit dem Ausbau der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten am Stammsitz Ostfildern und einen Neubau für das Software-Entwicklungszentrum im irischen Cork in die Zukunft investiert“, so Susanne Kunschert, geschäftsführende Gesellschafterin von Pilz. Zum Stichtag 31.12.2017 beschäftigte das Unternehmen 2.346 Mitarbeiter in weltweit 40 Tochtergesellschaften.
Europa ist für Pilz nach wie vor die größte Absatzregion - knapp dreiviertel des Umsatzes wird hier generiert. Allerdings: Der weiter gestiegene Exportanteil von 71,9 % (+ 0,7 % gegenüber 2016) unterstreiche Kunschert zufolge die starke internationale Ausrichtung des Anbieters von Automatisierungslösungen. Maßgeblichen Anteil am guten Ergebnis hatte vor allem die starke Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen auf dem asiatischen Markt. Mit über 30 % war Asien 2017 die am stärksten wachsende Region bei Pilz und zeigt für die Zukunft großes Potential.
Zur Automatica bringt Pilz Module für die Service Robotik auf den Markt, darunter auch einen selbst entwickelten Roboterarm.
© PilzModularer Baukasten für Service-Robotik
Das Segment Steuern und Antreiben bleibt mit knapp 70 % der größte Umsatzträger. Mit weiteren 13 % haben sich daneben Dienstleistungen als starke Umsatz-Säule längst etabliert. In 2018 will Pilz nun eine dritte Säule – die Robotik - weiter stärken und dementsprechend das Portfolio um neue Module für die Service-Robotik im industriellen Bereich ausbauen. Erstmals öffentlich vorgestellt wird das neue Angebot in München auf der Automatica (19.- 22. Juni). Zu Beginn besteht es aus einem mobilen Bedienmodul, einem Steuerungsmodul sowie einem Manipulatormodul, also einem selbst entwickelten Roboterarm. Pilz adressiert damit Pick&Place-Anwendungen sowie modulare teilautomatisierte „Klein-Roboterzellen".
Der Robotik-Baukasten im Detail
“Manipulator, Steuerungsmodul und Bedienmodul bilden zusammen ein von der DGUV (Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung) zertifiziertes Paket nach EN ISO 10218-1 ‘Industrieroboter - Sicherheitsanforderungen’ und bringen damit alle Voraussetzungen für die Umsetzung sicherer Roboterapplikationen mit”, so Thoms Pilz, Geschäftsführender Gesellschafter von Pilz . Das erleichtere den Weg zur obligatorischen CE-Kennzeichnung.
Der Manipulator PSIR ist ein von Pilz auf der Basis der hochintegrierten „Powerball-Module“ von Schunk entwickelter Roboterarm mit einer Traglast von 6 kg. Mit seinen 6 Achsen, einem Gewicht von 20 kg und einer 24-VDC-Stromversorgung sei er sehr gut für mobile Anwendungen zum Beispiel in Kombination mit einem Fahrerlosen Transportsystem (FTS) einsetzbar.
Im Steuerungsmodul PRCM übernimmt die Pilz Antriebs- und Steuerungstechnik die Bewegungs- und Sicherheitssteuerung des Roboters. Nach dem Plug-and-Play-Prinzip können Anwender die Module verbinden und sofort nutzen. Das Steuerungsmodul unterstützt offene Industrie-Kommunikationsprotokolle wie CANopen, Ethercat oder Profibus. Pilz RCM lässt sich sowohl mit den SPS-Sprachen nach IEC 61131-3 als auch über das Open-Source-Framework ROS (Robot Operating System) programmieren und bietet damit Offenheit für funktionale Erweiterungen. Pilz hat auf Basis des bislang aus dem Forschungsumfeld bekannten ROS-Frameworks Software-Module für die Roboter-Steuerung entwickelt.
Das Bedienmodul PRTM (die Hardware stammt von Keba) erlaubt auf der Grundlage einer von Pilz entwickelten Bedien- und Visualisierungssoftware die Bedienung des Roboters über eine grafische Benutzeroberfläche. Das Panel bietet die Funktionen Betriebsartenwahl, Not-Halt und Diagnose. Es erlaubt das einfache Einrichten und Teachen des Roboter-Arms über ein sensitives Touch-Display.














